Vor einigen Tagen fand eine Sitzung über die mögliche Restaurierung eines Abschnitts des alten Bromberger Kanals zwischen dem Grunwaldzki-Kreisel und der Grottgera-Straße statt. Der Abschnitt wurde in den 1970er Jahren zugeschüttet, und in letzter Zeit mehren sich die Ideen, ihn zu restaurieren. Die Veranstaltung mit dem Titel „Bydgoszcz-Kanal – Verborgenes Potenzial. Wie kann die Freilegung eines Kanalfragments den Stadtraum verändern?“ wurde im Kanalmuseum Bydgoszcz organisiert, das einer der Partner war. Dort wurde ein vom Architekten Pawel Mrozek in Zusammenarbeit mit der Stadtbewegung Bydgoszcz entwickeltes Rekonstruktionskonzept vorgestellt. Das Projekt zeigt eine neue Vision für ein Gebiet, das derzeit als Autostraße dient. In der Studie wird vorgeschlagen, einen grünen Erholungsweg zu schaffen, der mit dem Wassersystem verbunden ist.
Der Bydgoszcz-Kanal in neuem Gewand – Gestaltungsrichtlinien
Das Konzept sieht die Wiederherstellung des Bydgoszcz-Kanals entlang der Focha-Straße auf dem Abschnitt zwischen dem Grunwaldzki-Kreisel und der Mündung in die Brda an der Grottgera-Straße vor. Der Kanal würde anstelle der nördlichen Fahrbahn verlaufen, und der Autoverkehr würde auf der südlichen Seite in beide Richtungen geführt werden. Die Kapazität des Kreisverkehrs in Nord-Süd-Richtung bliebe unverändert. Der Ost-West-Verkehr würde auf andere Routen umgeleitet, darunter eine erweiterte WZ-Route. Diese Lösung ist Teil der größeren Pläne der Stadt zur Verkehrsberuhigung der Focha-Straße. Das Projekt umfasst auch eine neue Fahrbahn, die vom Kreisverkehr zur Szubinska-Straße führt.

Der neue Verlauf des Kanals würde dem historischen Verlauf vor der Modernisierung Anfang des 19. Jahrhunderts entsprechen. Die Inspiration kommt von ausländischen Projekten, wo ähnliche Investitionen die Umweltbedingungen und den täglichen Komfort der Bewohner verbessert haben. In Bydgoszcz würde dies zu einer Steigerung der Freizeitattraktivität des Gebiets und zu einer Ankurbelung der lokalen Wirtschaft und des Tourismussektors führen. Die Stadtbewegung von Bydgoszcz weist darauf hin, dass in den kommenden Jahren neue Finanzierungsquellen für solche Projekte in europäischen und nationalen Programmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Entwicklung von Grün- und Wasserinfrastrukturen entstehen könnten.
„Mit diesem Projekt kann die Stadt Geld verdienen. Der frei werdende Raum wird wirtschaftliche Aktivitäten und Steuereinnahmen generieren“, so Paweł Mrozek – argumentierte Paweł Mrozek.
Utrechts Grachten als Modell für Bydgoszcz
Ben Nijssen aus Utrecht, der sich für die Wiederherstellung der verschütteten Grachten in seiner Stadt einsetzt, war ein Gast der Veranstaltung. Utrecht und Bydgoszcz sind von der Größe her ähnlich und haben eine lange Geschichte, die mit dem Wassernetz verbunden ist. In den 1970er Jahren wurden in beiden Städten Teile der Grachten entfernt, um den Verkehr zu erleichtern. In Utrecht wurde Jahre später beschlossen, diesen Prozess rückgängig zu machen. Das Ergebnis ist das heutige Stadtbild, bei dem der Durchgangsverkehr das Zentrum umgeht und der restaurierte Kanal zu einem beliebten Treffpunkt geworden ist.
Der stellvertretende Vorsitzende der Stadtbewegung von Bydgoszcz, Pawel Piatkowski, wies darauf hin, dass eine ähnliche Vorgehensweise in Bydgoszcz möglich ist. „Wir wollen ein ähnliches Ziel in Bydgoszcz erreichen. Die Finanzierung des Projekts kann aus europäischen und nationalen Programmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Bau von grüner und blauer Infrastruktur erfolgen.“
Der Bydgoszcz-Kanal – über Herausforderungen und Chancen
Während der Konferenz wurde eine Debatte mit Vertretern der Architektenschaft, der städtischen Einrichtungen und der Universitäten organisiert. Zu ihnen gehörten Anna Pawlicka Zabojszcz, Anna Rembowicz Dziekciowska, Wojciech Nalazek, Ada Nawrocka und Tomasz Izajasz. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Restaurierung des Kanals ein wichtiger Bestandteil der künftigen Aktivitäten in der Stadt werden könnte. Es wurden Fragen zur Planung, Kommunikation und Finanzierung aufgeworfen, die noch geklärt werden müssen.
Partner der Veranstaltung „Der Bydgoszcz-Kanal – Verborgenes Potenzial. Wie kann die Freilegung eines Kanalabschnitts den Stadtraum verändern?“
Die Konferenz wurde von der Vereinigung Bydgoszcz Urban Movement organisiert. Partner waren das Kanalmuseum Bydgoszcz, der Verband Polnischer Architekten, Zweigstelle Bydgoszcz, die Botschaft des Königreichs der Niederlande, Inland Waterways International, der Verein der Liebhaber der Stadt Bydgoszcz und der Gutsverband Bocianowo Śródmieście Stare Miasto.

Quelle: Bydgoszcz Urban Movement
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Das Viertel jetzt und nach der geplanten Modernisierung. Foto: Google Maps und Bydgoszcz Urban Movement
















