Die ehemaligen „Neuen Bäder“ in Jastrzębie-Zdrój sind wieder schön! Das Gebäude aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mit der für Oberschlesien einzigartigen Bäderarchitektur wurde renoviert und an seine neue Funktion angepasst. Von nun an wird es den Bewohnern der Stadt und der Umgebung als einzigartiges Standesamt und Hochzeitspalast dienen.
Das ehemalige Kurbad
Das Gebäude diente ursprünglich als Sanatorium und war Teil des örtlichen Kurkomplexes. Es wurde 1913 als so genanntes „Neues Badehaus“ eröffnet. Es enthielt Badekabinen für Erwachsene und Kinder, ein Inhalatorium und Hydrotherapieräume. Im zentralen Turm befand sich ein Solebehälter, der mit seinem eigenen Druck in die Kabinen floss. In der Zwischenkriegszeit fungierte die Anlage als Bad III. Nach der Verstaatlichung im Jahr 1947 kam sie unter die Verwaltung der PPU „Ustroń-Jastrzębie“ und wurde als „Zakład Przyrodoleczniczy Łazienki II“ betrieben. Die therapeutische Tätigkeit in der Einrichtung wurde 1994 eingestellt.
Wechselnde Funktionen und Renovierung des Gebäudes
Im Jahr 2002 wurde das Gebäude für die Nutzung durch die Schlesische Universität modernisiert. Die Investitionen in Höhe von 2,12 Mio. PLN umfassten den Austausch von Installationen, den Bau von Brandschutz- und Blitzschutzanlagen sowie den Ausbau der Wasser- und Abwasserinfrastruktur. Im Untergeschoss wurden u. a. Garderoben, ein Buffet, Archive und Sanitäranlagen untergebracht, während in den oberen Stockwerken Hörsäle und Büros geschaffen wurden. Bis 2007 diente das Gebäude als Learning Activity Centre. Seit 2010 beherbergt es die Galerie für Stadtgeschichte. Das Gebäude wurde 1993 in das Register der historischen Denkmäler eingetragen.

Die ehemaligen „Neuen Bäder“ von Grund auf neu!
Bei den kürzlich abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten ging es vor allem darum, den ursprünglichen Charakter des historischen Gebäudes so weit wie möglich zu erhalten und wiederherzustellen, einschließlich zahlreicher Details. In der Haupthalle wurden die historischen Wandfliesen und Tränken belassen, die als Inspiration für die neue Innengestaltung dienten. Sie erhielten einen repräsentativeren und eleganteren Charakter. Auch am Dach wurden größere Veränderungen vorgenommen. Während der ursprüngliche Dachstuhl gerettet und erhalten werden konnte, musste die Dacheindeckung erneuert werden. Dank dieser Arbeiten verfügt das Gebäude heute wieder über ein Biberschwanzdach, wie es vor über einem Jahrhundert üblich war. Auch die Kupferkehlen und die Büffelaugengaube wurden in ihrem historischen Aussehen wiederhergestellt. Die Balustraden ähneln stilistisch den Elementen, die in anderen Teilen des ehemaligen Kurhauses zu finden sind. Weitere neue Elemente sind Fenster- und Türrahmen sowie eine Rampe für Menschen mit Behinderungen.
Investition in das Erbe von Jastrzębie-Zdrój
Der Entwurf für die umfassende Renovierung des Denkmals wurde vom Büro Architekt Studio Projektowe aus Rybnik erstellt, während die Bauarbeiten von einem Konsortium der Firmen Cora New sp. z o.o. und MMAM sp. z o.o. durchgeführt wurden. Das restaurierte Gebäude fügt sich perfekt und harmonisch in die Umgebung des Zdrojowy-Parks ein und nimmt Bezug auf die ursprüngliche Ästhetik aus dem frühen 20. Die Gesamtkosten der Investition beliefen sich auf über 13,5 Millionen PLN. Die Stadt erhielt für die Durchführung der Arbeiten Mittel aus dem Regionalen Operationellen Programm der Woiwodschaft Schlesien für den Zeitraum 2014-2020, das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert wird, in Höhe von 875.171,93 PLN.
Quelle: Architekt Studio Projektowe, slazag.pl, jaspedia.jasnet.pl
Lesen Sie auch: Architektur in Polen | Geschichte | Renovierung | whiteMAD auf Instagram | Monument

























