Mitte Dezember dieses Jahres wurde die Câble C1, die erste städtische Seilbahn in der Agglomeration Île-de-France und zugleich das längste System dieser Art in Europa, in der Region Paris in Betrieb genommen. Die 4,5 km lange Strecke verbindet Créteil mit Villeneuve-Saint-Georges und verläuft über vier Gemeinden des Departements Val-de-Marne. Das Projekt wurde als Antwort auf die seit langem bestehenden Verkehrsprobleme in den südöstlichen Vororten von Paris konzipiert, wo eine dichte Bebauung und andere Hindernisse die Entwicklung der traditionellen Verkehrsinfrastruktur behinderten.
Câble C1 – schneller als mit dem Bus
Die neue Bahn verkürzt die Fahrtzeiten zwischen den Endpunkten der Strecke radikal. Die Fahrt, die früher mit dem Bus etwa 40 Minuten dauerte, dauert jetzt weniger als 18 Minuten. Die Linie bedient fünf Bahnhöfe, darunter die Pointe du Lac in Créteil, wo ein direkter Umstieg in die Metrolinie 8 möglich ist. Weitere Haltestellen bieten Anschluss an die lokalen Buslinien, so dass das Câble C1 vollständig in das öffentliche Verkehrssystem der Region integriert werden kann.
Taxis für den täglichen Gebrauch
Das Herzstück des gesamten Systems ist eine Flotte von 105 vollelektrischen Kabinen, die für den täglichen Einsatz in der Stadt konzipiert sind. Jede Kabine kann bis zu 10 Fahrgäste aufnehmen und bietet vollen Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie Platz für Kinderwagen und Fahrräder. Während der Hauptverkehrszeiten verkehren die Kabinen in einem Rhythmus von weniger als 30 Sekunden, so dass Tausende von Fahrgästen effizient bedient werden können. Man schätzt, dass täglich etwa 11.000 Personen die Bahn nutzen werden.

Câble C1 als Labor für zukünftige Technologien
Das Câble C1 dient auch als europäisches Testfeld für die C1 Plus-Technologie, die in Zukunft Streckenerweiterungen und Kapazitätserhöhungen für städtische Seilbahnen ermöglichen soll. Das System kombiniert die Eigenschaften einer klassischen Seilbahn mit Lösungen, die aus dem Massenverkehr bekannt sind, und bietet Stabilität, einen leisen Betrieb und relativ niedrige Betriebskosten. Die regionalen Behörden weisen darauf hin, dass diese Form der Personenbeförderung es ermöglicht, verschiedene Engpässe zu umgehen, ohne dass ein kostspieliger Tunnelbau erforderlich ist.
Sicherheit vor allem
Bei der Konstruktion des Câble C1 wurden fortschrittliche Sicherheitsverfahren und die Auswirkungen der Wetterbedingungen berücksichtigt. Ein System von Überwachungs- und Wettersensoren ermöglicht es, die Verkehrsparameter bei starkem Wind oder anderen ungünstigen Bedingungen im laufenden Betrieb anzupassen. Falls erforderlich, kann die Geschwindigkeit der Kabinen reduziert oder der Verkehr vorübergehend eingestellt werden, um die Sicherheit der Fahrgäste das ganze Jahr über und unter allen Bedingungen zu gewährleisten.
Seilbahn als Teil der Stadt
Der Câble C1 ist ein Meilenstein in der europäischen Entwicklung hin zu alternativen, emissionsarmen Formen des städtischen Verkehrs. Paris reiht sich damit in die Reihe der Städte ein, die die Seilbahn als vollwertigen Teil ihrer alltäglichen Mobilitätsinfrastruktur betrachten. Die Zukunft des Verkehrs in den Metropolen kann sich nicht nur auf und unter der Erde, sondern auch über der Erde entwickeln.
Quelle: sortiraparis.com
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