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Das Kino „Iwanowo“ in Łódź war ein Kultort. Heute ist es eine Ruine

Im Stadtteil Teofilów in Łódź steht ein verfallenes Gebäude, das zu seiner Blütezeit zu den bedeutendsten kulturellen Einrichtungen der ganzen Stadt gehörte. Es handelt sich um das ehemalige Kino „Iwanowo“, später „Adria“ und anschließend den Club „Dekompresja“. Das Gebäude aus den 1970er Jahren wurde vor über einem Jahrzehnt aufgegeben, doch noch immer lassen sich darin die charakteristische Form und der Charme des Modernismus erkennen.

Kino Iwanowo – die Freundschaft zweier Städte

Die Geschichte des Gebäudes beginnt im Jahr 1973, als die städtische Kinobehörde mit dem Bau einer neuen Einrichtung in Teofilów begann. Der Name Iwanowo war kein Zufall. Er bezog sich auf die Partnerschaftsbeziehungen zwischen Łódź und dem russischen Iwanowo. Zu der Zeit, als in Teofilów ein neues Kino entstand, gab es im fast 1500 km entfernten Iwanowo bereits das Kino Łódź. Diese Geste sollte die engen Kontakte zwischen den Städten unterstreichen und wurde zu einem Symbol der von den Behörden der Volksrepublik Polen geförderten Zusammenarbeit. Die feierliche Eröffnung fand am 30. April 1975 in Anwesenheit einer Delegation aus der UdSSR statt.

Kino Iwanowo w Łodzi
Kino Łódź in Iwanowo. Foto: Wikiarius, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Teofilows modernistisches Aushängeschild

Die Architektur des Kinos spiegelte die Ästhetik des Spätmodernismus wider. Der niedrige, leicht pavillonartige Baukörper erhielt große Verglasungen im Foyer, einen breiten Arkadengang am Eingang sowie einen klar abgegrenzten Bereich mit dem Kinosaal. Die Ausstattung des Gebäudes hinterließ einen nicht unerheblichen Eindruck. Der Saal bot Platz für bis zu 570 Zuschauer, was das Iwanowo zu einem der größten Kinos des Landes machte. Die installierten 70-mm-Projektoren ermöglichten die Vorführung von Panoramafilmen in einer Qualität, die nur in wenigen polnischen Kinos zu finden war. Dem Publikum standen zudem klimatisierte Innenräume und umfangreiche Nebenräume zur Verfügung, die Mitte der 70er Jahre zur absoluten Spitze des Landes gehörten.

Łódź: von Adria zu Dekompresja

Die politischen Umwälzungen führten zu einer Namensänderung des Kinos. 1993 machte Iwanowo Platz für Adria. Das Kino blieb jedoch in Betrieb und wurde unter der Aufsicht des Filmzentrums Helios modernisiert. Dort wurden Videovorführungen organisiert, und ein Teil der Vorführungen fand sogar im Foyer statt. Letztendlich besiegelte die Expansion der Multiplex-Kinos das Schicksal des Gebäudes. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts begannen traditionelle Ein-Saal-Kinos, ihr Publikum zu verlieren. Im Jahr 2001 gab es Informationen über die Möglichkeit, das Gebäude zu vermieten, doch der Betrieb der Einrichtung wurde schließlich einige Jahre später, etwa 2005, endgültig eingestellt.

Das Kino früher und heute. Foto: Łukszto/fotopolska.eu (durch KI verbessert) und Google Maps

Das ehemalige Kino Iwanowo – ein verlassener Zeuge einer Ära

Nach den letzten Filmvorführungen erhielt das Gebäude ein neues Leben als Musikclub „Dekompresja“. Fast 10 Jahre lang gehörte es zu den wichtigsten Orten in Łódź, an denen Konzerte organisiert wurden. Auf der Bühne traten Rock-, Metal- und Alternative-Bands auf, und für viele Einwohner wurde der Name „Dekompresja“ bekannter als die früheren Namen „Iwanowo“ oder „Adria“. Nach der Schließung des Clubs um das Jahr 2014 herum verödete das Gebäude und verfiel zusehends. Heute ist es Eigentum der Kommunalverwaltung und gehört zum Bestand der Immobilienverwaltung der Woiwodschaft Łódź.

Quelle: edukacjafilmowa.pl, lodz.pl

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