Das Flair eines Altbaus in einer Wohnung am Kabacki-Wald

Die neue, 135 m² große Wohnung am Kabacki-Wald, entworfen von Ewa Wolańska vom Architekturbüro Perfect‑Living, ist ein Beispiel dafür, wie moderne Architektur das Flair der vor dem Krieg erbauten Mietshäuser wieder aufleben lassen kann. Direkt am Kabacki-Wald gelegen, mit Blick auf Grünflächen und niedrige Bebauung, wurde sie zu einem Zuhause für eine junge Familie, die nach einer Verbindung aus modernen Lösungen und der für das alte Warschau charakteristischen Innenraumatmosphäre suchte.

Die Architektin setzte auf einen eklektischen Ansatz, der auf den einfachen Formen des Modernismus und natürlichen Materialien basiert. Genau diese Elemente prägen den Charakter der Wohnung, in der jedes Detail im Hinblick auf Funktionalität und den Alltagskomfort aller Bewohner durchdacht wurde.

Grundriss für eine Familie mit zwei Kindern

Den Mittelpunkt der Wohnung bildet ein über 50 Quadratmeter großer Wohnbereich, der das Wohnzimmer und die Küche mit einer hervorragend gestalteten Speisekammer umfasst. Von diesem Bereich aus gelangt man auf die Terrasse, was den Kontakt zur umgebenden Natur zusätzlich verstärkt. Der private Bereich ist klar abgetrennt – er umfasst zwei Kinderzimmer, das Hauptschlafzimmer mit Ankleidezimmer, ein Arbeitszimmer, zwei Badezimmer sowie einen großen, fast 10 Meter langen begehbaren Kleiderschrank, der mit einer Waschküche und einem zusätzlichen Abstellraum verbunden ist.

Erste Veränderungen

Das Projekt beschränkte sich nicht auf die Neugestaltung des bestehenden Raums. Der Ankleideraum am Eingang wurde in ein Heimbüro umgewandelt, das Badezimmer neben dem Elternschlafzimmer erhielt die Funktion eines privaten Ankleideraums, und im privaten Bereich wurde ein zusätzlicher Abstellraum abgetrennt. Dank dieser Umgestaltungen entspricht die Wohnung nun besser den Bedürfnissen einer vierköpfigen Familie.

Die größte Herausforderung stellte die schräge Anordnung des Wohnzimmers im Verhältnis zur Küche und dem Rest der Wohnung dar. Um die optische Einheitlichkeit zu wahren, wurde der Bodenbelag in zwei Richtungen verlegt – im Wohnzimmer und im Flur wechselt er die Ausrichtung, was es ermöglichte, den Raum optisch zu ordnen und seinen Charakter zu unterstreichen.

Die interessantesten Lösungen

Die Architektin setzte auf warme Weißtöne, Nussbaumfurnier sowie Blau- und Terrakottatöne. In der Küche zieht der orangefarbene Smeg-Kühlschrank die Blicke auf sich und setzt einen energiegeladenen Akzent. Die Kücheneinrichtung mit furnierten Fronten und die große Kücheninsel wirken trotz ihrer Größe nicht erdrückend. Ein wichtiges Element ist auch das durchbrochene Regal, das vor einer Wand in derselben Farbe steht, was dem Raum Leichtigkeit verleiht und ein interessantes Gestaltungsdetail bildet.

Im Entwurf finden sich außerdem Flowerpot-Lampen, Kartell-Beistelltische, ein restaurierter dänischer Tisch mit Stühlen sowie Fliesen von Wowdesign. Die Eigentümer haben einige Vintage-Möbel aus ihrer früheren Wohnung mitgebracht – diese stellen subtile Bezüge zu den Innenräumen von Mietshäusern her, die für die Architektin die wichtigste Inspirationsquelle waren. Die Wand neben der Küche ziert unter anderem eine alte Uhr, die nun an dem Ort die Zeit anzeigt, der das Herzstück der Familienzusammenkünfte bildet.

Entwurf: Ewa Wolańska – Perfect-Living

Fotos: Kamil Lech – Digital Estate Studio

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