Im Zentrum des Dorfes Złotniki Lubańskie in Niederschlesien steht ein baufälliges Gebäude, das nach dem Krieg von den Einheimischen als Rathaus bezeichnet wurde. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert befindet sich trotz seiner Eintragung in das Denkmalregister in einem tragischen Zustand. Die wiederholten Verkaufsversuche scheitern vor allem aufgrund des Ausmaßes der Schäden und der Kosten, die für die Instandsetzung des Gebäudes aufgewendet werden müssten. Wird das Rathaus vor unseren Augen zerfallen?
„Logierhaus zum Queistal” – Geschichte
Das gemauerte Gebäude im Zentrum von Złotniki Lubańskie wurde nach dem tragischen Brand von 1835 errichtet, der den größten Teil der örtlichen Bebauung zerstörte. Das beeindruckende Anwesen war jahrzehntelang der wichtigste öffentliche Ort in der gesamten Umgebung. Bis 1945 befand sich hier ein Hotel mit Restaurant, bekannt als „Logierhaus zum Queistal”, was wörtlich übersetzt „Gasthaus über dem Queistal” bedeutet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Dorf zu Polen. Aufgrund seiner Größe und seiner Lage inmitten des Marktplatzes wurde das Gasthausgebäude damals als Rathaus bezeichnet, wodurch sich seine ursprüngliche Funktion änderte. Das Rathaus beherbergte unter anderem den Gemeinderat, eine Bibliothek und eine Post, und bis in die 1960er Jahre gab es hier eine Dorfgaststätte und später einen Lebensmittelladen. Im Laufe der Jahre verfiel das nicht renovierte Gebäude und wurde schließlich aufgegeben.

Das „Rathaus” in Złotniki Lubańskie
Das Gebäude des ehemaligen Gasthauses „Logierhaus zum Queistal” zeichnete sich durch eine beeindruckende, weitläufige Struktur mit malerischen Holzkarren, Veranden und zahlreichen Anbauten aus. Diese Elemente ließen das Gebäude deutlich aus der Umgebung mit ihren einfachen und niedrigen Gebäuden herausstechen. Das Ganze wurde von einem Satteldach mit Dachgauben überdacht. Das sogenannte Rathaus hatte keinen Turm, was die Einwohner jedoch nicht davon abhielt, ihm diesen Namen zu geben. Auch der Ort Złotniki Lubańskie selbst ist interessant und sehenswert. Er verfügt nämlich über eine fast vollständig erhaltene Frontbebauung rund um den Marktplatz, was in Dörfern selten anzutreffen ist. Die Häuser sind zwar nicht in bestem Zustand, und zwei von ihnen sind nur noch Ruinen der Vorderwand, aber die allgemeine räumliche Anordnung der ehemaligen Goldschmiedesiedlung ist von großem historischem Wert.
Fortschreitende Zerstörung des Denkmals
Seit den 1960er Jahren hat keiner der nachfolgenden Eigentümer echte Maßnahmen zur Sicherung des Rathauses ergriffen. Daher wurde das verlassene Gebäude sehr schnell zum Opfer von Vandalismus, wobei auch die Witterungseinflüsse nicht ohne Bedeutung waren. Das löchrige Dach und das Fehlen von Fenstern führten in den 90er Jahren zu einer schnell fortschreitenden Zerstörung der Innenräume, Decken und Treppen. Ein besonders trauriger Moment für das Denkmal war der 2. Juli 2020, als kurz vor 17 Uhr ein Teil der Konstruktion, darunter einer der charakteristischen Kreuzgänge, einstürzte. Dank der schnellen Reaktion des Vorsitzenden der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr gelang es, das umliegende Gebiet zu sichern und Verletzungen von Menschen zu vermeiden. Auf Anweisung der Bauaufsicht entfernten die Feuerwehrleute instabile und gefährliche Elemente. Auf diese Weise verschwand ein weiterer Teil der Geschichte des Dorfes.

Das „Rathaus” in Złotniki Lubańskie und Verkaufsversuche
Das verfallene Gebäude befindet sich nach wie vor in Privatbesitz, wurde jedoch bereits mehrfach zum Verkauf angeboten, zuletzt im Jahr 2024 für rund 390.000 PLN. Leider schrecken die hohen Renovierungskosten potenzielle Investoren ab. Die geltenden Vorschriften ermöglichen Steuervergünstigungen beim Kauf und der Renovierung von Denkmälern, darunter Abzüge in Abhängigkeit von der Fläche und den weiteren Kosten der Arbeiten. Da es sich um Privateigentum handelt, verfügt die Gemeinde Leśna über keine realen rechtlichen Mittel, um den weiteren Verlauf der Ereignisse zu beeinflussen. Der derzeitige Eigentümer verfügt über ein mit dem Denkmalschutzbeauftragten der Woiwodschaft abgestimmtes Entwicklungskonzept, doch ohne einen Käufer, der die ehemalige Herberge retten möchte, sieht ihre Zukunft nicht gut aus.
Quelle: zabytek.pl, lubanski.eu
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