Das ist das Ende des Kinos „Olimpia“. Es wird der Musikakademie in Posen Platz machen

Bald wird das Gebäude, in dem jahrzehntelang das berühmte Kino „Olimpia“ untergebracht war, aus dem Stadtbild von Posen verschwinden. Das Gebäude aus den 1950er Jahren wird einem neuen Bauprojekt weichen, das vom Architekturbüro WXCA entworfen wurde. Der neue Sitz der Ignacy-Jan-Paderewski-Musikakademie wird unter anderem einen Konzertsaal für 400 Personen beherbergen. Der Abriss des historischen Kinos soll im Juni dieses Jahres beginnen, die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für 2030 vorgesehen.

Das Kino Olimpia in der Grunwaldzka-Straße in Posen

Für viele Einwohner von Posen ist das Kino Olimpia ein Ort voller unvergesslicher Erinnerungen. Bevor es jedoch erbaut wurde, stand bis 1945 in der Grunwaldzka-Straße 22 (der damaligen Berliner Straße) die Jugendstilvilla von Nazary Kantorowicz, die als Sitz der Direktion der Allgemeinen Landesausstellung diente. Das malerische Gebäude fiel dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer und überstand die Bombardierung der Stadt nicht. Nach der Beseitigung der Trümmer wurde an der Stelle der Villa das neue Gebäude des „Olimpia“ errichtet, das von 1957 bis 2004 ununterbrochen in Betrieb war. Das Gebäude an der Ecke der Matejki- und Grunwaldzka-Straße wechselte im Laufe seiner langjährigen Geschichte seine Funktionen, Nutzer und sein Aussehen. In den 70er Jahren wurde es erweitert, um es an die Bedürfnisse eines Kinos mit größerem Umfang anzupassen. Im Laufe der Jahre befanden sich hier unter anderem ein Kulturhaus, ein Revue-Theater und anschließend private Hochschulen. Mit der Zeit verlor das Gebäude seine Funktionalität und erforderte eine umfassende Sanierung, für die man sich jedoch nicht entschied. Seit September 2022 steht es leer und sein Schicksal ist bereits besiegelt.

Die ehemalige Villa Kantorowicz. Foto: Stary Poznań Then and Now/Tomasz Hejna

Schlechter Zustand des Gebäudes

Anfangs erwog der Investor eine Sanierung der bestehenden Immobilie und deren Anpassung an die Bedürfnisse der Hochschule. Die Ergebnisse der durchgeführten Gutachten ließen jedoch keinen Zweifel an der Machbarkeit einer Modernisierung. Wie die Rektorin der Hochschule, Prof. Hanna Kostrzewska, im Jahr 2024 betonte, befand sich das Gebäude des ehemaligen Kinos „Olimpia“ in einem sehr schlechten technischen Zustand. Die Probleme betrafen vor allem die allgemeine Bausubstanz, den Brandschutz sowie die äußerst ineffiziente Raumaufteilung. Der Zustand war so schlecht, dass an einigen Stellen eine reale Gefahr für die Nutzer bestand, selbst bei der normalen Nutzung der betreffenden Räume. Angesichts dieser Situation wurde beschlossen, das Gebäude zu schließen und es aus dem weiteren Gebrauch zu nehmen.

Kino Olimpia – wann erfolgt der Abriss?

Erste Ankündigungen sprachen von einem Beginn des Abrisses des Olimpia bereits Ende 2024, doch der Zeitplan musste geändert werden. Der Termin wurde aus organisatorischen und formalen Gründen verschoben. Wie Michał Pawłowski von der Musikakademie erklärte, mussten die Details mit der Stadtverwaltung für Straßenwesen und den städtischen Behörden abgestimmt werden. Die Lage an einer stark befahrenen Kreuzung erfordert eine genauere Planung der Arbeiten und die Umsetzung entsprechender Sicherheitsvorkehrungen für Fußgänger und Autofahrer. Der Abriss selbst, der im Frühsommer dieses Jahres beginnen soll, wird mehrere Monate dauern und in Etappen durchgeführt werden.

Foto: Stary Poznań Then and Now/Tomasz Hejna

Neuer Sitz der Musikakademie in Posen

Im Juli 2024 wurden die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs für den neuen Bau der Musikakademie in Posen bekannt gegeben, der an der Stelle der ehemaligen Olympia-Halle entstehen soll. Den Zuschlag erhielt das Büro WXCA, vertreten durch Maciej Wiewiór und Michał Lipiec. Das neue Gebäude wird nach ihrem Entwurf neun Stockwerke haben, darunter zwei Untergeschosse, und eine Fläche von etwa 11.000 m² umfassen. Die Architekten schlugen einen rhythmisch geformten Baukörper vor, der in kleinere Segmente unterschiedlicher Höhe unterteilt ist, was in seiner Größe eine Anlehnung an die umliegende Bebauung aus dem 19. Jahrhundert darstellen soll. Die Fassaden werden hell und zurückhaltend, geometrisch und vom Grundriss der Mietshäuser inspiriert sein. Das Herzstück des Innenraums der Akademie wird ein Opern- und Theatersaal für etwa 400 Zuschauer sein, der mit moderner Technik ausgestattet ist. Das Gebäude wird darüber hinaus Unterrichtsräume, Aufnahmestudios, Räume für Gesangs- und Schauspielstudenten sowie Räumlichkeiten für öffentlich zugängliche Veranstaltungen beherbergen. Die Investitionskosten werden auf 250 Millionen Zloty geschätzt, die Fertigstellung ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Modell: WXCA

Entwurf: WXCA
WXCA-Team: Szczepan Wroński, Michał Lipiec, Maciej Wewiór, Jakub Hlebowicz, Jakub Matela, Małgorzata Bonowicz, Maja Przewoźnik, Aneta Szwejk, Jakub Kołomański, Maciej Sachse, Oliwia Pakuszewska
Visualisierungen: Piotr Banak

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Das Kulturhaus MO im Jahr 1969 und das verlassene, umgebaute Gebäude im Jahr 2023. Foto: Stary Poznań Then and Now/Tomasz Hejna

Das ehemalige Olympia-Stadion und die künftige Musikakademie. Foto: WXCA und Google Maps