Das Bauprojekt „Dom Skrojony“ in Podwileń, entworfen vom Architekturbüro von Robert Konieczny, ist das Ergebnis einer Verflechtung aus ehrgeizigen Zielen, sich ändernden Vorschriften und der Anpassung des Entwurfs an neue Bebauungsbedingungen. Die endgültige Form des Hauses unterscheidet sich deutlich vom ursprünglichen Konzept, hat jedoch dessen wichtigste Ideen beibehalten. Das dreieckige Gebäude nutzt die Vorzüge des von Bäumen umgebenen Grundstücks optimal aus und gewährleistet den Bewohnern Privatsphäre sowie einen engen Kontakt zum Garten.
„Dom Skrojony“ – Wettbewerb und erster Entwurf
Die Geschichte des „Dom Skrojony“ begann im Jahr 2016. Damals wurde das Architekturbüro Robert Konieczny KWK Promes zur Teilnahme an einem geschlossenen Wettbewerb für den Entwurf eines Einfamilienhauses in einem prestigeträchtigen Vorort von Vilnius eingeladen – zur Veranschaulichung lässt sich dieser mit Konstancin-Jeziorna in der Nähe von Warschau vergleichen. Die Gegend besteht aus locker verstreuten Häusern und Ferienhäusern, umgeben von Wald und Erholungsgebieten. In der Vergangenheit dominierten dort Holzhäuser aus der Zwischenkriegszeit, doch da sie nicht angemessen gepflegt wurden, wichen sie im Laufe der Jahre neuen Bebauungen.
Der Bauherr erwartete von den Wettbewerbsteilnehmern ein Haus, das sich zum Grün hin öffnet und seiner Familie zugleich ein Gefühl der Privatsphäre vermittelt. Das siegreiche Konzept basierte auf einem klassischen Grundriss mit Atrium, den die Architekten von KWK Promes weiter modifizierten. Durch die Anhebung eines Teils des Gebäudes auf eine höhere Ebene sorgt das Patio für eine bessere Belichtung der Innenräume und erweitert den Wohnbereich auf natürliche Weise in Richtung Garten. Im Obergeschoss befinden sich die Schlafzimmer mit Zugang zu einer gemeinsamen Terrasse, von der aus die Bewohner die Umgebung genießen können, ohne auf die für sie so wertvolle Privatsphäre verzichten zu müssen.

Ein maßgeschneidertes Haus und Vorschriften, die den Entwurf veränderten
Im Jahr 2017, noch während der Ausarbeitung der Unterlagen, schränkten litauische Vorschriften die zulässige Bebauungsdichte auf Vorortgrundstücken um die Hälfte ein. Die Situation wurde zusätzlich durch eine Änderung des Verlaufs der Zufahrtsstraße erschwert, die nun direkt an den Garten grenzte. Dies führte dazu, dass der Bauherr erwog, das Projekt auf ein anderes Grundstück zu verlegen, doch die Architekten überzeugten ihn, am bisherigen Standort zu bleiben.
Die neuen Rahmenbedingungen erzwangen hingegen eine Verkleinerung der Wohnfläche um etwa 40 %. Genau zu diesem Zeitpunkt entstand die heutige, dreieckige Form des Hauses. Durch die Verkleinerung des Gebäudes gewann der Garten mehr Platz und die Innenräume mehr Tageslicht, was auf einem bewaldeten Grundstück und im litauischen Klima von besonderer Bedeutung ist. Die ursprüngliche Idee der Raumaufteilung blieb trotz wesentlicher Änderungen am Konzept erhalten.
Der Bau des „Hauses Skrojony“ erstreckte sich über mehrere Jahre. Das Ergebnis ist ein äußerst originelles Projekt, dessen endgültige Gestalt den Anforderungen des Bauherrn, den gesetzlichen Auflagen und den Besonderheiten der Umgebung gerecht wird.
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Über das Büro:
Das Architekturbüro Robert Konieczny KWK Promes ist seit 1999 in Katowice tätig und gehört zu den weltweit bekanntesten polnischen Architekturbüros. Das von Robert Konieczny gegründete Büro hat sich auf Projekte spezialisiert, die als Antwort auf die konkreten Gegebenheiten des Ortes und die Bedürfnisse der Nutzer entstehen. Das Büro erlangte internationalen Ruf durch Projekte wie das „Centrum Dialogu Przełomy“ in Stettin, das als „World Building of the Year 2016“ ausgezeichnet wurde, oder die „Arka Koniecznego“, die im Rahmen der Wallpaper* Design Awards 2017 zum „Besten Haus der Welt“ gekürt wurde. Die Entwürfe von KWK Promes wurden mehrfach für den Mies-van-der-Rohe-Preis der Europäischen Union nominiert, und ihre Projekte finden regelmäßig Eingang in die weltweit wichtigsten Architekturpublikationen.
Entwurf: Robert Konieczny KWK Promes
Standort: Vilnius, Litauen
Mitarbeit: Dorota Skóra, Michał Lisiński, Krzysztof Kobiela, Łukasz Marciniak, Mateusz Białek, Katarzyna Ficek
Innenarchitektur: Yes. Design Architecture
Bebaute Fläche: 299 m²
Nutzfläche: Wohnbereich 357 m², Lager- und Technikbereich 189 m²
Realisierung: 2019–2025
Fotos: Jakub Certowicz, Juliusz Sokołowski
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