Der nach dem Krieg erbaute Busbahnhof an der ul. 3 Maja in Danzig wird nicht in das Denkmalregister aufgenommen. Der Denkmalschutzbeauftragte der Woiwodschaft Pommern hat es abgelehnt, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Die Entscheidung ist jedoch noch nicht endgültig, weshalb noch Hoffnung besteht, das modernistische Bauwerk zu retten.
Busbahnhof in Danzig: Ist der Kampf vorbei?
Am 4. September 2026 traf der pommersche Denkmalschutzbeauftragte Dariusz Chmielewski eine Entscheidung über die Eintragung des Busbahnhofs in Danzig in das Denkmalregister. Der Denkmalschutz wurde abgelehnt. Das Verfahren wurde auf Antrag des Vereins zum Schutz der Nachkriegsarchitektur eingeleitet, der dieses charakteristische Beispiel des Modernismus retten wollte. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Gebäude sofort verschwinden könnte, da die Entscheidung des Denkmalschutzbeauftragten noch nicht endgültig ist. Der Verein hat ab Zustellung der Entscheidung 14 Tage Zeit, um beim Generaldenkmalpfleger Einspruch einzulegen. Später könnte die Angelegenheit auch vor das Verwaltungsgericht der Woiwodschaft und anschließend vor das Oberste Verwaltungsgericht gelangen.
Der Bahnhof aus den 70er Jahren
Der Entwurf des Gebäudes entstand in den Jahren 1968–1969 im Danziger Eisenbahnplanungsbüro. Das Team wurde vom Architekten Bernard Cofta geleitet; mit ihm arbeiteten Wiesław Pławiński, Andrzej Ulasiński und Jan Szuca zusammen. Der Bahnhof wurde am 18. März 1973 eröffnet. Für seine Zeit war das Gebäude sehr modern. Die leichte Konstruktion, die großen Glasflächen und der dynamisch geformte Baukörper hoben es von der damaligen Architektur im Bereich des städtischen Nahverkehrs ab. Der Busbahnhof wurde über einen unterirdischen Gang und Rolltreppen mit dem Hauptbahnhof Danzig verbunden. Man ging davon aus, dass er langfristig bis zu 27.000 Fahrgäste pro Tag bedienen würde. Interessanterweise wurde das Gebäude bereits ein Jahr nach seiner Eröffnung vom Bauministerium gewürdigt. Im Jahr 1974 erhielt das Planungsteam den Preis zweiter Klasse des Ministers für Bauwesen und Baumaterialien für den Entwurf des Busbahnhofs sowie des Tunnels, der ihn mit dem Bahnhof verbindet.

Der Bauträger hat andere Pläne
Das heutige Erscheinungsbild des Busbahnhofs weicht ziemlich stark vom ursprünglichen ab. Über Jahre hinweg wurde das Gebäude vernachlässigt und es wurden keine größeren Sanierungsarbeiten durchgeführt, bis schließlich der schlechte Zustand und die fragwürdige Ästhetik zu einem Argument für die Befürworter wurden, es durch einen Neubau zu ersetzen. Das Gelände gehört seit 2012 dem Bauunternehmen Górski, das den Abriss des bestehenden Gebäudes plant. Das neue Konzept sieht die Errichtung eines Handels- und Dienstleistungskomplexes mit Büros und einem Hotel vor. Der Busbahnhof selbst soll jedoch an diesem Ort verbleiben, allerdings würde er unter die Erde verlegt werden. Das Projekt wurde vom Gdyniaer Architekturbüro Kwadrat entworfen. Der Architekt Jacek Droszcz kündigt zudem an, die Aufschrift „Dworzec PKS“ als symbolische Spur des historischen Gebäudes zu erhalten.
Wird der Busbahnhof in Danzig verschwinden?
Die Ablehnung der Eintragung in das Denkmalregister erleichtert dem Investor die Umsetzung seiner Pläne erheblich, schließt die Angelegenheit jedoch noch nicht ab. Bürgerinitiativen können Widerspruch einlegen, und weitere Entscheidungen können vor dem Verwaltungsgericht angefochten werden. Erst nach Abschluss des gesamten Verfahrens wird sich zeigen, ob das markante Gebäude aus dem Jahr 1973 aus dem Stadtbild von Danzig verschwinden wird.
Quelle: gdansk.pl, radiogdansk.pl
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