wiz. Greg Architekci

Der Hatzfeld-Palast wird wieder Teil des Stadtbildes von Breslau sein. Nach dem Krieg war er verschwunden.

Das Hatzfeld-Schloss in Breslau wurde während der Belagerung der Festung Breslau im Jahr 1945 schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde ein Großteil der Ruinen abgerissen, sodass nur noch kleine Teile der Residenz übrig blieben – darunter der Portikus über dem Eingang. Fast 80 Jahre nach der Zerstörung bereitet das Unternehmen Rafin Developer die Rekonstruktion eines der wertvollsten klassizistischen Schlösser in Schlesien vor. In seinen Mauern wird ein Luxushotel unter der Marke „Autograph Collection by Marriott“ entstehen.

Der Hatzfeld-Palast – eine Perle des Klassizismus

Das Hatzfeld-Schloss an der heutigen Wita-Stwosza-Straße gehörte zu den repräsentativsten Residenzen des ehemaligen Breslau. Das erste Schloss für die Familie Hatzfeld entstand in den Jahren 1715–1719 nach einem Entwurf von Christoph Hackner. Das Gebäude überdauerte jedoch nicht lange – es wurde bei der Bombardierung von Breslau im Jahr 1760 während des Siebenjährigen Krieges schwer beschädigt. Einige Jahre später gab Fürst Franz Philipp Adrian von Hatzfeld den Bau eines neuen Gebäudes in Auftrag. Carl Gotthard Langhans, der spätere Schöpfer des Brandenburger Tors in Berlin, entwarf eine klassizistische Residenz, die von der italienischen Architektur inspiriert war. Das weitläufige Schloss mit seiner imposanten Fassade entstand in den Jahren 1765–1773 und nahm nach seiner Fertigstellung den gesamten Block zwischen den Straßen Wita Stwosza und Krowia ein.

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Das Hatzfeld-Schloss im Jahr 1730, Stich von C. Remscher nach Zeichnungen von F.B. Wernher aus „Urbis Vratislaviae“

Geschichte des Denkmals und dessen Zerstörung

Im Jahr 1802 ging das Schloss in den Besitz der Stadt Breslau über, die es als Verwaltungssitz nutzte. Im 19. Jahrhundert wurden die Innenräume des Gebäudes mehrfach umgebaut, behielten jedoch im Wesentlichen ihren repräsentativen Charakter bei. Der klassizistische Baukörper hingegen blieb fast 200 Jahre lang unverändert erhalten, bis zur Belagerung der Festung Breslau im Jahr 1945. Die heftigen Kämpfe um die Stadt verwandelten sie in eine Trümmerwüste – Schätzungen gehen von einer Gesamtzerstörung von bis zu 70 % aus, in der Altstadt sogar von bis zu 90 %. Das Hatzfeld-Schloss wurde ziemlich schwer beschädigt, und man verzichtete auf seinen Wiederaufbau; die Ruinen wurden bis in die 1960er Jahre nach und nach abgerissen. Von der prächtigen Residenz blieben lediglich der Portikus, das Vestibül sowie Teile der Mauern erhalten.

Das Hatzfeld-Schloss und der Weg zur Rekonstruktion

In den 1960er Jahren sicherte der Architekt Edmund Małachowicz die erhaltenen Überreste des Palastes und integrierte sie in die Galerie BWA Awangarda, mit dem Ziel, sie später im Rahmen der Rekonstruktion wieder zu nutzen. Fast ein halbes Jahrhundert lang diente das Gebäude als Galerie für zeitgenössische Kunst. Im Jahr 2019 wurde der Betrieb der BWA in das Gebäude des Hauptbahnhofs PKP verlegt, da sich der bauliche Zustand des Gebäudes an der Wita-Stwosza-Straße zunehmend verschlechterte. In der Zwischenzeit wurde der denkmalgeschützte Portikus vor fortschreitendem Verfall gesichert. Zwei Jahre später erwarb das Breslauer Unternehmen Rafin Developer die Immobilie, um der Stadt ihr klassizistisches Juwel zurückzugeben.

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Der Palast in drei Epochen. Quelle: Staatsarchiv Breslau, Google Maps, Greg Architekci

Das Marriott-Hotel im wiederaufgebauten Palast

Das Architekturbüro Greg Architekci hat auf der Grundlage zahlreicher Archivunterlagen einen Entwurf zur Wiederherstellung des historischen Baukörpers und der Fassade erstellt. Die erhaltenen Elemente des Denkmals werden in das wiederaufgebaute Gebäude integriert. Auf den neuesten Visualisierungen ist das Schloss in seiner ganzen Pracht zu sehen. In den Innenräumen werden heller Marmor, vergoldete Details, hohe Decken und eine dekorative Ausstattung dominieren, genau wie zu den Glanzzeiten der Residenz. Nach Abschluss des Projekts wird in dem Gebäude ein Luxushotel der Marke „Autograph Collection by Marriott“ mit rund 150 Zimmern, einem Spa-Bereich und Konferenzräumen seinen Betrieb aufnehmen. Der Investor schließt derzeit die Absprachen mit dem Denkmalschutzbeauftragten der Woiwodschaft ab. Sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen, wird das Verfahren zur Erteilung der Baugenehmigung eingeleitet. Die Arbeiten sollen Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen und etwa drei Jahre dauern.

Rafin wird den Hatzfeld-Palast wiederaufbauen

Für den Wiederaufbau des Hatzfeld-Palasts ist das Breslauer Unternehmen Rafin Developer verantwortlich, das seit über 20 Jahren auf dem Immobilienmarkt in Niederschlesien tätig ist. Das Unternehmen realisiert Wohn- und Gewerbeimmobilienprojekte und konzentriert sich seit einigen Jahren auch auf die Revitalisierung und Sanierung historischer Gebäude. Die Übernahme der Schlossruine im Jahr 2021 war ein weiterer Schritt in der Entwicklung dieses Geschäftsbereichs des Unternehmens.

Investor: rafin-developer.pl

Entwurf: gregarchitekci.pl

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