Żelazna Brama w Warszawie
Model bramy. Fot. Okno na Warszawę

Das Eiserne Tor heute. Ein lockeres Projekt des Portals „Okno na Warszawę” (Fenster nach Warschau).

Der Platz Żelazna Brama (Eisernes Tor) in Warschau existiert seit vielen Jahren ohne sein wichtigstes Objekt, von dem er seinen Namen hat. Das Portal Okno na Warszawę (Fenster auf Warschau) hat sich daher entschlossen, ein Amateurmodell des historischen Elements, der Eisernen Pforte, zu erstellen und es in den heutigen Stadtraum zu übertragen. Dies ist ein guter Anlass, um einen erneuten Blick auf diesen vergessenen Teil der Osi Saska zu werfen.

Die Idee des Portals „Okno na Warszawę”

Die Autoren des Portals „Okno na Warszawę” haben eine amateurhafte Visualisierung des Eisernen Tors erstellt, die auf erhaltenen Stichen basiert und es an seinem früheren Standort, d. h. auf der heutigen Achse des Lubomirski-Palastes, platziert. Das Projekt strebt keine originalgetreue Rekonstruktion an, sondern ist lediglich eine lose Darstellung eines nicht mehr existierenden Elements der ehemaligen Hauptstadt. Maßstab und Details wurden frei behandelt, was jedoch ermöglicht, die Idee selbst zu erfassen.

Modell des Tors. Foto: Okno na Warszawę

Das Eiserne Tor als krönender Abschluss der Sächsischen Achse

Das historische Eiserne Tor gehörte zu den wichtigsten Elementen der Sächsischen Achse und markierte den westlichen Eingang zum Sächsischen Garten. Es befand sich in der Nähe des heutigen Tadeusz-Kościuszko-Denkmals, unweit des umgebauten Lubomirski-Palastes. Über diese außergewöhnliche Operation haben wir HIER berichtet. Der Garten wurde ab dem 18. Jahrhundert angelegt. Er hatte einen ausgeklügelten geometrischen Grundriss, dessen Hauptachse durch das berühmte Tor abgeschlossen wurde. Der Bau wurde 1735 auf Initiative von König August II. fertiggestellt, und die Urheberschaft wird einem Kreis von Architekten zugeschrieben, die mit dem sächsischen Hof verbunden waren, darunter Matthäus Daniel Pöppelmann, Carl Friedrich Pöppelmann oder Joachim Daniel Jauch.

Die Sächsische Achse – ein Werk des Warschaus des 13. Jahrhunderts

Was war die Sächsische Achse eigentlich? Im 18. Jahrhundert war sie als das ehrgeizigste städtebauliche Projekt Warschaus bekannt. Sie wurde als repräsentative Residenz- und Gartenanlage für den König geplant. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, den Stadtraum nach den Prinzipien der barocken Symmetrie und Perspektive zu ordnen und die Position der Wettiner-Dynastie zu unterstreichen. Der Grundriss basierte auf einer langen Sichtlinie, die von der Weichsel über den Saski-Palast und den Saski-Garten bis zum westlichen Ende, das durch das Eiserne Tor abgeschlossen war, verlief. Die Achse diente als zeremonielle und Spazierroute für den Hofstaat und die Elite, später auch für die Warschauer Bevölkerung. Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und die Umbauten der Nachkriegszeit sind bis heute nur noch Fragmente der ursprünglichen Komposition erhalten geblieben.

Żelazna Brama w Warszawie
Die Saska-Achse im Jahr 1831. Foto: Public Domain

Das Eiserne Tor und sein Schicksal

Kehren wir zum Eisernen Tor zurück, genauer gesagt zu seinem Namen. Dieser war ziemlich irreführend, da Metall nur in wenigen Elementen des Bauwerks verwendet wurde. Die gesamte Hauptkonstruktion war in einen massiven Steinrahmen eingebettet, der mit Symbolen der königlichen Macht verziert war, darunter die Wappen der Krone und des Großfürstentums Litauen sowie das Wappen der Wettiner-Dynastie. Nur die seitlichen Gitter und Flügel des Tores waren aus Gusseisen gefertigt und mit geometrischen Mustern im unteren Teil und vertikalen Stäben mit Spitzen verziert. Im 19. Jahrhundert erhielt der Garten eine neue Umzäunung, und die ursprünglichen Pfeiler wurden durch Metallpfeiler ersetzt. Kurz darauf wurde das Tor aufgrund der Erweiterung des nahe gelegenen Marktplatzes weiter in den Garten hinein versetzt. In den 1930er Jahren wurde es vollständig demontiert und als historisches Exponat ausgestellt.

Ein wichtiges Element des alten und modernen Warschaus

Das Eiserne Tor verschwand während des Zweiten Weltkriegs und wurde nie wiedergefunden. Historiker neigen meist zu der These, dass es für die Bedürfnisse der deutschen Rüstungsindustrie eingeschmolzen worden sein könnte. Seine Spuren sind jedoch in der Topographie der Stadt erhalten geblieben. Der Name des Platzes ist erhalten geblieben, und die zwischen 1965 und 1972 erbaute riesige Wohnsiedlung trägt den Namen „Za Żelazną Bramą” (Hinter dem Eisentor). In diesem Zusammenhang ist die zeitgenössische Visualisierung von Okno na Warszawę (Fenster nach Warschau) eine Art Kommentar zu dieser großen Geschichte. Die 3D-Rekonstruktion des Bauwerks kann uns das Aussehen dieses legendären Elements der Achse vor Augen führen und gleichzeitig einen Anstoß geben, über seine Erinnerung nachzudenken, sei es in Form eines Denkmals oder eines Modells. Schließlich war und ist das Eiserne Tor ein wichtiger Bestandteil der Identität der Warschauer.

Żelazna Brama w Warszawie
Modell des Eisernen Tors und des Großen Salons, präsentiert auf der Ausstellung der Miniaturen der Woiwodschaft Masowien. Foto: mamik/fotopolska.eu, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Quelle: Okno na Warszawę, wawamaniak.wordpress.com,warszawska.info

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Der Saski-Garten und seine Umgebung im Jahr 1768 und 2023. Das Eiserne Tor ist rot markiert. Foto: mapa.um.warszawa.pl

Das Tor auf einer Skizze aus dem Jahr 1735, übertragen auf ein 3D-Modell. Foto: Staatsarchiv der Hauptstadt Warschau und Okno na Warszawę

Der Platz Żelazna Brama heute und ergänzt um ein Modell des Tors. Foto: Google Maps und Okno na Warszawę