Das Haus von Konstancja Gładkowska in Skierniewice (im Volksmund „Lärchen-Herrenhaus“ genannt) ist das älteste Gebäude dieser Art in der Stadt. Im Jahr 2022 wurde seine umfassende Renovierung abgeschlossen, woraufhin es seinen Glanz zurückerlangte und zum Sitz einer Abteilung des Jan-Olszewski-Historischen Museums von Skierniewice wurde. Die Ausstellung der Einrichtung konzentriert sich auf die Geschichte der ehemaligen Bewohnerin des Hauses und ihre Beziehung zu Frédéric Chopin.
Das Gładkowska-Haus in Skierniewice – die Anfänge
Das Gebäude entstand höchstwahrscheinlich im 18. Jahrhundert und diente in den folgenden Jahren als Wohnhaus, das in mehrere separate Wohnungen unterteilt war und mit vielen Persönlichkeiten aus der Welt der Kultur in Verbindung stand. Die bedeutendste Persönlichkeit unter ihnen war die Opernsängerin Konstancja Gładkowska (1810–1889), privat die jugendliche Muse und erste Liebe von Frédéric Chopin. Die Frau verbrachte hier den letzten Abschnitt ihres Lebens. Ihre Anwesenheit in dem Haus in der Floriana-Straße 4 hatte einen enormen Einfluss auf die spätere Wahrnehmung des Gebäudes. Neben Gładkowska waren im „Herrenhaus“ Künstler, Schriftsteller und Vertreter kreativer Kreise zu Gast, darunter Personen, die mit der Warschau-Wien-Bahn und dem künstlerischen Leben der Epoche verbunden waren. Im Laufe der Zeit kam das geschichtsträchtige Gebäude unter die Obhut öffentlicher Institutionen und begann, als Gedenkstätte zu dienen, die seit den 1980er Jahren schrittweise ausgebaut wurde. Im Laufe seiner Geschichte beherbergte es unter anderem den Verein der Freunde von Skierniewice und die Historische Kammer von Skierniewice.

Renovierung des Gebäudes in der Floriana-Straße 4
Lange Zeit befand sich das Haus in einem sehr schlechten Zustand, und seine Bauteile wurden von Jahr zu Jahr schwächer und instabiler. Schließlich war der Verschleiß der Holzbauteile so groß, dass die Entscheidung für eine umfassende Sanierung getroffen wurde, die auch die tragenden Elemente des Gebäudes umfasste. Vor Beginn der Renovierung wurden Experten für Baupilzkunde sowie erfahrene Zimmerleute hinzugezogen, um den Zustand des Holzes zu beurteilen. Diese stellten fest, dass Teile der Konstruktion, der Fußböden und des Daches ausgetauscht werden mussten. Als Investor fungierte die Stadt Skierniewice, die 260.000 PLN aus dem Programm „Denkmalpflege 2021“ erhielt. Dies ermöglichte den Beginn der Arbeiten im Juli 2021 und die Sicherung des Gebäudes vor weiteren Schäden. Überraschenderweise ergaben die im Rahmen der Arbeiten durchgeführten Analysen, dass das Gebäude aus Kiefernholz und nicht aus Lärchenholz errichtet wurde, wie man in der lokalen Überlieferung jahrelang angenommen hatte.

Umfang der Arbeiten und Ablauf der Renovierung
Die wesentlichen Bauarbeiten begannen in der zweiten Hälfte des Jahres 2021. Zunächst wurden die Fundamente verstärkt und der unterirdische Teil des Hauses instand gesetzt. Anschließend wurden die Grundmauern, die Giebelwände, beschädigte Pfosten und Balken ausgetauscht, und das Dach erhielt eine komplett neue Konstruktion einschließlich Dachschalung und Blechbedachung. Im Rahmen der Grundstückserschließung wurde die südliche Veranda entlang der Kontur der bestehenden Fundamente wieder aufgebaut. Die Innenräume des „Lärchen-Landhauses“ der Familie Gładkowska wurden mit neuen Installationen ausgestattet, neue Fußböden und Putz wurden verlegt, und die einzelnen Räume wurden für neue, hauptsächlich ausstellungsbezogene Funktionen vorbereitet. In vielen Fällen waren alte Bauteile aufgrund des fortgeschrittenen Verfalls des Holzes, das bei Berührung zerbröckelte, nicht mehr wiederverwendbar. Die Teile, die noch ausreichend stabil waren, wurden gereinigt, konserviert und wiederverwendet. Zuvor wurden sie markiert und demontiert. Die Arbeiten wurden von einem von der Kommunalverwaltung ausgewählten Auftragnehmer durchgeführt und vom Denkmalschutzbeauftragten gemäß dem genehmigten Sanierungsprojekt überwacht.

Das Gładkowska-Haus in Skierniewice nach der Renovierung
Die Umsetzung des Projekts erwies sich als finanziell anspruchsvoller als ursprünglich angenommen, vor allem aufgrund des Ausmaßes der während der Arbeiten festgestellten Schäden. Die endgültigen Kosten beliefen sich auf über 3,4 Millionen Zloty, wobei ein erheblicher Anteil aus öffentlichen Mitteln stammte, darunter Ministerialzuschüsse und Unterstützung durch den Denkmalschutzbeauftragten. Die Arbeiten wurden nach Abschluss aller technischen Abnahmen im Jahr 2022 beendet. Das renovierte Gebäude erhielt neue Fassaden, neue Fenster und Türen sowie behindertengerechte Einrichtungen. Das Ergebnis der Renovierung begeisterte jedoch nicht jeden. Für einen Teil der Einwohner war die Veränderung des Erscheinungsbildes des Denkmals zu drastisch, vor allem aufgrund der Abkehr von der früheren, strengeren Ästhetik des Holzes.

Das Landhaus von Konstancja Gładkowska
Nach der Renovierung zog eine Abteilung des Jan-Olszewski-Historischen Museums von Skierniewice in das Gebäude ein, die unter dem Namen „Landhaus von Konstancja Gładkowska“ firmiert. Die Einrichtung hat einen intimen Charakter und dient als Ausstellungsraum sowie als Ort für kulturelle Veranstaltungen. Die Innenräume sind für eine Ausstellung gewidmet, die Konstancja Gładkowska und ihrer jugendlichen Beziehung zu Frédéric Chopin gewidmet ist, ergänzt durch den Kontext der Romantik und pädagogische Materialien. Der Betrieb nach der Wiedereröffnung begann im Februar 2023 mit der Sonderausstellung „Chopins Präludium“. Neben der Ausstellung finden hier Konzerte, Begegnungen und temporäre Präsentationen statt, und das Gebäude selbst dient auch als kleiner Musiksalon.
Quelle: Museum Skierniewice
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Das Denkmal vor und nach der Renovierung. Foto: Maciej Czarnota – www.foto.czarnota.org
Das Haus früher und heute. Foto: Museum Skierniewice







