Das Haus unter dem Neger ist ein barockes Mietshaus in der Szafarnia-Straße 3 in Gdańsk. Es wurde zwischen 1727 und 1728 von Krzysztof Strzycki erbaut, einem Steinmetz, der als einer der talentiertesten Handwerker im Danzig des 18. Jahrhunderts galt. Das Gebäude wurde in unmittelbarer Nähe seiner Werkstatt errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das wertvolle Gebäude zerstört, aber es überlebte den Wiederaufbau.
Architektur und Innenarchitektur
Das von Strzycki entworfene kleine Stadthaus erinnerte im Stil an vorstädtische Patrizierwohnungen. Die Fassade des Hauses wurde mit zahlreichen skulpturalen Details bereichert. Dazu gehörten Sphinxfiguren auf Sockeln, ein reiches Portal mit dem Wappen des Besitzers und dekorative Putten. Strzycki fügte in das Wappen als Familiensymbol das Bild eines Negerkopfes auf goldenem Grund ein. Dieses Motiv wurde später auf das gesamte Gebäude übertragen. Das Gebäude war 7 m lang und 14 m breit, und das Ganze war mit einem abgewalmten Mansardendach bedeckt. Auf der Vorderseite grenzte es an die Szafarnia-Straße, auf der Rückseite an den Stępkarski-Kanal. Die reich verzierte Fassade des Gebäudes war ein Vorbote der ebenso prächtigen Innenräume. Die überlieferten Beschreibungen enthalten Informationen über geschnitzte Portale, einen Marmorkamin, Stuck und andere Dekorationen. Die Räume waren mit eingelegten Türen, gesprenkelten Böden und dekorativen Decken ausgestattet.
Das Haus unter der Amsel – Schicksal nach dem Tod von Strzycki
Nach Strzyckis Tod im Jahr 1753 wechselte das Haus mehrmals den Besitzer. Im 19. Jahrhundert diente es als Quartier für Offiziere der Danziger Garnison, später gehörte es dem Bildhauer Johann Heinrich Norden, der darauf achtete, dass die Innenausstattung erhalten blieb. Im März 1945 wurde das Gebäude fast vollständig zerstört. Nur Fragmente des Erdgeschosses, ein Teil der Vorderwand und einzelne Details blieben erhalten. Einige von ihnen, darunter die Tafeln mit den drei Grazien und Sphinxen, wurden bei der Renovierung eines anderen Danziger Mietshauses in der Długi-Targ-Straße 8 verwendet. Das Nachbarhaus blieb in einem wesentlich besseren Zustand erhalten.

Rekonstruktion und neue Funktionen
Der Wiederaufbau des Hauses unter der Amsel erfolgte zwischen 1959 und 1966, unter anderem auf der Grundlage von Vorkriegsfotografien von Oskar Strycky, einem Nachfahren von Krzysztof Strzycki. Die Rekonstruktion umfasste die Wiederherstellung der Fassade (mit einigen Änderungen, u. a. bei den Fensterproportionen) und die Anpassung der Innenräume an die Nutzung als Büro. Im Jahr 1967 wurde das rekonstruierte Gebäude in die Denkmalliste eingetragen. Viele Jahre lang wurde es von der Arbeiterferienkasse verwaltet, aber aufgrund fehlender Mittel wurden keine regelmäßigen Restaurierungsarbeiten durchgeführt, was zu einer Verschlechterung des technischen Zustands des Gebäudes führte. Im Jahr 1999 gingen das Mietshaus und das Nachbargebäude in Privatbesitz über. Der neue Eigentümer beschloss, das Haus unter der Amsel in ein exklusives Hotel umzubauen. Das Projekt für den Umbau wurde vom Architekturbüro Portal ausgearbeitet, und die Arbeiten wurden unter der Aufsicht des Konservators durchgeführt.
Das Haus unter der Amsel heute
Das Hotel Podewils hat seinen Betrieb in den beiden angrenzenden Stadthäusern im Jahr 2001 aufgenommen. Das Gebäude verfügt über zehn Zimmer, ein Restaurant und eine Bar im Stil einer Seekneipe. Trotz seiner neuen Funktion hat das Gebäude seinen historischen Charakter beibehalten. Es ist immer noch als „Haus unter dem Neger“ bekannt, was auf das Wappen seines Erbauers und die bewegte Geschichte dieses zweifellos einzigartigen Danziger Wohnhauses verweist.
Quelle: rekonstrukcjeiodbudowy.pl, gdansk.gedanopedia.pl
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Das Haus unter der Amsel in den Jahren 1925 und 2024. Quelle: Yanek/photopolska.eu und Google Maps
Portal des Gebäudes, Nachkriegszeit und heute. Quelle: Fotomemoria und PAX/photopolska.eu








