Die Mietwohnung in einem Vorkriegswohnhaus in der Łazienna-Straße in Posen ist ein Projekt, das von Anfang an einen höheren Standard in dieser Kategorie von Wohnräumen setzen sollte. Die Architektinnen des Büros maKa architekci – Marta Krzekotowska und Magdalena Bulińska – erhielten vom Bauherrn volles Vertrauen und übernahmen die Planung, die Materialauswahl sowie die Bauaufsicht. Dadurch konnten sie ein bis ins kleinste Detail durchdachtes und voll funktionsfähiges Interieur gestalten.
Die Wohnung befindet sich in einem renovierten Mietshaus aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das hölzerne Treppenhaus, die Messingbeschläge sowie die Polychromie, die vom Bauträger sorgfältig restauriert wurden, bildeten einen natürlichen Bezugspunkt für das Projekt. Die Innenausstattung steht durch Farbe, Textur und Materialauswahl in subtiler Harmonie mit den historischen Elementen.
Im Innenraum dominieren tiefe, weinrote Bordeaux-Töne, die sich an den Wänden und in den Einbauten widerspiegeln. Dunkle, furnierte Oberflächen wurden mit schwarzen Griffen kombiniert, und über der Küchenarbeitsplatte wurde ein geäderter Stein mit markanter Maserung eingesetzt. Der Bodenbelag im Küchenbereich und im Badezimmer erinnert an klassische Mosaike, wie man sie in Mietshäusern findet. Das Ganze wird durch die rostrote, terrakottafarbene Polsterung des Sofas erwärmt – eine Farbe, die an mehreren Stellen wiederkehrt, wodurch die Wohnung ein einheitliches und harmonisches Gesamtbild vermittelt.
Neurodesign als Grundlage des Entwurfs
Die Auswahl der Farben und Materialien folgt den Prinzipien des Neurodesigns, das im Architekturbüro maKa architekci ein wichtiger Bestandteil des Entwurfsprozesses ist. Tiefe Bordeaux- und Taupe-Töne wirken beruhigend und vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit. Natürliche Materialien – Holz, Marmor, Messing – sprechen den Tastsinn an und tragen dazu bei, nach einem intensiven Tag die Erregung zu senken. Durchdachte Stauraumlösungen reduzieren Reize, sodass der Raum der Erholung und einer echten Entlastung des Nervensystems förderlich ist.

Wohnbereich
Die Küche öffnet sich zum Wohnbereich hin und bildet so einen einzigen, funktionalen Raum. Die dunklen Einbauschränke mit Marmorakzenten grenzen an den Essbereich, in dem ein Tisch mit Steinplatte sowie gepolsterte Stühle in warmen Farbtönen stehen. Im Wohnzimmer, an den Fenstern mit Blick auf die Dächer der Altstadt, steht ein Schlafsofa mit Bettkasten – eine besonders wichtige Lösung in kleinen Wohnungen. Das Fischgrätenmuster auf dem Boden sorgt für Leichtigkeit und gleicht die Intensität des Bordeauxrot an den Wänden aus. Das Regal mit dem Fernseher ist mit einer verschiebbaren Front ausgestattet, sodass die Geräte verstaut werden können und so für optische Ordnung sorgen.
Ein funktionales Badezimmer
Das Badezimmer ist in einer weiß-blauen Farbpalette gehalten, ergänzt durch kräftige schwarze Akzente. Große, fast fugenlose Fliesenformate erleichtern die Reinigung – besonders wichtig in Mietwohnungen. Die Dusche ist mit einer Unterputz-Regendusche ausgestattet, und das ovale Waschbecken auf der hellen Arbeitsplatte bildet einen Ausgleich zum markanten, dunklen Boden. Das Gesamtbild wirkt elegant, praktisch und ist auch bei intensiver Nutzung strapazierfähig.

25 m² Wohnfläche
Trotz der geringen Wohnfläche – gerade einmal 25 m² – bietet die Wohnung überraschend viel Stauraum. In den Küchenschränken sind Waschmaschine und Trockner versteckt, wodurch das Wohnzimmer seinen repräsentativen Charakter behält. Jedes Element wurde so ausgearbeitet, dass der Innenraum funktional, ästhetisch und langlebig ist.
Das Projekt beweist, dass eine Mietwohnung einen unverwechselbaren Charakter haben und gleichzeitig Funktionalität bieten kann. Dank der umfassenden Bauaufsicht durch die Architektinnen gelang es, das Projekt kompromisslos in die Bauphase zu übertragen, und das Mietshaus an der Łazienna erhielt ein Interieur, das den Respekt vor der historischen Architektur mit einem mutigen, zeitgenössischen Designansatz verbindet.
Entwurf: maKa architekci (Marta Krzekotowska, Magdalena Bulińska)
Bauaufsicht: maKa architekci
Entwurf des Mietshauses: Konsortium aus Retro-Styl und Lidenskap
Fotos: Lidia Ostrowska
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