Das Straßenbahnfahrerhaus in Posen erstrahlt wieder in neuem Glanz. Die ZKZL hat die Modernisierung des Denkmals im Stadtteil Jeżyce abgeschlossen und dabei die Fassaden sowie die repräsentativen Innenräume renoviert. Eine besondere Verwandlung hat der Amarant-Saal erfahren, in dem man nun wieder den Innenbalkon nutzen kann.
Das Straßenbahnfahrerhaus wurde für die Mitarbeiter und ihre Familien errichtet
In der Słowackiego-Straße 19/21 spielt sich seit fast hundert Jahren das Leben der Posener Straßenbahnfahrer und der Bewohner des Stadtteils Jeżyce ab. Das Gebäude wurde in den Jahren 1925–1927 nach einem Entwurf von Adam Ballenstaedt für die Mitarbeiter der Posener Elektrischen Bahn errichtet. Neben den Wohnungen wurden eine Bibliothek, eine Kindertagesstätte sowie Räume für Unterricht und Versammlungen eingerichtet. Seit 1955 probte hier die Blaskapelle der MPK. Viele Posener erinnern sich auch an das Kino „Amarant“, das in diesem Gebäude betrieben wurde.
Das Denkmal zieht wieder alle Blicke auf sich
Die neobarocke Architektur sorgt dafür, dass man an dieser Adresse kaum gleichgültig vorbeigehen kann. Dächer mit roten Dachziegeln, verzierte Portale und Fenster, Dachgauben und kleine Balkone erinnern an die Ambitionen des Posen der Zwischenkriegszeit. An den renovierten Fassaden harmoniert ein zartes Rosa mit helleren Elementen. Der mittlere Teil des Gebäudes beherbergte Kulturräume, während die seitlichen Flügel den Bewohnern dienten. Diese Aufteilung ist ein wichtiges Merkmal des gesamten Komplexes.
Das „Dom Tramwajarza“ musste renoviert werden
Vor der Modernisierung betrafen die Probleme des Straßenbahnwärterhauses vor allem die Ästhetik und den technischen Zustand. Das Dach musste saniert, der Dachstuhl verstärkt und die Wände vor Feuchtigkeit geschützt werden. Die ersten Arbeiten kosteten etwa 2 Millionen Złoty, während das Konzept für die nächste Phase vom Architekturbüro Eneprojekt erstellt wurde. Die Modernisierung erfolgte schrittweise ab dem Jahr 2022. Das gesamte Projekt verschlang 10 Mio. PLN, und die ZKZL gab am 22. September 2026 dessen Abschluss bekannt. Die Mittel stammten aus dem städtischen Haushalt, aus Zuschüssen des Stadtteilrats Jeżyce sowie aus dem von der Bank Gospodarstwa Krajowego durchgeführten TERMO-Programm.

Der renovierte Amarant-Saal
Die größte Veränderung im Inneren des Gebäudes erfuhr der Amarant-Saal. Der Zuschauerraum wurde um einen angrenzenden Raum erweitert, die Wandmalereien und Stuckarbeiten wurden restauriert, der Parkettboden wurde erneuert und Vorhänge wurden angebracht. Zudem erhielt das Publikum wieder Zugang zum inneren Balkon. Außerdem wurden eine Klimaanlage sowie neue Ausrüstung für die Bühnen- und Lichttechnik installiert. Das Foyer und die Treppenhäuser wurden aufgefrischt, die historischen Fenster im Nutzbereich restauriert und die Installationen, darunter die Elektro-, Heizungs- und Brandschutzanlagen, erneuert. Die Arbeiten wurden unter der Aufsicht des städtischen Denkmalpflegers durchgeführt.
Das „Dom Tramwajarza“ ist nach wie vor ein Ort der Begegnung
Hinter den renovierten Mauern ist nach wie vor ein Kulturzentrum in Betrieb, das seit 2021 von der Stiftung „Pan Gar“ betrieben wird. Konzerte, Theateraufführungen, Workshops und Nachbarschaftsinitiativen ziehen immer neue Generationen von Einwohnern an, und vor Ort gibt es das Café „Pan Gar“. Im Jahr 2027 feiert das Gebäude sein hundertjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass bereiten Szymon Kubiak und Michał Jasiński ein Buch über seine Geschichte und Architektur vor. Das renovierte Gebäude wird also mit einer Publikation, die an die Menschen erinnert, die diesen außergewöhnlichen Ort über viele Jahre hinweg geprägt haben, in das nächste Jahrhundert starten.
Quelle:ZKZL in Posen
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