Der Drucianka Campus tritt in die entscheidende Phase der Projektumsetzung ein. Auf dem Gelände der ehemaligen Warschauer Fabrik für Draht, Stifte und Nägel in Praga-Nord entsteht ein multifunktionaler Komplex mit Büros, Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen. Das Projekt mit einer Fläche von fast 38.000 m² soll bis Ende 2028 fertiggestellt sein.
Ein neues Kapitel in der Fabrikgeschichte
Liebrecht & wooD Poland hat mit dem Bau des Drucianka Campus auf dem Gelände der ehemaligen belgischen Aktiengesellschaft „Warschauer Fabrik für Draht, Stifte und Nägel“ begonnen. Dies ist nach dem Erfolg des „Centrum Praskie Koneser“ ein weiteres Projekt des Bauträgers in Praga, das auf der Wiederbelebung historischer Industriebauten basiert. Bis Ende 2028 sollen hier rund 30.000 m² Bürofläche sowie 8.000 m² Einzelhandels- und Dienstleistungsfläche entstehen. Das Projekt richtet sich an Unternehmen, die ein attraktives Arbeitsumfeld sowie ein breites Angebot an Dienstleistungen, Gastronomie und kulturellen Veranstaltungen suchen. Eine von Kantar Polska unter den Mitarbeitern von „Koneser“ durchgeführte Umfrage ergab, dass 80 Prozent der Befragten die Arbeit in einem revitalisierten Umfeld als positiv empfinden. Wie Magdalena Bartkiewicz-Podoba, Geschäftsführerin von Liebrecht & wooD in Polen, betont, soll das Projekt die Integration der Teams, die tägliche Arbeit sowie Aktivitäten nach Feierabend fördern.
Drucianka Campus in Praga
Der neue Komplex entsteht an der Grenze zwischen Praga-Nord und Praga-Süd, in einem Gebiet, das im Rahmen des Programms „Nowe Centrum Warszawy“ (Neues Zentrum von Warschau) entwickelt wird. Er ist nur wenige Minuten von drei wichtigen Verkehrsknotenpunkten entfernt: dem Bahnhof Warszawa Wschodnia, dem Bahnhof Dworzec Wileński und der Haltestelle Warszawa Stadion. In der Nähe stehen Bahnverbindungen, die zweite U-Bahn-Linie, Straßenbahnen sowie Busse zur Verfügung. Derzeit läuft auch der Umbau des Bahnhofs „Warszawa Wschodnia“, der 2029 abgeschlossen sein soll. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Bahnhof täglich über 50.000 Fahrgäste abfertigen und in Zukunft direkten Zugang zur U-Bahn-Linie M3 erhalten, ohne dass man das Bahnhofsgebäude verlassen muss. Marc Lebbe, Managing Partner bei Liebrecht & wooD, weist darauf hin, dass die in Praga durchgeführten Investitionen das gesamte Stadtviertel schrittweise verändern und der Drucianka Campus inmitten neuer Wohnsiedlungen entsteht, darunter das von SGI realisierte Projekt „Drucianka Wschodnia“.

Über 100 Jahre Geschichte von „Drucianka“
Die Geschichte des Werks begann im Jahr 1899. Damals nahm ein belgisches Unternehmen eine Fabrik in der Objazdowa-Straße in Betrieb. Dort wurden Nägel, Ketten, Metallgitter und Stacheldraht hergestellt, und das Unternehmen erlangte schnell eine starke Position im Königreich Polen. In der Zwischenkriegszeit beschäftigte das Werk etwa 360 Mitarbeiter. Die Fabrik war Schauplatz zahlreicher Arbeiterproteste sowie der Aktivitäten von Karol Wójcik, dem späteren Namensgeber des Unternehmens. Im September 1939 wurden die Gebäude bombardiert, und während der Besatzungszeit verhaftete die Gestapo über 30 Mitarbeiter, die in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurden. Das Werk brannte während der Kämpfe um Praga im Jahr 1944 fast vollständig nieder. Nach dem Krieg wurde das Unternehmen wieder aufgebaut, verstaatlicht und in die „Warschauer Federfabrik namens Karol Wójcik“ umgewandelt, die Bauteile für die Automobil-, Luftfahrt- und Landwirtschaftsindustrie herstellte. Der Betrieb wurde schließlich im Jahr 2000 eingestellt.
Drucianka Campus – eine historische Fabrik mit einem zweiten Leben
Nach der Schließung der Fabrik verfielen die verlassenen Gebäude viele Jahre lang und fielen Vandalismus und Diebstahl zum Opfer. Der Prager Anwohnerverein „Michałów“ setzte sich für den Erhalt des wertvollen Industriekomplexes ein, doch der Durchbruch gelang erst im Jahr 2010. Damals wurde die ehemalige Fabrik in das Denkmalregister eingetragen. Im Jahr 2022 begannen dann die Vorbereitungen für die Revitalisierung der historischen Gebäude. Im Rahmen der Arbeiten sollen die historischen Gebäude ihr ursprüngliches Aussehen zurückerhalten und neue Funktionen in den Bereichen Handel, Dienstleistungen und Veranstaltungen erhalten, während zwischen ihnen drei sechsstöckige Bürogebäude entstehen werden. Das gesamte Projekt wird im Einklang mit der ESG-Politik des Bauträgers umgesetzt. Die Gebäude sollen das BREEAM-Zertifikat „Outstanding“ erhalten, das die höchsten Standards in Bezug auf Energieeffizienz und umweltfreundliches Bauen bestätigt.
Quelle: Pressematerial von Liebrecht & wooD Poland, napradze.waw.pl
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