Das Wohnhaus in der Wspólna-Straße 63 in Warschau wurde in das Denkmalregister aufgenommen und erweitert damit den Kreis der unter Denkmalschutz stehenden Bauwerke von Marek Leykam. Das Objekt entstand in den 1950er Jahren als Teil eines Komplexes, der für die Zentrale des Büros für Studien und Projekte im Industriebau entworfen wurde. Die Entscheidung, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen, traf der Denkmalschutzbeauftragte der Woiwodschaft Masowien, Marcin Dawidowicz.
Ein Wohnbauprojekt im Werk von Marek Leykam
Das Haus an der Wspólna-Straße 63 entstand im Rahmen des Wiederaufbaus der Warschauer Innenstadt nach dem Krieg an der Stelle zerstörter Mietshäuser. Es war Teil eines größeren Komplexes des Zentralbüros für Studien und Projekte im Industriebau, der am 8. Januar 2026 in das Denkmalregister aufgenommen wurde. Für Marek Leykam, einen Architekten, der vor allem für seine Entwürfe öffentlicher Gebäude bekannt ist, war dies ein außergewöhnliches Projekt. Das Wohngebäude ergänzte die Funktion des Komplexes und stellte Wohnraum für die Mitarbeiter der Institution bereit.
Wspólna 63: Auf der Suche nach einer neuen Architektursprache
Der Entwurf entstand in einer Zeit intensiver städtebaulicher Veränderungen in der Hauptstadt. Leykam passte den Maßstab des Gebäudes an die historische Bebauung der Straße an und wich gleichzeitig von den für die Vorkriegswohnhäuser typischen Mustern ab. Er verzichtete auch auf den damals vorherrschenden Sozialistischen Realismus. Bei der Konstruktion wurde für die damalige Zeit modernes Stahlbeton verwendet, und an der Fassade entstanden Außengalerien. Leykam entwarf ein Gebäude, das den bestehenden städtischen Kontext respektierte und zugleich nach neuen Formen für die Architektur des wiederaufgebauten Warschaus suchte.

Lichtspiel, Rhythmus der Fassade und Details
Die Form des Gebäudes ist im Gesamtkonzept sehr ungewöhnlich. Der kompakte Baukörper erhielt seinen charakteristischen Ausdruck durch die breite Treppe, den Rücksprung gegenüber der Baufluchtlinie und die hohen Schaufenster im Erdgeschoss. In den oberen Stockwerken entstanden die bereits erwähnten Galerien, deren durchbrochene Balustraden einen Kontrast zu den glatten Wandabschnitten bildeten. Im ursprünglichen Entwurf sollte ein Teil der Fassade mit Putz und großen rechteckigen Paneelen verkleidet werden. Das Zusammenspiel von geschlossenen und offenen Flächen erzeugte einen Hell-Dunkel-Effekt und verlieh der Fassade Dynamik. Ein ähnlicher Effekt ist vom Innenhof aus zu sehen, wo große, ungeteilte Fenster für maximalen Lichteinfall in die Wohnungen sorgten.
Wspólna 63 und ihr verborgener Wert
Auch die Ausstattungselemente des Gebäudes zeugen von seinem großen Wert. In den Innenräumen ist ein Keramikboden erhalten geblieben, der mit Lastriko-Elementen verziert ist und sich durch ein modernes, fast grafisches Muster auszeichnet. Bemerkenswert sind auch die schlichte, originelle Balustrade des Treppenhauses, die stufenförmigen Einfassungen um die Schaufenster sowie die vorgefertigten Betonsprossen. Nach Ansicht des Denkmalpflegers Marcin Dawidowicz macht gerade diese Verbindung von historischen Werten mit hochwertiger Architektur dass das Haus in der Wspólna-Straße 63 ein wichtiges Zeugnis des Wiederaufbaus Warschaus nach dem Krieg und der kreativen Suche von Marek Leykam (1908–1983) ist.
Quelle:Denkmalschutzbeauftragter der Woiwodschaft Masowien
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