Die Innenausstattung wurde von Anna Pilawska-Sita und Agnieszka Mizera entworfen. Das Doppelhaus befindet sich in Posen. Die von den Architektinnen vorgeschlagene Gestaltung spiegelt den Charakter und den Lebensstil der Bewohner wider. Das Projekt umfasste das gesamte Erdgeschoss sowie das erste Obergeschoss – vom offenen Wohnbereich über die Badezimmer bis hin zu den privaten Schlafzimmern – und schuf so einen einheitlichen, konsequent geplanten Raum.
Der Stil des Hauses ergibt sich direkt aus der Persönlichkeit der Bauherren. Industrielle Elemente, kräftige Farbakzente und rohe Materialien werden hier durch natürliches Licht und eine präzise geplante Beleuchtung gemildert. Intensive Farben dominieren den Innenraum nicht, sondern strukturieren die Komposition und lockern die Weite des offenen Raums auf. Der Verzicht auf Vorhänge im Wohnbereich unterstreicht die modernistische Form des Gebäudes und lässt die großen Fensterflächen zu einem integralen Bestandteil der Raumgestaltung werden.
Farbe als Teil des Entwurfs
Farbe taucht hier wie in einer Mondrian-Komposition auf – in Form von ausdrucksstarken, präzise platzierten Akzenten. Das verbindende Element des Ganzen ist Ultramarinblau, das in verschiedenen Tönen und Intensitäten zum Einsatz kommt. Man sieht sie an den Türkanten, den Türgriffen, der Scheibe der Duschkabine, in der Nische für das Toilettenpapier oder auf den Mosaikfliesen im Badezimmer. Mal wird es zu einem kräftigen Akzent, mal zu einem subtilen Schimmer, der sich je nach Lichteinfall und Blickwinkel verändert.
Auf den Fußböden und der Haupttreppe wurde Mikrozement verwendet – ein Material, das wärmer und weicher ist als Beton, der dem Innenraum einen ganz anderen Charakter verliehen hätte. Seine einheitliche Oberfläche strukturiert den Raum und sorgt für visuelle Kohärenz. Mikrozement findet sich auch an den Decken in den Schlafbereichen, wo er einen ruhigen, harmonischen Hintergrund für weichere Texturen bildet.

Der offene Wohnbereich
Das Herzstück des Erdgeschosses ist die Küche, deren dunkle Holzmöbel mit lichtreflektierenden Metallfronten und farbenfrohen Accessoires kombiniert wurden. In diesem offenen Raum spielt ein heller Holztisch eine besondere Rolle – so platziert, dass er den Alltag der Bewohner auf natürliche Weise strukturiert. Er ist von Stühlen und locker hängenden Lampen mit weichen, unregelmäßigen Formen umgeben, die an Wolken erinnern. Ihre organische Linienführung durchbricht die Geometrie des Innenraums und verleiht ihm Leichtigkeit.

Bis unter das Dach
Im ersten Stock befinden sich die Schlafzimmer und Badezimmer, die als Rückzugsorte konzipiert sind. Hier werden rohe Materialien mit sanften Farbtönen und sorgfältig ausgewählter Beleuchtung kombiniert, die die Proportionen der Räume unterstreicht. Farbakzente treten in subtilerer Form in Erscheinung, stehen jedoch im Dialog mit der Gestaltung des Erdgeschosses. Dadurch bildet das gesamte Haus – vom Eingangsbereich bis hin zu den privatesten Ecken – ein stimmiges, durchdachtes Ganzes.
Entwurf: Anna Pilawska-Sita und Agnieszka Mizera
Lichtdesign in Zusammenarbeit mit Lumi Studio
Fotos: Michał Sita
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