BIORAMA in Lodz. Kühnes Wohnbauprojekt

BIORAMA ist ein Gebäude und gleichzeitig eine ökologische Idee, die die Art und Weise, wie wir die Stadt betrachten, neu überdenken will. In Łódź, an der Kreuzung zwischen dem H. Dąbrowski-Park und den Grünflächen der Kleingärten in der Łomżyńska-Straße, wurde ein kubischer, symmetrischer, mehrachsiger, durchbrochener Kubus entworfen, der die Bühne für die Vegetation und das Leben der pulsierenden Terrassen sein soll. Der Name ist keine Metapher aus zweiter Hand. In den Worten des Autors, des Architekten Darek Witasiak, bedeutet BIORAMA einfach „Rahmen für Pflanzen“. In seiner endgültigen Version wird das Gebäude 25 Meter hoch und sieben Stockwerke hoch sein, und sein abendlicher Rhythmus soll sich deutlich gegen den Himmel abzeichnen, bevor er sich schließlich in der grünen Struktur auflöst.

Der „Rahmen“ des Titels ist eine rhomboide Stahlstruktur aus Corten, die sich um die Fassaden wickelt und die Komposition in pulsierende, geometrische Balken gliedert. Dasselbe Material findet sich in den mehrformatigen Töpfen, den Rinnen, die die Ränder der Terrassen krönen, und den Untersichten der Balkone wieder. Hier sind die Knotenpunkte des Fachwerks nicht nur strukturelle Stützen – der Entwurf hebt sie als Aufhängepunkte für die Töpfe hervor und manifestiert die symbolische Verflechtung von Architektur und Natur. Bis zum vierten Stockwerk haben die Rahmenprofile einen quadratischen Querschnitt, darüber werden sie rund. Diese subtile Veränderung von Maßstab und Form bewirkt die beabsichtigte „Transformation“, dynamisiert die Silhouette und bricht die wahrgenommene Kontinuität zwischen den Gebäudehöhen auf. Die raumhohen Fenster und Glasbalustraden wiederum sollen die Grenze zwischen dem Innenraum und dem Grün aufheben. Zwischen den Rautenfeldern sind Edelstahlnetze gespannt, auf denen Kletterpflanzen üppig wachsen werden.

Begrünung als Konstruktion und Erlebnis

Im BIORAMA ist die Begrünung kein Feigenblatt für „gescheiterte Standorte“. Der Architekt säubert die Visualisierungen von Pflanzen, um zu zeigen, dass sich die Idee auch mit kahler Architektur behaupten wird. Das Grün kehrt dort zurück, wo es die Lebensqualität erhöht: in den punktuellen Töpfen auf den Terrassen, in den durchgehenden „Rinnentöpfen“ auf den Balkonen zu den Höfen hin, in den Gittern, die als Kletterpflanzen die rautenförmigen Felder des Bauwerks ausfüllen, in den Grünflächen der gemeinsamen Terrassen über dem obersten Stockwerk, in den größeren Baumtöpfen und sogar in den Pflanzen, die in den Knoten der horizontalen Binder über dem Dach hängen. Durch diese Anordnung soll ein mehrdimensionales Lebensumfeld geschaffen werden, in dem der Rhythmus des Rahmens die Kulisse und die Vegetation der lebendige Akteur ist. Je weiter oben, desto mehr soll die Architektur verblassen und sich in eine grüne Struktur verwandeln.

Die Nutzung von Regenwasser

Regenwasser ist hier genauso wichtig wie Stahl und Glas. Die begrünten und mit Ziegeln belegten Dachterrassen, die Balkone und die Deckenschichten über den Garagen fungieren als funktionsfähige Rückhaltespeicher, die durch ihre Querschnittsform den Abfluss verlangsamen und die Ressource für die Pflanzen auffangen. Überschüssiges Wasser fließt in ein unterirdisches Reservoir, das die Pflanzen vor Überlauf schützt und die Rückgewinnung von Wasser für die Bewässerung ermöglicht. Die Töpfe verfügen über eigene Systeme zur Ableitung und Rückhaltung des überschüssigen Wassers, und die Versorgung erfolgt über Tropfleitungen aus der Gemeinschaftsanlage. Diese Anordnung ist komplementär: Sie spart Wasser, fördert das Pflanzenwachstum, verbessert die Wärmedämmung der Oberfläche und reduziert die Auswirkungen des Gebäudes auf das Ökosystem. Im BIORAMA ist das Wassermanagement kein Zusatz, sondern der strategische Kern des Projekts.

Terrassen, Balkone und Dachgärten schaffen eine bewusst gestaltete „Zwischenzone“ – Sie weichen die Grenzen zwischen Privatleben und Gemeinschaft auf und bilden eine weiche Abfolge von Räumen. BIORAMA verschmilzt diese Welten zu einer Collage: Corten, Glas und Vegetation im Dialog mit dem nahen Stadtpark. Mit vollständig verglasten Wänden vom Boden bis zur Decke und transparenten Balustraden verschmilzt die Perspektive der Innenräume mit dem grünen Horizont.

Die Visualisierungen des Projekts wurden in zwei Ansichten zusammengefügt: „ohne Begrünung“, um die pure Sauce der Architektur zu zeigen, und „mit Begrünung“ – als Versprechen eines Effekts, der mit der Zeit reift, abhängig von der Vegetation und der Entscheidung des Bauherrn über die Auswahl der Zielpflanzen. Das Ganze kann man unten gut sehen.

entwurf: Marciniak & Witasiak(https://marciniak-witasiak.pl)

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