Casa Corten: ein mit Cortenstahl verkleidetes Haus, das sich in die Landschaft einfügt

Das Projekt Casa Corten des Studios HPA Arquitetura e Investimentos wurde als direkte Reaktion auf die Gegebenheiten des Grundstücks, auf dem es gebaut werden sollte, konzipiert. Ursprünglich befanden sich auf dem Grundstück die Ruinen einer ehemaligen Holzfabrik, von der nur noch korrodierte Stahlbleche übrig sind. Diese charakteristischen Spuren der industriellen Tätigkeit dienten als Bezugspunkt für die neue Architektur, die sich in die Landschaft und den historischen Kontext der portugiesischen Stadt einfügt.

Die Form des Gebäudes und seine räumliche Anordnung wurden genau an das Gelände angepasst. Anstelle eines einzigen kompakten Gebäudes wurde ein fragmentiertes Volumen entworfen, das sich an den natürlichen Bodenlinien orientiert. Durch diese Lösung wurden die Eingriffe in das Gelände reduziert und das neue Gebäude fügte sich perfekt in seine Umgebung ein.

Topographie und Ausrichtung der Casa Corten

Eine der größten Herausforderungen für die Planer war das starke Gefälle des Grundstücks. Ihre Antwort auf diese Situation waren die begrünten Dächer auf beiden Etagen, dank derer die Casa Corten als Verlängerung des Hangs gesehen wird. Die Massen wirken wie geformte Abschnitte des Geländes und verstärken den Eindruck der Integration in die Landschaft. Die zweite wichtige Überlegung war die Ostausrichtung und das daraus resultierende Sonneneinstrahlungsmuster. Die wichtigsten Verglasungen sind nach Westen ausgerichtet, so dass die Sonnenenergie auf passive Weise gewonnen werden kann. Die Höhe des Gebäudes über dem Boden ermöglichte es, das untere Geschoss zu beleuchten und die vorhandene Vegetation auf dem Grundstück zu erhalten. Der Garten fungiert als räumliche Verbindung zwischen den Ebenen des Hauses und ist das zentrale Element der Komposition.

Der Baukörper des Hauses und seine Beziehung zur Landschaft

Das Obergeschoss wurde entsprechend dem Verlauf des Grundstücks zurückgesetzt, was den Maßstab des Gebäudes auflockert und die Privatsphäre gegenüber dem nahe gelegenen Weg erhöht. Die vollständig verglasten Fassaden verstärken die Beziehung der Innenräume zur Umgebung und bieten Tageslicht und weite Ausblicke auf die schöne Landschaft. An der Südseite befindet sich ein perforierter Cortenschirm, der das Licht filtert und die Sicht von außen auf die am stärksten exponierte Fassade begrenzt. Dieses Element dient auch als Sonnenschutz und unterstreicht den materiellen Ausdruck des Gebäudes.

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Materialien und historische Bezüge

Bei der Wahl der Materialien haben sich die Architekten dem Gedanken der Kontinuität mit der früheren Entwicklung des Gebiets untergeordnet. Cortenstahl bedeckt die Fassaden der Casa Corten und taucht in den Innenräumen in ausgewählten Bereichen des Hauses auf, darunter in der Lobby und in den Wohnungen. Ihm wird roher Beton mit unregelmäßiger Textur und natürlicher Farbe gegenübergestellt. Eine so zusammengesetzte Materialpalette schafft eine unverwechselbare Beziehung zwischen Farben und Texturen, die auf Authentizität und Akzeptanz der Unvollkommenheiten beruht, die sich aus dem Alterungsprozess dieser Materialien ergeben. Alle Einrichtungsgegenstände wurden individuell für dieses Haus entworfen. Das Mobiliar und die Accessoires wurden so ausgewählt, dass sie sich den Absichten der Architekten unterordnen, ohne Kontraste oder Lösungen einzuführen, die mit der Form und den Materialien des Gebäudes konkurrieren.

Raumaufteilung und Funktionen

Die Organisation des Raumes im Inneren des Hauses wurde der Offenheit und dem ständigen Kontakt mit der natürlichen Umgebung untergeordnet. Die aus Cortenstahl und Holz gefertigte Eingangshalle fungiert als vertikale Verbindung zwischen dem privaten Bereich auf der unteren Ebene und dem darüber liegenden Wohnbereich. Der an Böden, Wänden und Decken sichtbare Beton bringt Ordnung in die Innenräume und sorgt für optische Kohärenz. In der unteren Etage sind vier Schlafzimmer vorgesehen. Im Obergeschoss befinden sich die Küche, der Essbereich und das Wohnzimmer, über das eine dynamische Dachkonstruktion mit steiler Neigung gespannt ist, die den Blick in alle Richtungen freigibt.

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Ein ökologisches Haus

Von Anfang an wurde bei dem Projekt auf Energieeffizienz und eine geringere Umweltbelastung geachtet. Zu diesem Zweck wurden umfangreiche Dachbegrünungen, eine Regenwassernutzungsanlage, Photovoltaikmodule und Hausautomation eingesetzt. Eine üppige Vegetation und sorgfältig platzierte Bäume schützen in den wärmeren Monaten vor der Sonne.

Die Umgebung von Casa Corten

Die Außenbereiche von Casa Corten wurden als natürliche Erweiterung der Innenräume geplant. Dazu gehören eine Terrassenanlage, ein Garten mit einheimischen und aromatischen Pflanzenarten, ein begrüntes Dach zum Verweilen, eine Außenküche mit Holzofen, eine Feuerstelle, ein beheizter Whirlpool und ein in den Teich und die Landschaft integrierter randloser Pool.

Projekt: HPA Arquitetura e Investimentos
Nutzbare Fläche: 495,50 m².
Fotos: Ivo Tavares Studio

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