Der Flughafen in Bishoftu ist der größte in Afrika. Es handelt sich um ein Projekt von Zaha Hadid Architects.

Die Ethiopian Airlines Group hat mit der Umsetzung des größten Flughafenprojekts in der Geschichte Afrikas begonnen. Etwa 40 km südlich der Hauptstadt Addis Abeba entsteht der Bishoftu International Airport – ein zukünftiger globaler Verkehrsknotenpunkt, der die Machtverhältnisse in der Weltluftfahrt völlig verändern soll. Für das architektonische Konzept ist das Büro Zaha Hadid Architects verantwortlich.

Der feierliche Spatenstich fand am 10. Januar 2026 statt, als der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed Ali den Grundstein für das Projekt legte. Er betonte, dass das Projekt die bisherigen Infrastrukturstandards in Afrika übertreffe und seine Kapazität mehr als viermal so groß sein werde wie die des derzeitigen Flughafens Bole, der in den nächsten Jahren an seine Kapazitätsgrenzen stoßen werde.

In der ersten Phase soll der Bishoftu International Airport 60 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Letztendlich soll der Flughafen mit vier Start- und Landebahnen und einem Abstellplatz für 270 Flugzeuge sogar 110 Millionen Reisende aufnehmen können. Das 12,5 Milliarden Dollar teure Projekt wurde geplant, um den Prognosen der IATA (International Air Transport Association) hinsichtlich des Wachstums des Passagieraufkommens gerecht zu werden und Äthiopien als wichtigen Transitknotenpunkt zwischen Afrika, Asien und dem Nahen Osten zu stärken.

Das Projekt von Zaha Hadid Architects wurde speziell für Ethiopian Airlines, die größte Fluggesellschaft des Kontinents, entwickelt. Der Flughafen soll zu einem Umsteigebahnhof mit höchstem Servicestandard werden, der für Passagiere konzipiert ist, die in der überwiegenden Mehrheit ihre Reise fortsetzen werden, ohne das Terminal zu verlassen. Aus diesem Grund ist ein umfangreiches Dienstleistungsangebot vorgesehen – von einem Hotel mit 350 Zimmern über zahlreiche Restaurants und Unterhaltungsbereiche bis hin zu Gärten und Innenhöfen, die den Reisenden während der Wartezeit auf ihren nächsten Flug zur Verfügung stehen.

Die Architekten haben jedem der Terminal-Piers einen individuellen Charakter verliehen, indem sie unterschiedliche Materialien und Farbpaletten verwendet haben, die von der Vielfalt der äthiopischen Regionen inspiriert sind. Die zentrale Verkehrsachse, inspiriert von der nahe gelegenen Großen Afrikanischen Grabenbruchschlucht, verbindet alle Teile des Terminals, verkürzt die Wege und erleichtert die Orientierung bei Umstiegen.

Die Lage des Flughafens fast 400 Meter tiefer als der derzeitige Bole Airport und die längeren Start- und Landebahnen ermöglichen eine Erhöhung des maximalen Startgewichts der Flugzeuge, was zu einem effizienteren Betrieb, einem geringeren Treibstoffverbrauch und der Möglichkeit längerer Direktverbindungen führt.

Der Bishoftu International Airport entsteht in der Region Oromia, wo ein mildes subtropisches Klima herrscht. Das Terminal wurde so konzipiert, dass es die LEED-Gold-Zertifizierung erhält – es sind natürliche Belüftung, Beschattung und halboffene Räume vorgesehen, die es den Passagieren ermöglichen, die lokalen Wetterbedingungen zu nutzen. Die Konstruktion basiert auf einer modularen Vorfertigung, um Flexibilität und Kosteneffizienz zu gewährleisten. Für den Bau werden lokale Materialien wie Beton, Zuschlagstoffe und Stahl verwendet.

Die Nachhaltigkeit des Projekts wird durch umweltfreundliche Lösungen unterstrichen: ein Regenwasserrückhaltesystem, das neue Feuchtgebiete schafft, Photovoltaikanlagen und die Anpflanzung einheimischer, dürreresistenter Pflanzenarten. Das Projekt sieht auch öffentliche Parks und Gärten vor, die den Passagieren auf beiden Seiten des Flughafens zugänglich sind.

Der neue Flughafen wird durch eine Schnellbahnverbindung mit Addis Abeba und dem bestehenden Flughafen Bole verbunden sein und damit zum Fundament des regionalen Verkehrsnetzes werden. Der Standort ermöglicht einen 24-Stunden-Betrieb ohne nächtliche Einschränkungen. Um den Flughafen herum entsteht Airport City – ein gemischt genutztes Bauprojekt, das Arbeitsplätze für rund 80.000 Menschen schaffen wird.

Cristiano Ceccato de Sabata, Direktor für Luftfahrt bei Zaha Hadid Architects, betonte, dass das Projekt nicht nur für Äthiopien, sondern für ganz Afrika von Bedeutung sei. Wie er hervorhob, verbinden Flughäfen Menschen und überwinden Barrieren, und der BIA werde zum Tor des Kontinents zur Welt werden. Wird dies tatsächlich geschehen? Das werden wir in einigen Jahren sehen. Der Plan sieht vor, dass die ersten Passagiere den neuen Flughafen bereits 2030 nutzen können.

Quelle: Zaha HadidArchitects

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