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Das Teatr Współczesny in Stettin. Das Gebäude wird an der Oder entstehen

Wir wissen nun, wie das neue Teatr Współczesny in Stettin aussehen wird. Der erste Preis im Wettbewerb um den Entwurf des Gebäudes ging an das Warschauer Architekturbüro SAAW. Ein Projekt dieser Größenordnung wird sich deutlich in das Stadtbild einfügen, weshalb die Wahl nicht leicht fiel. Die Entscheidung der Jury hat die Öffentlichkeit stark gespalten, und der Entwurf ist Gegenstand einer lebhaften Diskussion über die Richtung, in die sich die polnische Architektur entwickelt.

Das Teatr Współczesny in Stettin – Bewertung der Wettbewerbsjury

Die Wettbewerbsjury bewertete die Einbettung des Gebäudes in die anspruchsvolle Umgebung von Łasztownia sehr positiv. Nach Ansicht der Jury wird das neue Teatr Współczesny das Ufergebiet ordnen und ihm eine klare Struktur verleihen. Hervorgehoben wurde auch die Konsequenz in den Bezügen zur Hafengeschichte, die sich in der stufenförmigen Form der Baukörper sowie in der Materialauswahl wie geschwärztem Stahl und gebranntem Holz zeigt. Von nicht geringer Bedeutung war auch die Idee der Offenheit. Verglasungen geben den Blick auf die Innenräume und die Backstage-Bereiche des Theaters frei und bringen die Aktivitäten der Institution in den öffentlichen Raum der Stadt. Die Jury hob zudem die städtebaulichen Lösungen hervor, darunter die klare Führung des Fußgängerverkehrs zu den Boulevards sowie die Verbindung des Eingangsplatzes mit dem Foyer. Das Gesamtkonzept wurde als stimmiges Ganzes mit einer klaren Identität und einer hohen Qualität der vorgeschlagenen Architektur gewürdigt.

Die Umgebung heute, Foto: Google Earth

Nachbarschaft und Umgebung des neuen Bauvorhabens

Das Projektgelände befindet sich an der Zbożowa-Straße, im Bereich des Nabrzeże Celne und in der Nähe der geplanten Kłodny-Brücke. Über Jahrhunderte hinweg fungierte dieses Gebiet als Hafenhinterland von Stettin, getrennt von den repräsentativen Wały Chrobrego. Die unmittelbare Umgebung des geplanten Objekts ist hinsichtlich ihrer Größe und Ästhetik äußerst vielfältig. Südlich des Grundstücks befinden sich Parkplätze, das Bürogebäude Lastadia Office sowie der Sitz der Finanzverwaltung, der die massiven Zerstörungen Stettins im Zweiten Weltkrieg wie durch ein Wunder überstanden hat. Im Norden verläuft die Trasa Zamkowa, und direkt daneben erhebt sich das Morskie Centrum Nauki im. prof. Jerzego Stelmacha, dessen Form an ein vor Anker liegendes Schiff erinnert. Jedes dieser Elemente repräsentiert eine andere Epoche und eine andere architektonische Sprache, was hohe Anforderungen an das neue Theater stellt.

Eine vom Hafen inspirierte Form

Der Entwurf des Architekturbüros SAAW basiert auf zwei klar voneinander getrennten Baukörpern. In dem einen befinden sich die Große und die Kammerbühne, in dem anderen die Gesellschaftsbühne. Die stufenartige Anordnung erinnert an die historischen Getreidespeicher und Hafenlagerhäuser, die einst Łasztownia prägten. Die Fassade des Gebäudes besteht aus einem Raster aus geschwärztem Stahl und gebranntem Holz, was seinen rauen, industriellen Charakter unterstreicht. Tagsüber wirkt der Baukörper gedämpft und dunkel, während abends warmes Licht aus dem Inneren strahlt, das die Holzoberflächen und goldenen Akzente hervorhebt.

Teatr Współczesny w Szczecinie
Das Ufer heute und in Zukunft. Foto: SAAW und Google Maps

Das Teatr Współczesny in Stettin – öffentlicher Raum

Die neue städtebauliche Gestaltung schafft Ordnung zwischen Bebauung und Grünflächen. Der Raum, der die beiden Gebäudekörper voneinander trennt, ist intensiv begrünt. Durch ihn führt der Hauptfußgängerweg von den Haltestellen in Richtung der Boulevards an der Oder. Der Eingangsplatz mit einem Wasserbecken erweitert die Funktion des Foyers und lädt zum Verweilen ein. Die Begrünung filtert die Ausblicke und rahmt die Perspektiven auf den Fluss ein, während das Gebäude selbst die Fußgänger zu den attraktivsten Abschnitten der Uferpromenade lenkt.

Die Beziehung der Architektur zur Stadt

Das Foyer beider Gebäudeteile wurde zur Flussseite hin ausgerichtet, wo das Panorama der Wały Chrobrego einen natürlichen Hintergrund für Veranstaltungen bildet. Große Verglasungen geben den Blick auf das Theaterleben frei, anstatt es zu verbergen. Die Anordnung der Bühnen ermöglicht deren Öffnung, wodurch Aufführungen im Freien organisiert werden können. Die „Scena Społeczna“ dient tagsüber als Ort für Workshops und lokale Initiativen und verwandelt sich abends in einen vollwertigen Theaterraum. Die Grenze zwischen Zuschauerraum, Foyer und Promenade verschwimmt, und Kultur dringt in das Stadtleben ein.

Autoren: SAAW Architekci
Mitarbeit: Obok Studio Martyna Dryś, Obok Studio Maciej Marszał, SAAW Architekci Emilia Sobańska
Visualisierungen: Mukko Studio

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