„Przełom“ ist ein neues Café in Krakau, dessen Innenarchitektur von Natalia Balcer von NABLAB sich durch Konsequenz, Materialgefühl und die Sorgfalt auszeichnet, mit der das Erlebnis der Besucher gestaltet wurde. Der Name des Lokals ist kein Zufall – er ist eine Hommage an die Geschichte des Ortes, an dem vor Jahren die Glasverarbeitungsbetriebe „Przełom“ tätig waren. Die Idee des „Durchbruchs“ wurde hier zum Ausgangspunkt sowohl für die funktionale Anordnung als auch für die Art und Weise, wie die räumliche Erzählung geführt wird.
Der unregelmäßige Grundriss des Lokals gliedert sich in vier Bereiche: den Barraum, den Haupt-Hörsaal, eine gemütliche Loge und den Backstage-Bereich. Jede davon hat einen eigenen Charakter, doch alle verbindet ein einheitliches Konzept, das von der japanischen Tradition der Jazz Kissa inspiriert ist – Orte, die für das aufmerksame Musikhören konzipiert wurden. Im „Przełom“ wurde jedes Element der Innenausstattung der Klangqualität und dem Hörkomfort untergeordnet.
Die Bar als Herzstück des Lokals
Schon beim Betreten zieht die Bar die Aufmerksamkeit auf sich, die mit einer Komposition aus bunten Fliesen von Palet gestaltet ist. Sie ist der Mittelpunkt des Lokals – ein Ort, an dem sich Spezialitätenkaffee, vor Ort gebackene Kuchen von Asia Pachowicz von The Cakery und Musik von Vinylplatten treffen. Der Barbereich geht fließend in den Haupt-Hörraum über, wodurch der Raum buchstäblich aufgebrochen und seine Dynamik bestimmt wird.
Diese multifunktionale Form dient gleichzeitig als DJ-Pult. Das charakteristische runde Bullauge eröffnet einen visuellen Dialog zwischen den Bereichen und ermöglicht es, in den Hörraum zu blicken und den auftretenden Künstler zu beobachten.
Akustik
Das Projekt von Natalia Balcer umfasst nicht nur die visuelle Ebene – entscheidend war die Schaffung von Bedingungen, die dem konzentrierten Musikhören förderlich sind. Für den akustischen Komfort sorgen abgehängte Konstruktionen, die auf der Grundlage eines akustischen Raummodells angeordnet wurden. Ergänzt werden sie durch individuell angefertigte Textilbilder, die sowohl eine dekorative als auch eine akustische Funktion erfüllen.
Das Interieur von „Przełom“ basiert auf einer Kombination aus Strenge und Weichheit. Stahl und Beton bilden die Basis, die durch Holz und Stoffe ausgeglichen wird. Maximalistische Formen wurden in einen minimalistischen Hintergrund eingebettet, wodurch der Raum übersichtlich und funktional bleibt. Die sorgfältig gestaltete Beleuchtung ermöglicht es, die Atmosphäre zu variieren – von einer Tagesatmosphäre, die Arbeit und Begegnungen begünstigt, bis hin zu einer abendlichen Atmosphäre, die intimer ist und den Fokus auf die Musik legt.

Ein Hoch auf das Handwerk!
Die Arbeit von Handwerkern und Künstlern spielt in diesem Projekt eine wichtige Rolle. Das Interieur wird durch einzigartige Elemente ergänzt, die speziell für diesen Ort geschaffen wurden: ein geschweißter Tisch-Skulptur von Wawrzyniec Polcyn von der M&W Construction Group, Keramik von Hey Mimi, eine Lampe von Bluba Studio sowie ein handgefertigter Teppich von Karolina Wolska vom LUP Studio, der in der aufwendigen Tufting-Technik hergestellt wurde. Abgerundet wird das Ganze durch originelle Muster der Polsterungen und Akustikbilder, die von Natalia Balcer entworfen wurden.
Ein Ort mit zwei Gesichtern
Przełom funktioniert in zwei Modi. Tagsüber ist es ein inklusives Café – ideal für einen gemütlichen Nachtisch, Arbeit bei einer Tasse Kaffee oder eine kurze Pause. Abends verändert der Raum seinen Charakter und wird zu einer Listening Bar, in der Begegnungen bei analogen Klängen im Vordergrund stehen. Diese Dualität, die in der DNA des Lokals verankert ist, sorgt dafür, dass Przełom sowohl Kaffeeliebhabern als auch Musikbegeisterten gefällt.
Das Projekt von NABLAB ist ein Beispiel für eine Innenraumgestaltung, in der Ästhetik, Funktionalität und Akustik ein harmonisches Ganzes bilden. Przełom zeichnet sich nicht nur durch sein ausgefeiltes Design aus, sondern auch durch einen konsequenten Ansatz in Bezug auf das Musikhören.
Entwurf: Natalia Balcer / NABLAB
Fotos: Studio-Archiv
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