In einem Mietshaus aus den 1930er Jahren, direkt neben dem Rydz-Śmigły-Park und der Agrykola, wurde ein Interieur geschaffen, das perfekt zeigt, dass Funktionalität und Ästhetik Hand in Hand gehen können. Die Designer dieser 76 Quadratmeter großen Wohnung im Warschauer Stadtteil Powiśle wollten einen echten, ehrlichen Raum schaffen – einfach eine Wohnung zum Leben. So wurde die Idee der „Volkswohnung“ geboren – eine Wohnung für alle. Aber in einer Premium-Version.
Die Inspiration kam aus Berlin – einer Stadt, die lässig, vielfältig und unprätentiös ist. Ihr Geist wurde zum Ausgangspunkt für ein Design, bei dem Funktionalität mit Mut zu Materialien und Farben Hand in Hand geht.
Neues Layout, neue Energie
Die Wohnung in einem Mietshaus aus der Vorkriegszeit hat eine komplette Verwandlung erfahren. Durch die Zusammenlegung der beiden größten Zimmer entstand ein großzügiger Wohnbereich mit Küche und Wohnzimmer. Die ehemalige Küche wurde in ein gemütliches Arbeitszimmer umgewandelt, das Bad erhielt auf Kosten des Flurs zusätzlichen Raum, und ein ehemaliger Abstellraum wurde in das Schlafzimmer integriert. So erhielt die Wohnung einen klaren, modernen Grundriss: einen hellen Flur, zwei getrennte Zimmer und einen offenen Raum zum Kochen, Arbeiten und Entspannen.
Holzsockel und kräftige Akzente
Die Basis des Designs ist natürliches Holz. Die Schränke bestehen aus Eichenfurnier in einer eigens entwickelten Beizmischung, die zusammen mit einem Schreiner entwickelt wurde. Die Wohn- und Schlafräume sind mit einem Furnier aus exotischem Anegre ausgestattet – einem Material, das im Warschau der Vorkriegszeit als Symbol für Eleganz und Luxus galt. Diese Holzbasis wurde zum Hintergrund für die ausdrucksstärkeren Elemente der Einrichtung.
Eines davon ist die blaue Kommode im Flur – ein kühner, skulpturaler Akzent mit kugelförmigen Griffen, der sofort ins Auge sticht. Ein zweiter, ebenso kühner Punkt ist die mit verspiegelten Fliesen verkleidete Kücheninsel. Dieses Detail – eine Mischung aus Kunst und Design – verleiht dem Raum einen unverkennbaren Berliner Touch. Die Designer geben zu, dass die Wahl riskant war, aber das Endergebnis war ein Hit.
Butterbeige und Vintage-Perlen
Ergänzt wird dies durch einen langen Hängeschrank in Butterbeige, der sich über das Wohnzimmer erstreckt. Seine lackierten Fronten reflektieren das Licht, erhellen den Raum und verleihen ihm eine moderne Leichtigkeit.
Vintage-Möbel und -Accessoires sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Designs. Dazu gehört der einzigartige Airport Chair 037 von Geoffrey Harcourt aus den 1960er Jahren, der aus Belgien importiert wurde. Die Stühle schmückten einst exklusive Flughafen-Lounges – heute verleihen sie dem Interieur eine jahrzehntelange Eleganz. Im Arbeitszimmer steht ein Original-Schreibtisch aus der Bauhaus-Ära, der sich perfekt in das Gesamtkonzept der Wohnung einfügt.
Details, die für Stimmung sorgen
Wollteppiche, schwere Vorhänge mit weichem Griff, eine gemusterte Kopfstütze von DEDAR und abstrakte Bilder in Rottönen – jedes dieser Elemente wurde mit Bedacht gewählt. Das Interieur ist kohärent, aber nicht langweilig; elegant, aber zurückhaltend.
Vor dem Hintergrund von Alabasterwänden und -decken schaffen ausdrucksstarke Holzarbeiten, warmes Holz und farbige Akzente eine Komposition, die Ruhe, aber auch Leben ausstrahlt. Dies ist eine Wohnung, die sich nicht verstellt – sie ist für den Alltag gemacht. Zum Kochen, Entspannen, Arbeiten und Treffen.
die „Volkswohnung“ von Powiśle ist ein Projekt, das zeigt, dass moderner Komfort mit Authentizität und Respekt für die Geschichte eines Ortes Hand in Hand gehen kann.
entwurf: Jasno Projekty
fotografie: Studio Mandel
Siehe auch: Architektur | Wohnung | Warschau | Wohnung | Modernismus























