Nach den jüngsten Angaben wird der Kongresssaal im Palast der Kultur und Wissenschaft erst Mitte 2028 fertiggestellt sein. Das bedeutet, dass das 2014 begonnene Bauvorhaben insgesamt 14 Jahre dauern wird und die Kosten bereits von einigen Dutzend auf fast 478 Millionen Złoty gestiegen sind.
Der Kongresssaal im Palast der Kultur und Wissenschaft
Als im September 2014 mit der Sanierung des Kongresssaals begonnen wurde, war die Fertigstellung für das Jahr 2017 vorgesehen. Dieser Termin wurde jedoch nicht eingehalten, und die Arbeiten kamen zum Stillstand. Nach ihrer Wiederaufnahme im Herbst 2023 wurde erneut angekündigt, dass der Veranstaltungssaal Ende 2026/Anfang 2027 eröffnet werden solle. Auch dieser Termin erwies sich als unrealistisch. Im April 2026 teilte der Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski mit, dass das Publikum bei günstigem Verlauf der Arbeiten erst Mitte 2028 wieder in die Halle zurückkehren könne. Die größte Herausforderung für Architekten und Bauunternehmer stellte sich als die Entdeckung von über 1.400 Tonnen gesundheitsschädlichem Asbest sowie die Abweichungen zwischen den Bauunterlagen und dem tatsächlichen Zustand des Gebäudes heraus. Diese beiden Gründe werden als Hauptursachen für die erheblichen Verzögerungen genannt.
Kongresssaal: steigendeKosten und sich häufende Probleme
Die Geschichte des Bauvorhabens war von unzähligen Komplikationen geprägt. Bereits zu Beginn der Arbeiten stellte der Bauunternehmer fest, dass zusätzliche bauliche Maßnahmen erforderlich waren. Im Jahr 2016 meldete das Unternehmen Mermaid Construction Insolvenz an und hinterließ eine unvollendete Baustelle. Die folgenden Jahre vergingen mit der Erstellung neuer Unterlagen, Analysen und erfolglosen Ausschreibungen. Die COVID-19-Pandemie sowie der rasante Anstieg der Material- und Arbeitskosten haben den gesamten Prozess noch weiter in die Länge gezogen. Im September 2023 wurde das Konsortium aus Adamietz Warszawa und Adamietz als Auftragnehmer ausgewählt, doch im Laufe der Arbeiten wurden erneut weitere Asbestvorkommen entdeckt. Infolgedessen stieg der Investitionswert zunächst auf über 393 Mio. PLN und anschließend auf fast 478 Mio. PLN.

Modernisierung eines Teils des Kultur- und Wissenschaftspalasts aus den 1950er Jahren
Die Modernisierung des Kongresssaals betrifft dessen denkmalgeschütztes Interieur aus den 1950er Jahren. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die Verbesserung des Brandschutzes, die Anpassung des Gebäudes an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen sowie den vollständigen Umbau der technischen Infrastruktur. Die Anzahl der Aufzüge wird von vier auf sechs erhöht, die Anzahl der Toiletten von 29 auf 168 und die der Garderoben von 35 auf 75. Auch die Kellerräume, Dachböden und die Bühne werden einer Generalrenovierung unterzogen und mit modernen audiovisuellen Systemen, Beleuchtung sowie Bühnenmechanik ausgestattet, die die Durchführung selbst anspruchsvollster Veranstaltungen ermöglicht.
Rückkehr nach einer rekordlangen Renovierung
Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Zuschauer in neuen Sitzen Platz nehmen. Ihre Anzahl wird sich von 2.880 auf etwa 2.600 verringern – alles aufgrund der größeren Abstände, die gemäß den geltenden Brandschutzvorschriften erforderlich sind. Der Kongresssaal, der zusammen mit dem Palast der Kultur und Wissenschaft in den Jahren 1952–1955 eröffnet wurde, war Schauplatz vieler bedeutender Veranstaltungen. Dort fanden unter anderem das Konzert der Rolling Stones im Jahr 1967, das Finale der Miss-World-Wahl 2006 sowie die Auslosung der Gruppen für die UEFA-Euro 2012 statt. Sollte der aktuelle Termin nun endlich eingehalten werden, wird das historische Gebäude nach 14 Jahren Renovierung wieder seine ursprüngliche Funktion übernehmen. Das ist fast fünfmal so lange wie der Bau des gesamten Palasts der Kultur und Wissenschaft.
Quelle: architektura.muratorplus.pl, Denkmalschutzbeauftragter der Woiwodschaft Masowien
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