„Das Grüne Haus“ in Astana. Ein Interieur voller Farben, Licht und Emotionen

In einer der Einfamilienhaussiedlungen in Astana entstand ein Haus, das sich kaum allein unter ästhetischen Gesichtspunkten beschreiben lässt. Der Entwurf von Albin Serikbayev erzählt von einer Veränderung des Lebensrhythmus, dem Bedürfnis nach Ruhe und der allmählichen Abkehr vom kühlen Minimalismus hin zu einem emotionaleren, weicheren und farbenfrohen Interieur. Das 177 m² große Haus wurde für seine Besitzer zum symbolischen Beginn einer neuen Lebensphase.

Ein Haus, das Emotionen widerspiegeln sollte

Wie die Designerin zugibt, war das erste gemeinsame Projekt mit den Bauherren eine minimalistische, monochrome Wohnung. Diesmal schlug die Richtung ganz anders aus. Die Eigentümer wollten einen persönlicheren Raum schaffen – einen, der ihren inneren Zustand nicht nur durch Accessoires, sondern vor allem durch die Atmosphäre des gesamten Hauses widerspiegelt.

Ausgangspunkt war die Farbe. Inspiration lieferten kleine Elemente aus dem Alltag der Bewohner: ein rosa Retro-Wasserkocher der Marke Smeg, Keramik im Stil von Bitossi Home sowie ausdrucksstarke Bilder und Terrakotta-Akzente in den Innenräumen. Die natürliche Wahl fiel auf Grün – eine Farbe, die mit Ausgeglichenheit, Ruhe und der Nähe zur Natur assoziiert wird.

Grün als Leitmotiv

Bereits der Eingangsbereich prägt die Atmosphäre des Hauses. Die Designerin verwendete hier Fliesen von Gayafores Musa Grey, die dem Raum Dynamik verleihen und einen starken kompositorischen Akzent setzen.

Das Herzstück des Hauses bildet der offene Wohnbereich mit Küche und Wohnzimmer, die durch eine geriffelte Schiebewand voneinander getrennt sind. Die grünen Küchenfronten sind eine Weiterführung der Idee des „Grünen Hauses“, doch das Interieur behielt seine Leichtigkeit, da auf eine vollständige Einbauweise der Oberschränke verzichtet wurde. Dieser Schritt entlastete den Raum optisch und bewahrte trotz der intensiven Farbgebung den Eindruck von Geräumigkeit.

Im Esszimmer wurde Naturholz mit dem sanften Licht der Lampe „Nabila“ der Marke Tooy kombiniert, die vom Design der 50er Jahre inspiriert ist. Das Gesamtbild schafft eine Atmosphäre, die ruhige Abende und tägliche Zusammenkünfte am Tisch begünstigt.

Funktionalität, die sich in den Details verbirgt

Das Innendesign basiert nicht nur auf Emotionen und Farbe, sondern auch auf durchdachten funktionalen Lösungen. Besonderes Augenmerk wurde auf den Treppenbereich gelegt, unter dem es gelungen ist, den Hauswirtschaftsbereich zu verbergen. Dort entstand Platz für eine Katzentoilette mit natürlicher Belüftung sowie eine Ladestation für den Reinigungsroboter. Dadurch stören die Nutzfunktionen nicht die optische Einheitlichkeit des Interieurs.

Den Gästebereich schließt ein kleines Badezimmer mit einer Fototapete ab, die eine Waldlandschaft zeigt. Der gemütliche Raum und das Panorama-Motiv schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und schirmen die Bewohner fast vollständig vom städtischen Trubel ab.

Der private Bereich der Bewohner

Im Obergeschoss befinden sich die privaten Bereiche: das Hauptschlafzimmer mit Ankleidezimmer und Bad, das Arbeitszimmer des Hausherrn sowie das Kinderzimmer.

Das Arbeitszimmer ist in einem tiefen Blauton gehalten, der die Konzentration fördert und visuelles Chaos reduziert. Der Charakter des Raumes wird durch eine Reproduktion eines Werks von Banksy unterstrichen, die einen starken Akzent in der gesamten Raumgestaltung setzt.

Das Hauptschlafzimmer knüpft subtil an die Ästhetik des Soft-Provence-Stils an. Hier finden sich weiche Formen, helle Farben und elegante Details, darunter ein Bett der Marke Dall’Agnese und ein Schminktisch von Conte Tako.

Besonders persönlich gestaltet ist das Kinderzimmer. Ursprünglich für ein Kind entworfen, wurde es mit der Nachricht über den Familienzuwachs behutsam an die Bedürfnisse von zwei Kindern angepasst. Die Designerin kombinierte Grasgrün mit Puderrosa und schuf so einen leichten, subtilen und energiegeladenen Raum. Ein charakteristisches Element des Interieurs sind die Bonaldo Picabia-Betten, deren Form der Einrichtung kindliche Unbeschwertheit verleiht.

Das Zuhause als emotionaler Zustand

„Das Grüne Haus“ ist nicht nur ein ästhetisches Projekt. Es ist ein Interieur, das um Emotionen, alltägliche Rituale und das Bedürfnis, das eigene Lebenstempo zu finden, herum geschaffen wurde. Grün, natürliche Materialien und sanftes Licht schaffen eine Atmosphäre der Ruhe, die – wie die Designerin betont – an einen inneren Frühling erinnert, unabhängig von der Jahreszeit.

Entwurf: Albina Serikbayeva

Fotos: Roman Yakunin, Sofiya Klyonova

Innenausstattung: Aizhan Abdullina

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