Im Krakauer Stadtteil Kazimierz wurde ein Ort geschaffen, der die Gäste weit über die Stadtgrenzen hinaus in die Welt der schwedischen Traditionen und Aromen entführt. Das Dala Restaurang, das von den Machern des Kaffe Bageri Stockholm geschaffen wurde, entwickelt deren bisherige Philosophie weiter und bietet ein Erlebnis, das weit über den Café-Alltag hinausgeht. Es ist ein Ort, an dem schwedische Bräuche greifbar werden und deren Symbolik jedes Detail des Interieurs durchdringt.
Der Name des Restaurants bezieht sich auf den Dalahäst – ein traditionelles Holzpferdchen, das in Schweden seit Jahrhunderten als Zeichen des Glücks und freudiger Anlässe verschenkt wird. Ähnlich wie dieses wurde auch das Dala als Ort der Feierlichkeiten konzipiert, sowohl für alltägliche Anlässe wie die Fika als auch für saisonale Feste wie Midsommar oder die winterliche Lucia. Das Interieur erzählt davon mit Farben, Materialien und subtilen Bezügen zur Natur, die in der schwedischen Kultur die Rituale des Lebens bestimmt.
Die Landschaft Schwedens
Die Designer des Studios Znamy się ließen sich von der nördlichen Landschaft inspirieren: grüne Wälder, kristallklare Seen, bunte Holzhäuser. In einer solchen Umgebung verläuft der Alltag der Bewohner im Einklang mit der Natur, und die Wechsel der Jahreszeiten bestimmen Rituale und Feste. In Dala wurden diese natürlichen Veränderungen in eine Komposition aus Farben und Texturen übersetzt, die die Gäste durch die Geschichte der schwedischen Festkultur führen. Das Interieur bildet jedoch nicht wörtlich die skandinavischen Landschaften nach. Stattdessen interpretiert es sie durch die Sinne: Kräuterduft, sanftes Licht, organische Formen und Materialien, die eine Atmosphäre der Nähe zur Natur schaffen. Es ist ein Raum, in dem der Alltag einen festlichen Charakter erhält und Feste Teil des Alltags werden.
Gewürze als Sprache der Farben und Formen
Einer der faszinierendsten Aspekte des Projekts ist die würzige Erzählung. Die Farben und Details des Interieurs beziehen sich auf Gewürze, die in schwedischen Backwaren und Weihnachtstraditionen verwendet werden. Zimt, ein unverzichtbarer Bestandteil von Kanelbullar, wurde auf das dunkle Holz der Regale mit abgerundeten Regalböden und die walzenförmigen Rückenlehnen der Stühle übertragen, die an die Form seiner Stangen erinnern. Rote Tischplatten und Oberflächen sorgen für Wärme, so wie Safran die Lussekatter im Dezember während des Luciafestes zum Leuchten bringt.

Kardamom, das mit den am Faschingsdienstag gegessenen Semlor assoziiert wird, findet sich in den grünen, leichten Vorhängen wieder, die den Raum sanft unterteilen, sowie in den Tischlampen mit Lampenschirmen, die an seine Samen erinnern. Diese drei Gewürze – Zimt, Safran und Kardamom – verschmelzen zu einer vielschichtigen Komposition und schaffen ein Interieur, das die Sinne anspricht und dazu einlädt, weitere Bedeutungen zu entdecken.
Midsommar von der Türschwelle aus
Schon beim Betreten werden die Gäste von der Atmosphäre der Sommersonnenwende umgeben. Die Bar mit ihrem Gehäuse aus in Harz getauchten Blumen erinnert an Feldblumensträuße, und über dem zentralen Tisch hängt eine getrocknete Pflanzenkomposition, die den Eindruck einer leichten, fast tänzerischen Installation vermittelt. Der lange Tisch neben dem Klavier schafft eine Atmosphäre des gemeinsamen Feierns, die für Midsommar charakteristisch ist, wenn die Festlichkeiten bis in die späten Stunden dauern.
In den kleineren Räumen trennen Vorhänge sanft die Bereiche voneinander, und Metallbaldachine erinnern an die Zelte, die während der Sommerfeste aufgestellt werden. In der Luft liegt der Duft von Kamille, Kiefernzweigen und Kräutern, der das Gefühl der Verbundenheit mit der Natur verstärkt.
Jeder Tag ist ein Fest
Dala wurde so konzipiert, dass es sich mit der Tageszeit verändert. Die Morgen- und Nachmittagsstunden sind erfüllt von der Energie des Fiki, das von Helligkeit und Leichtigkeit geprägt ist. Am Abend verwandelt sich das Interieur in ein stimmungsvolles Mingel – das Licht wird punktueller und wärmer, und die Atmosphäre lädt zu Gesprächen bei einem Glas Wein und ruhigen Begegnungen ein.

Der Eingangsbereich verbindet die Funktionen von Küche, Esszimmer und Wohnzimmer und schafft einen Raum mit heimeliger Atmosphäre. Der lange Tisch, die Bar und das längliche Sofa vermitteln den Eindruck eines Ortes, an dem sich das Leben ganz natürlich abspielt. Im hinteren Teil des Lokals befindet sich ein konzeptioneller Bereich mit organischen, strukturellen Wänden und gewagten Mustern, inspiriert von der künstlerischen Underground-Szene Stockholms. Es ist ein flexibler Raum, der für verschiedene Szenarien geeignet ist – von kleinen Veranstaltungen bis hin zu kreativen Treffen.
Natur und Gemeinschaft
Die Besitzer des Dala Restaurang teilen hier ihre Leidenschaft für skandinavische Traditionen und Aromen. Offene Regale präsentieren Kleinigkeiten, natürliche Materialien schaffen ein Gefühl der Nähe und Blumen sorgen für Frische. Durch die breiten Schaufenster kann man sehen, wie jeden Tag frische Brötchen gebacken werden, was den heimeligen Charakter des Ortes zusätzlich verstärkt.
Die Speisekarte kombiniert schwedische Zutaten zu ungewöhnlichen Kompositionen, die die Idee der Feier des Alltags unterstreichen. Die Raumaufteilung fördert die Gemeinschaft: vom offenen Eingangsbereich bis hin zu gemütlichen Ecken, in denen man gerne länger verweilt. Dala ist ein Restaurant, das nicht nur von schwedischen Traditionen erzählt, sondern diese auch auf schmackhafte Weise erleben lässt.
Projekt: Znamy się
Team: Wojtek Nowak, Bogna Kawa-Nowak, Monika Jokiel, Ula Dachnij-Seredyńska, Anna Petryszyn
Fotos: Migdalstudio
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