In Mokotow, direkt neben dem Lazienki-Park, gibt es eine Wohnung, die sich einfachen Kategorien entzieht. Es ist ein Raum, in dem die Ruhe des Nordens auf das Temperament des Südens trifft und das Licht zur Zierde wird. Die Eigentümer – ein polnisch-baskisches Ehepaar – suchten nach einem Ort, an dem sie zwischen ihren Reisen eine Pause einlegen, ins Grüne eintauchen und gleichzeitig dem städtischen Rhythmus treu bleiben konnten. Sie stießen auf eine 51 Quadratmeter große Wohnung in der Altstadt von Mokotow, die dank kühner Designentscheidungen eine neue Identität erhalten hat.
Die Inneneinrichtung wurde von Matuszewski Studio entworfen. Der Architekt schlug vor, die Wände teilweise einzureißen, um den Innenraum für das natürliche Licht zu öffnen. So sind die Räume zu jeder Tageszeit hell: Die Morgensonne fällt sanft auf die furnierte Küche, die Mittagssonne spiegelt sich im Spiegel zwischen Fenster und Einbauschränken, und die Abendsonne tanzt auf den karierten Fronten im Bad.
Auf kleinem Raum ist es gelungen, mehrere Zonen zu schaffen, die sich überschneiden: eine Küche mit Essbereich, ein Wohnzimmer mit Sitzbereich und ein Schlafzimmer kombiniert mit einem Arbeitsbereich. Es gibt keine starren Abgrenzungen, und die Grenzen zwischen den Funktionen sind weich und intuitiv. Der Innenraum atmet und bleibt gleichzeitig funktional, was in Wohnungen dieser Größe nicht selbstverständlich ist.
Die Ästhetik der Wohnung ist eine bewusste Mischung aus modernistischem Vintage, einzigartigen Accessoires und natürlichen Materialien. Unter den Möbeln befinden sich echte Designperlen: ein dänischer Georg Thams Sessel aus den 1960er Jahren, italienische Lampen aus den 1990er Jahren, ein schwedischer Tisch aus den 1970er Jahren und eine Schweizer USM Kommode – ein Klassiker, der elegante Ordnung in die Einrichtung bringt. Die Eigentümer betonen, dass sie anstelle von leerem Minimalismus Räume bevorzugen, in denen „etwas passiert“, mit Büchern, Schallplatten, Kunst und Objekten, die eine Seele haben. Dies ist ein Beispiel für einen eklektischen Raum!
So finden sich persönliche Gegenstände neben Design-Ikonen: ein Poster von Nick Cave, Gemälde von Freunden, ein Werk von Kamil Lach, eine baskische Skulptur von Iñigo Arrega oder ein Aquarell, das die Straße zeigt, in der das Paar einst in Spanien lebte. Diese Elemente bilden die Erzählung eines Lebens zwischen zwei Welten, die in einem kohärenten Rhythmus miteinander verwoben sind.
Die Einrichtung ist zwar raffiniert, versucht aber nicht, jemanden einzuschüchtern. Es ist warm, lebendig, voller Texturen, Licht und Musik aus dem Plattenspieler. Retro-Details – wie Keramikschalter – harmonieren mit modernen Akzenten, während die Küche mit ihrem lackierten Furnier und den glänzenden Spiegeln den Raum öffnet, ohne kühl oder überladen zu wirken. In dieser Wohnung kann man es sich mit einem Tee und einem Buch gemütlich machen und das kühlere Klima Warschaus genießen, das sich so sehr von dem des geliebten Baskenlandes unterscheidet, aber genauso notwendig ist.

Das Projekt ist im Dialog mit den Eigentümern entstanden. Wie Krzysztof Matuszewski, Gründer von Matuszewski Studio, betont, bestand ihre Aufgabe darin, „das, was in den Kunden und ihren Objekten bereits vorhanden war, in einen Rahmen zu setzen“, um eine Basis für eine Wohnung zu schaffen, die zusammen mit den Bewohnern reifen würde. Und tatsächlich – der Raum lebt wie sie: Mal riecht es nach Mokotower Herbst und Kaffee, mal nach baskischem Wein und frischem Brot aus der nahe gelegenen Bäckerei. Er ist erfüllt von den Geräuschen von Gesprächen, Begegnungen und gemeinsamen Mahlzeiten, und jeder Gegenstand wird zum Vorwand für eine Geschichte.
Diese Wohnung ist eine Brücke – nicht metaphorisch, sondern ganz real – zwischen Warschau und dem Baskenland. Sie bringt zwei Temperamente, zwei Ästhetiken und eine Sensibilität zusammen. Sie ist der Beweis dafür, dass auch ein kleiner Raum zu einem Ort voller Licht, Geschichte und Leben werden kann. Wunderschön!
entwurf: Matuszewski Studio
fotos: Ressource Studio
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