Das Gemeindeamt kann schön sein. So wurde das Gebäude in Węgierska Górka umgebaut.

Die Modernisierung des Gemeindeamtes in Węgierska Górka ist eines dieser Projekte, die nicht versuchen, ihre Umgebung zu dominieren, sondern sich bewusst in den lokalen Kontext einfügen und den tatsächlichen Bedürfnissen der Einwohner entsprechen. Verantwortlich für das Projekt ist das Architekturbüro Wiewióra & Golczyk Architekci unter der Leitung von Maciej Wiewióra – einem Architekten, der in dieser Gemeinde lebt und arbeitet. Diese Nähe spiegelt sich in der Herangehensweise an das Projekt wider: pragmatisch, verantwortungsbewusst und nutzerorientiert.

Der Umbau des Verwaltungsgebäudes ist Teil eines größeren städtebaulichen Konzepts, das die Boulevards am Fluss Soła, den Sport- und Schwimmkomplex Aqua Relax und ein Amphitheater mit Veranstaltungsplatz umfasst. In diesem Zusammenhang fungiert die Behörde als erste Anlaufstelle, und ihre Architektur muss klar, zugänglich und den Veränderungen im öffentlichen Raum angemessen sein.

Węgierska Górka ist für uns ein besonderer Ort. Wir leben hier, daher sind die Einwohner und unsere Nachbarn die nächsten Adressaten unserer Architektur, sagen die Architekten.

Neue Funktionalität und bessere Zugänglichkeit

Das modernisierte Gebäude behält seine bisherige Bestimmung, erhält jedoch Lösungen, die den Nutzungskomfort und die Arbeitsorganisation verbessern. Das wichtigste Element ist ein Personenaufzug, der alle oberirdischen Stockwerke verbindet – entscheidend für die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen und Senioren. Gleichzeitig wurden die Toiletten für Besucher im Erdgeschoss umgebaut, und die repräsentativen Räume – der Trausaal und der Sitzungssaal – wurden vergrößert und bieten nun einen Blick auf die Beskiden.

Wir entwerfen mit Blick auf die Menschen und für die Menschen, und das Verwaltungsgebäude ist einer der alltäglichsten Kontaktpunkte der Einwohner mit der Gemeinde – fügen die Autoren des Entwurfs hinzu.

So sah das Gebäude VOR dem Umbau aus:

Es wurden auch Änderungen aufgrund der aktuellen Brandschutzvorschriften vorgenommen, darunter der Umbau des Treppenhauses und die Modernisierung der Inneninstallationen. Alle Arbeiten wurden so geplant, dass die Funktionalität des Gebäudes zu vertretbaren Kosten deutlich verbessert werden konnte.

Deutlich abgegrenzte Eingangsbereich

Eines der auffälligsten Ergebnisse des Umbaus ist der neue Eingangsbereich, der die Fassade des Gebäudes aufwertet und ihm einen modernen Charakter verleiht. Die Überdachung der Außentreppe verbessert die Sicherheit und den Komfort und bietet auch Platz für Fahrräder. Im Eingangsbereich wurde natürliches Fichtenholz von lokalen Lieferanten verwendet – ein Material, das das Gebäude wärmer wirken lässt und seine Verbindung zur Region stärkt.

Dominierend in der neuen Komposition ist der mit Architekturbetonplatten verkleidete Aufzugsschacht. Er bildet den Hintergrund für das Wappen der Gemeinde und ordnet gleichzeitig die Silhouette des Gebäudes. Leichtigkeit verleihen die Verglasungen im Fassadensystem, die das Gebäude zur Umgebung hin öffnen.

Durchdachte Erweiterung und klare Form

Auf der Nordseite wurde ein Teil des Stockwerks nach vorne versetzt, wodurch der Sitzungssaal vergrößert und ein Vordach über dem Eingang zur Gemeindebibliothek geschaffen wurde. Eine einzige räumliche Entscheidung erfüllt mehrere Funktionen und verbessert sowohl die Innenräume als auch die Qualität des Raums um das Gebäude herum. Das Ganze wird durch ein neues, dunkles Dach mit Aluminium-Stehfalzblech abgeschlossen. Die Anzahl der Dachflächen wurde reduziert und die Dachgauben wurden neu gestaltet, um die Form optisch zu ordnen und ihr ein einheitliches, modernes Aussehen zu verleihen.

Die Fassaden wurden in einer gedämpften Graupalette gehalten, ergänzt durch Holz und Architekturbeton. Diese Materialien bilden einen ruhigen Hintergrund für neue Akzente und ordnen gleichzeitig das Bild des Gebäudes, das nach der Modernisierung klarer und harmonischer wirkt.

Entwurf: Maciej Wiewióra, Wiewióra & GolczykArchitekci

Fotos: Dorota Cembala

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