Wielki Dom Glückerta
źródło: Institut Mathildenhöhe, Photo: Gregor Schuster

Das Große Haus von Glückert: ein Meisterwerk des Jugendstils in Darmstadt

Das Große Haus von Glückert gehört zu den wertvollsten Jugendstildenkmälern in der deutschen Stadt Darmstadt. Bis heute begeistert es durch seine formale Kohärenz, die außergewöhnliche Liebe zum Detail und die Kühnheit in der Aufteilung und Gestaltung der Innenräume. Das Gebäude wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Joseph Maria Olbrich als repräsentative Ausstellungsvilla entworfen.

Das Große Glückert-Haus und seine Umgebung

Das Große Glückert-Haus entstand in den Jahren 1900-1901 als größtes Wohnhaus, das auf der Kunstausstellung 1901 präsentiert wurde. Nach seiner Fertigstellung wurde es vom Hersteller von Hofmöbeln, Julius Glückert, erworben, der die Villa zur Präsentation der innovativen Innenausstattung seiner eigenen Manufaktur nutzte. Das Objekt war zusätzlich von einem weitläufigen Garten umgeben, und jede der vier Fassaden erhielt eine andere, charakteristische Gestaltung. Besonders hervorzuheben sind die Nord- und Südgiebelwand, die mit großen Fenstern und einem Pflanzenrelief in hellen, zarten Farbtönen verziert sind.

Olbrichs Jugendstil-Eingang

Der Eingangsbereich des Hauses wurde gegenüber der Straße zurückversetzt und durch eine kleine Treppe ergänzt. Dies sollte den zeremoniellen Charakter des Gebäudes unterstreichen. Das Portal in Form des griechischen Buchstabens Omega führt durch eine tiefe, mit vergoldeten Ornamenten verzierte Nische ins Innere. Ein leicht gebogenes Gitter aus Schmiedeeisen, kombiniert mit transparentem Glas, lädt hell und offen zum Betreten ein. Dieses kunstvolle Element unterstreicht Olbrichs Meisterschaft im Umgang mit Material und Form.

Wielki Dom Glückerta
Quelle: Institut Mathildenhöhe, Foto: Gregor Schuster

Glückerts großes Haus – Innenräume

Das Herzstück des Hauses ist der repräsentative Salon, der als Hauptraum für das gesellschaftliche Leben seiner wohlhabenden Bewohner konzipiert wurde. Über dem Kamin erstreckt sich eine beeindruckende Wanddekoration mit Pflanzenmotiven in Pastelltönen von Blau, Grün und Orange. Zu beiden Seiten sind stilisierte Pfauenfedern zu sehen, die dezent in die Lampenfassungen integriert sind. Die Ornamente erinnern an die flachen Muster aus den Werken von William Morris und den frühen Tapeten der Arts-and-Crafts-Bewegung.

Beständigkeit und heutige Funktionen der Villa

Der Architekt Julius Glückert hat die Innenausstattung der Villa mehrmals verändert, wobei die letzten Änderungen im repräsentativen Salon im Hinblick auf die Ausstellung im Jahr 1908 vorgenommen wurden. Fragmente dieser Ausstattung sind heute im Künstlerkolonie-Museum zu sehen. Das Haus überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt und behielt trotz seiner vielfältigen Funktionen im Laufe der Jahre seine ursprüngliche Form und die wertvollsten Jugendstil-Details. Im Jahr 1965 wurde die Ausstattung des Hauptraums nach den Entwürfen von Olbrich rekonstruiert. Bis heute sind auch die ursprüngliche Steinmauer mit schmiedeeisernen Elementen und das mit Blattmotiven verzierte Tor an der Treppe erhalten geblieben. Derzeit beherbergt die Villa den Sitz der Deutschen Akademie für Sprache und Literatur und ist seit 125 Jahren ein lebendiges Zeugnis der Schönheit des Jugendstils.

Quelle: mathildenhoehe.de

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