port w elblągu
fot. WSP Polska i WXCA GROUP

Der Hafen in Elbląg wird ausgebaut. Dies ist dank einer Förderung von 200 Millionen Złoty durch die EU möglich.

Der Hafen in Elbląg wird einer umfassenden Erweiterung unterzogen, der größten seit Jahrzehnten. Die Stadt hat sich für das Konzept eines neuen Terminals an der Żytnia-Straße entschieden und kündigt die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur an. Das gesamte Projekt soll bis Oktober 2029 abgeschlossen sein. Die Kosten für den Hafenbereich werden auf etwa 100 Millionen Zloty geschätzt, weitere 100 Millionen Zloty werden für den Umbau des Straßennetzes, das zu den Terminals führt, aufgewendet. Das Projekt wurde aus den Europäischen Fonds für Warmia und Mazury kofinanziert.

Wettbewerb für den Hafen in Elbląg entschieden, Zeit für die Dokumentation

Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden während einer Pressekonferenz in Kamieniczki Elbląskie bekannt gegeben. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium der Warschauer Unternehmen WSP Polska und WXCA GROUP, das ein Konzept mit dem Namen „Brama na Bałtyk” (Tor zur Ostsee) vorgeschlagen hatte. Die Jury hob das hohe Niveau der eingereichten Arbeiten und die große Konkurrenz hervor. Die Autoren des ausgewählten Entwurfs erhalten einen Geldpreis und werden zur Ausarbeitung der vollständigen Projekt- und Kostenplanungsunterlagen eingeladen. Vor Beginn der Arbeiten muss die Stadt die Ausführungspläne erstellen, Ausschreibungen durchführen und Auftragnehmer auswählen. Die Selbstverwaltung der Woiwodschaft hat bereits Beschlüsse gefasst, die die Unterzeichnung von Vorverträgen über die Finanzierung des Hafen- und Straßenbereichs ermöglichen.

port w elblągu
Foto: WSP Polska und WXCA GROUP

Neues Terminal in Elbląg und Ausbau des bestehenden

Das siegreiche Konzept sieht eine Vergrößerung des Terminals an der Radomska-Straße um etwa einen halben Hektar sowie den Bau einer neuen Anlage an der Żytnia-Straße auf einer Fläche von etwa 30 Hektar vor. Das neue Investitionsvorhaben wurde in drei Phasen unterteilt. Die erste Phase umfasst eine Fläche von etwa 17 Hektar, von denen 10 Hektar als Lagerplätze und der Rest als Verkehrsinfrastruktur genutzt werden sollen. In dieser Phase werden ein Kai, Verwaltungsgebäude, ein Gleisanschluss und Parkplätze für Lkw entstehen. Das Konzept sieht auch die Möglichkeit des Baus eines Hafenbeckens vor. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen die Straßenbauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen, die Arbeiten an den Terminals im Jahr 2027.

Foto: WSP Polska und WXCA GROUP

Wasser-, Schienen- und Straßentransport an einem Ort

Der neue Kai soll das gleichzeitige Anlegen von vier Schiffen mit einer Länge von bis zu 100 Metern, einer Breite von 20 Metern und einem Tiefgang von bis zu 4,5 Metern ermöglichen. Entlang der gesamten Anlegestelle wird eine Eisenbahnnebenstrecke verlegt, die einen direkten Umschlag zwischen Schiff und Waggon ermöglicht. Daneben wird eine Zufahrtsstraße für mobile Kräne und den Radverkehr angelegt. Die Planer haben ein Layout vorgeschlagen, das auf einer modularen Organisation des gesamten Hafenbereichs basiert. Die Lagerplätze können je nach Marktbedarf umgestaltet werden. Neben Stück- und Massengütern ist auch Platz für übergroße Ladungen vorgesehen, die unter anderem in der Energie-, Metall- und Offshore-Industrie sowie bei großen Infrastrukturinvestitionen zum Einsatz kommen. Nach Schätzungen wird der Hafen nach dem Ausbau jährlich etwa 2-3 Millionen Tonnen Güter umschlagen können.

Foto: WSP Polska und WXCA GROUP

200 Millionen PLN Unterstützung aus der EU

Die Umsetzung der Investition ist dank einer Vereinbarung mit der Europäischen Kommission möglich. Für den Ausbau des Hafens und der Zufahrtsinfrastruktur werden rund 200 Millionen PLN aus den Europäischen Fonds für Warmia und Mazury bereitgestellt. Die Stadtverwaltung betont, dass es sich um das größte Wirtschaftsprojekt in Elbląg seit mehreren Jahrzehnten handelt. Der Umbau des Straßennetzes umfasst unter anderem den Bau von Kreisverkehren im Bereich der Radomska-Straße und der Trasa Unii Europejskiej sowie die Modernisierung der Mazurska-Straße. Die Kommunalverwaltung geht davon aus, dass die Entwicklung des Hafens Danzig bei der Abfertigung kleinerer Schiffe entlasten und die Bedeutung der Subregion Elbląg für den See- und Binnenschiffsverkehr stärken wird. Diese Tatsache ist umso erfreulicher, als die Stadt eine sehr reiche Geschichte im Bereich der Wasserschifffahrt hat und somit zu ihren Wurzeln zurückkehrt.

Der Hafen von Elbląg mit seiner jahrhundertealten Tradition

Elbląg gehört zu den ältesten Hafenstädten an der südlichen Ostseeküste. Die Stadt wurde 1237 von den Kreuzrittern an der Mündung des Flusses Elbląg in die Frische Nehrung gegründet. Im Mittelalter hatte sie direkten Zugang zu den offenen Gewässern der Bucht, was den intensiven Handel mit Hansestädten wie Lübeck oder Brügge begünstigte. Im 14. und 15. Jahrhundert erlebte der Hafen seine Blütezeit. Getreide, Holz und Bernstein wurden exportiert, Tuch, Salz und Handwerksprodukte importiert. Darüber hinaus entwickelte sich der Schiffbau, wodurch Elbląg zu einer der reichsten Städte der Region wurde.

Der Zygmunt-August-Boulevard um 1930 und heute. Foto: Public Domain und Google Maps

Elbląg im Jahr 1944 und 2025. Der Verlust an Gebäuden ist deutlich zu erkennen. Quelle: National Collection of Aerial Photography und Google Maps

Nach der Eingliederung in das Königreich Preußen im Jahr 1454 behielt Elbląg seine wirtschaftliche Bedeutung, musste jedoch im Laufe der Zeit der wachsenden Bedeutung Danzigs weichen. Im 19. Jahrhundert, bereits innerhalb der Grenzen Preußens, kam es zu einer weiteren Entwicklungsphase der dortigen städtischen Industrie. Unter anderem entstand die Werft von Ferdinand Schichau, die Schiffe und Lokomotiven herstellte. Der Zweite Weltkrieg brachte die Zerstörung des überwiegenden Teils der schönen Stadt und der Hafeninfrastruktur mit sich. Nach 1945 wurde der Zugang Elblągs zum offenen Meer durch die neue geopolitische Situation in der Region des Frischen Haffs eingeschränkt. Dies schwächte seine Hafenfunktionen erheblich. Die Eröffnung des Kanals durch die Frische Nehrung im Jahr 2022 bot jedoch erneut die Möglichkeit eines direkten Zugangs zur Ostsee, ohne in russische Gewässer einfahren zu müssen.

Quelle: Stadtverwaltung Elbląg, radiogdansk.pl

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