Der Biegański-Platz in Częstochowa wird in Kürze umgestaltet, wobei das Hauptziel darin besteht, einen Großteil der Fläche „zu entbetonieren“. Zuletzt wurde der Platz im Jahr 2011 modernisiert. Damals wurde der Autoverkehr zugunsten einer weitläufigen Fläche aus Granitplatten entfernt. Das bevorstehende Projekt soll die Fehler der Vergangenheit beheben und einen großen Teil dieser Fläche in Rasenflächen und Beete mit Bäumen verwandeln. Die Kosten für die Umgestaltung belaufen sich auf 37,6 Millionen Zloty, wovon etwa 25 Millionen Zloty durch EU-Fördermittel gedeckt werden. Die Fertigstellung der Arbeiten ist für Ende 2028 vorgesehen.
Biegański-Platz – Geschichte
Die Geschichte des Biegański-Platzes reicht bis ins Jahr 1823 zurück. Damals wurde im Zuge der Stadtplanung von Częstochowa der St.-Jakobs-Marktplatz nach einem Entwurf von Jan Bernhard angelegt. Der neue Platz verband die Altstadt mit der Neustadt und bildete die Achse der heutigen Aleja Najświętszej Maryi Panny. In den Jahren 1828–1836 entstand am Platz das klassizistische Rathaus nach einem Entwurf von Franciszek Reinstein, das die Wirren der Geschichte überstanden hat und bis heute dort steht. Im 19. Jahrhundert glich dieses städtische Forum einem Garten, reich an Bäumen, Rasenflächen und Ruheplätzen. Seine Grenzen wurden von eleganten Mietshäusern und Wohnhäusern gebildet, die dem Ganzen einen außergewöhnlichen Charme verliehen. Später kam eine Zeit des Wandels. Nach 1870 entstand an der Stelle der ehemaligen St.-Jakobs-Kirche eine orthodoxe Kirche, die nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit in eine katholische Kirche umgewandelt wurde. Im 20. Jahrhundert wechselte der Platz mehrfach seinen Namenspatron: von Bronisław Pieracki über Adolf Hitler und Josef Stalin bis hin zum heutigen Namen, der an den herausragenden Arzt Władysław Biegański erinnert und diesem Ort 1957 verliehen wurde. Die Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs sowie spätere Wiederaufbauten und Modernisierungen veränderten nach und nach den Charakter des Platzes und den Anteil an Grünflächen zugunsten einer offenen Fläche, die hauptsächlich von Wohnblocks umgeben ist.

Der Biegański-Platz und der Umbau von 2011
Im Jahr 2011 wurde der erste so umfassende Umbau des Platzes seit vielen Jahren durchgeführt. Damals wurde der Autoverkehr entfernt, der Boden mit Granit gepflastert und die Infrastruktur neu geordnet. Anfangs stieß das Ergebnis der Investition auf sehr positive Resonanz. Mit der Zeit traten jedoch ihre Schwachstellen zutage. Der große, praktisch baum- und rasenlose Platz bot in der Sommerhitze keine Erholung und schreckte die Anwohner geradezu ab. Dies gab den Anstoß für weitere Veränderungen, die jedoch nicht schnell erfolgten. Erst nach 2018 tauchten erste Grünflächen und kleine architektonische Elemente auf, doch der Umfang dieser Maßnahmen erwies sich als unzureichend. Die Stadtverwaltung von Częstochowa beschloss daher eine umfassende Neugestaltung, die nicht nur frühere Fehler korrigieren, sondern den Biegański-Platz in einen echten, lebendigen Ort für jedermann und zu jeder Jahreszeit verwandeln soll.

Wie wird sich der Biegański-Platz in Częstochowa verändern?
Die bevorstehende Umgestaltung rückt weg von der Dominanz befestigter Flächen. Der Anteil biologisch aktiver Flächen wird deutlich zunehmen, und der Platz wird durch neue Bäume, Grünflächen und niedrige Bepflanzung bereichert. Insbesondere der nördliche und südliche Teil werden um Erholungszonen mit natürlichem Schatten ergänzt. Eine wichtige Neuerung werden zwei Springbrunnen sein, die in die Achse der Aleja Najświętszej Maryi Panny eingebettet sind. Auf dem Platz werden zudem ein neuer Servicepavillon, ein Unterstand sowie neue Stadtmöbel entstehen. Entlang der Straßen Śląska, Kilińskiego, Dąbrowskiego und Nowowiejskiego werden Pflanzkübel mit Grünpflanzen aufgestellt, die eine klarere Trennung zwischen Fußgänger- und Autoverkehr schaffen. Das gesamte Projekt wird auf der Grundlage des Entwurfs des Architekturbüros Grupa VERSO umgesetzt, der im Rahmen einer öffentlichen Konsultation ausgewählt wurde.

Entwurf des Architekturbüros Grupa VERSO
Die Autoren des Entwurfs legten großen Wert auf die Regenwasserbewirtschaftung. Ihr Konzept sieht vor, den Bodenbelag des Platzes durchlässig zu gestalten und Regengärten anzulegen, die das Wasser zurückhalten und sammeln. Dieses wird zur Bewässerung der Grünflächen genutzt, wodurch der Ressourcenverbrauch gesenkt und der Zustand der Pflanzen in Trockenperioden verbessert wird. Das Projekt des Büros Grupa VERSO ist Teil der im Rahmen des FEnIKS-Programms finanzierten Maßnahmen, das auf die Anpassung der Städte an den Klimawandel ausgerichtet ist. Der Vertrag über die Förderung wurde am 13. April am Sitz des Nationalen Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft in Warschau unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderem Robert Gajda und der stellvertretende Bürgermeister von Częstochowa, Łukasz Kot.
Nach Abschluss aller Arbeiten, der für Ende 2028 geplant ist, soll der Biegański-Platz an heißen Tagen deutlich kühler, besser auf intensive Niederschläge vorbereitet und für die Einwohner von Częstochowa, Touristen und Pilger freundlicher werden.
Quelle: Stadtverwaltung Częstochowa
Entwurf: Grupa VERSO
Visualisierungen: Grupa VERSO
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Der Biegański-Platz vor und nach dem Umbau. Foto: Google Maps und VERSO-Gruppe














