Das Königsschloss in Warschau hat sein neues Corporate Design vorgestellt, das von Jakub de Barbaro entworfen wurde. Sein Entwurf lässt sich von der Symbolik der Krone, dem Rhythmus der Schlossfassaden sowie den architektonischen und pflanzlichen Details inspirieren, die in der Residenz zu finden sind. Ab sofort wird die Institution ein neues Logo verwenden, das unter anderem auf Dokumenten und Schloss-Fanartikeln zu sehen sein wird.
Ein neuer Auftritt für eine Institution mit großer Geschichte
Die Einführung des neuen Corporate Designs bedeutet eine wichtige Veränderung in der Art und Weise, wie eine der bedeutendsten polnischen Kulturinstitutionen präsentiert wird. Das Königsschloss, einst Sitz der Macht und Ort der parlamentarischen Geschichte, fungiert heute als Raum für künstlerische, wissenschaftliche und diplomatische Veranstaltungen. Das neue grafische System trägt dieser Komplexität Rechnung, indem es die visuelle Botschaft klarer macht und ihr einen zeitgemäßeren Ausdruck verleiht. Wie die Direktorin der Institution, Prof. Dr. habil. Małgorzata Omilanowska, betont, war die Wahl des neuen Logos von bahnbrechender Bedeutung und ergab sich aus der Notwendigkeit, eine Form zu schaffen, die in der Lage ist, die Geschichte des Schlosses mit Hilfe einer aktuellen Designsprache zu erzählen.
Das Königsschloss in Warschau und das neue Logo
Das bisherige Logo, das unter der Leitung von Prof. Andrzej Rottermund eingeführt wurde, erfüllte 30 Jahre lang seinen Zweck. Im Laufe der Zeit entsprach es jedoch nicht mehr den Anforderungen, die sich aus der Entwicklung der digitalen Medien und den sich wandelnden Wahrnehmungsweisen visueller Inhalte ergaben. Eine moderne museale Einrichtung benötigt ein flexibles System, das in verschiedenen Maßstäben lesbar und in vielen Kontexten leicht anzuwenden ist. Das neue Logo wird diesen Herausforderungen gerecht und berücksichtigt gleichzeitig den doppelten Charakter des Schlosses als Museum und repräsentativer Sitz des Staates.

Das Konzept von Jakub de Barbaro
Der Entwurf von Jakub de Barbaro lehnt eine einfache Unterscheidung zwischen historischer Dekorativität und extremem Minimalismus ab. Stattdessen schlägt er eine Lösung vor, die auf dem bewussten Umgang mit Details und einer synthetischen Form basiert. Das Logo bewahrt die Fülle an Bezügen und bleibt gleichzeitig funktional in der Anwendung. Seine Komposition verweist auf drei zentrale Bedeutungsbereiche: die Symbolik der königlichen Macht, sichtbar im Umriss der Krone, den Rhythmus der Schlossfassade zur Weichsel hin sowie ein Detail, das aus der Ausstattung und Umgebung der Residenz entlehnt ist. Dadurch wirkt das Zeichen auf verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung und offenbart bei näherer Betrachtung weitere Schichten.
Woraus besteht das neue Logo des Königsschlosses?
In der Gestaltung des Logos finden sich unter anderem die Gussverzierungen aus dem Rittersaal, das Sonnenmotiv vom Uhrturm sowie die Rosette aus dem Großen Saal. Hinzu kommen Lorbeerblätter aus der Königlichen Garderobe, pflanzliche Ornamente aus dem Abgeordneten-Saal und ein Ginkgoblatt aus dem Unteren Garten. Ergänzt werden diese durch Details aus der Matejko-Galerie sowie Elemente, die von den Juwelen der sogenannten Chrobry-Krone inspiriert sind. Durch diese Gestaltung fungiert das Logo als visuelles Archiv, in dem verschiedene Themen rund um die Geschichte und Ausstattung der Residenz kodiert sind.
Anwendung der neuen visuellen Identität
Ein integraler Bestandteil der Corporate Identity ist eine eigens entwickelte Schrift, die in Zusammenarbeit mit dem Studio Capitalics Warsaw Type Foundry entworfen wurde. Ausgangspunkt war die Tätigkeit von Jan Rossowski, einem Drucker, der um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert von der Kanzlei Sigismunds III. nach Warschau geholt wurde und das Exklusivrecht für die Herstellung offizieller Drucksachen besaß, darunter die Wahlurkunde von Władysław IV. Der Verweis auf diese Persönlichkeit verleiht der neuen Typografie starke historische Wurzeln. Das gesamte System geht über das Logo hinaus und umfasst zudem Ausstellungsmaterialien, Raumkennzeichnungen, Publikationen sowie das Angebot des Museumsshops. An dem Entwurfsprozess war auch die Illustratorin Agnieszka Pluskota beteiligt. Das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit mit Jakub de Barbaro ist ein einheitliches Set visueller Werkzeuge, das auf Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber kurzlebigen Trends ausgelegt ist.
Quelle: Königsschloss in Warschau
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