Die Medizinische Universität von Łódź hat vom Marschallamt der Woiwodschaft Łódź Mittel in Höhe von fast 19 Mio. PLN für die Modernisierung des historischen Gebäudes in der Narutowicza-Straße 60 erhalten. Die Renovierung wird das ehemalige Gebäude des Collegium Anatomicum umfassen und zur Schaffung eines Zentrums für Gesundheits- und Sozialinitiativen führen. Das Projekt umfasst sowohl die Renovierung des Gebäudes selbst als auch die Neugestaltung der umliegenden Flächen.
Zentrum für Bewohner und Studenten
Das geplante Zentrum wird Bildungs- und Gesundheitsaktivitäten sowie Initiativen für die lokale Gemeinschaft beherbergen. Die Einrichtung soll als Ort der Integration, Aktivierung und Förderung eines gesunden Lebensstils dienen. Zu diesem Zweck wird auch der das Gebäude umgebende Raum neu gestaltet. Es wird neue Bänke, Fahrradständer und Beleuchtung geben. Das Projekt sieht auch die Einführung einer intensiven Begrünung vor. Alle Arbeiten werden unter der Aufsicht des Naturschutzbeauftragten durchgeführt, und das Projekt soll bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein.
Geschichte des Gebäudes des Collegium Anatomicum in Łódź
Das Gebäude in der Narutowicza-Straße diente ursprünglich als Irrenhaus, das von der Christlichen Wohltätigkeitsgesellschaft Lodz betrieben wurde. Die Gesellschaft wurde 1875 gegründet und hatte die Aufgabe, den bedürftigsten Einwohnern der Stadt zu helfen. Im Jahr 1884 wurde ein Entwurf für das Gebäude erstellt, der formal von Franciszek Chełmiński, in Wirklichkeit aber von dem Architekten Otto Gehlig entworfen wurde. Die Bauarbeiten wurden 1896 abgeschlossen, und ein Jahr später fand die offizielle Einweihung statt. Das Gebäude verfügte über moderne technische Einrichtungen wie Gasbeleuchtung und Wasserversorgung sowie über eine katholische und eine evangelische Kapelle.

Die Kriegsjahre und die Veränderungen der Nachkriegszeit
Bis 1939 blieb das Gebäude in den Händen der Gesellschaft. Während der Okkupation wurde es von den deutschen Behörden übernommen und einige Räume wurden zu einem Bunker umgebaut, was zu Schäden am Gebäude führte. Nach 1945 wurde es der Universität von Lodz übergeben. Fünf Jahre später ging es in den Besitz der neu gegründeten Medizinischen Akademie, der heutigen Medizinischen Universität, über. Damals wurde in dem Gebäude das Collegium Anatomicum eingerichtet, das in den folgenden Jahrzehnten der Lehre und Forschung diente. Noch heute befindet sich in der ehemaligen Kapelle der Anstalt ein anatomisches Museum, das in der Regel nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Architektonische Details des Collegium Anatomicum in Lodz
Das Gebäude wurde auf einem langgestreckten rechteckigen Grundriss errichtet. Die Fassade wurde durch Risalite variiert, und das Ganze erhielt eine abwechslungsreiche Materialzusammensetzung. Die unteren Stockwerke waren mit Putz und Rustika verkleidet, während die oberen Stockwerke mit Ziegeln in verschiedenen Farbtönen verkleidet waren. Die Fenster des dritten Stockwerks wurden mit einer Arkade geschlossen, während das oberste Stockwerk die Form eines neuromanischen Biforiums erhielt. Der Haupteingang ist mit einem neoromanischen Portal mit einer Rosette verziert. Darüber steht der lateinische Satz „Res sacra miser“, der später durch die Inschrift „Collegium Anatomicum“ ersetzt wurde.
quelle: UM Łódź(https://lodz.pl/)
fotos: Verliebt in Lodz
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