Die jüngsten Zahlen der brasilianischen Regierung bestätigen eine deutliche Verlangsamung der Entwaldung im Amazonasbecken. Das Ausmaß des Phänomens hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent verringert. Dies ist das beste Ergebnis seit 2013 und gleichzeitig ein Zeichen dafür, dass die laufenden Maßnahmen zur Verlangsamung der Entwaldung trotz der unterschiedlichen Situation in den Regionen des Landes Wirkung zeigen.
Was ist der Amazonas und warum ist er so wertvoll?
Das Amazonasgebiet ist das größte Regenwaldgebiet der Welt. Es erstreckt sich über Gebiete mehrerer südamerikanischer Länder, wobei der größte Teil in Brasilien liegt. Die Wälder hier spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung des globalen Klimas. Sie speichern große Mengen an Kohlendioxid und beeinflussen den Wasserkreislauf auf dem gesamten Kontinent. Der Amazonas ist außerdem eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde. Hier leben unzählige Pflanzen- und Tierarten, von denen viele nirgendwo sonst zu finden sind. Gleichzeitig sind die wertvollen natürlichen Ressourcen mit zahlreichen Bedrohungen verbunden. Die größte davon ist die Ausweitung von Landwirtschaft und Viehzucht. Intensive Landnutzung, Bergbau und illegaler Holzeinschlag führen zu einer raschen Umweltzerstörung. Der Verlust von immer mehr Waldfragmenten verringert deren Fähigkeit zur Klimaregulierung und erhöht das Risiko von Bränden und Dürren.
Entwaldung im Amazonasgebiet – die wichtigsten Ergebnisse des Berichts
Die veröffentlichte Studie zeigt, dass in den letzten 12 Monaten 5796 Quadratkilometer Wald im Amazonasgebiet verschwunden sind. Das sind 11 Prozent weniger als im Jahr zuvor. In dem Dokument wird hervorgehoben, dass in Brasilien seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr so wenig abgeholzt wurde. Die Informationen wurden kurz vor einem Treffen von Delegationen aus 143 Ländern bekannt gegeben, die zu zweitägigen Gesprächen über die Bewältigung des Klimawandels nach Brasilien gekommen waren. Die Daten sollten zeigen, in welche Richtung die Bemühungen des Landes gehen und wie wirksam sie bisher waren.

Das Mato Grosso-Problem
Der landesweite Rückgang spiegelt nicht die Situation im gesamten Amazonasgebiet wider. Im Bundesstaat Mato Grosso hat sich die Abholzung deutlich beschleunigt. Das Gebiet ist eines der Zentren der Landwirtschaft und der Rindfleischproduktion. Innerhalb von drei Jahren sind die Wälder schneller geschrumpft als zuvor, und seit 2023 hat sich die Abholzungsrate sogar um 26 Prozent erhöht. Brasilianische Medien weisen darauf hin, dass dies das größte Hindernis für die Erzielung noch besserer Ergebnisse ist.
Entwaldung in Brasilien und Politik
Die Politik von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva zielt darauf ab, die Zerstörung des Amazonaswaldes zu stoppen. Trotz der Schwierigkeiten in einigen Bundesstaaten zeigt der Bericht, dass sich die Abholzungsrate im gesamten Amazonasgebiet im Vergleich zum letzten Jahr der Regierung von Jair Bolsonaro halbiert hat. Der vorherige Präsident erlaubte eine intensive Nutzung der natürlichen Ressourcen des Amazonasgebiets. Sein Ansatz förderte die zunehmende Bergbautätigkeit und die Ausweitung der Landwirtschaft, was zu einem weiteren Waldverlust führte.
Eine Chance für den Amazonas
Die aktuellen Daten zeigen, dass sich die Kontrolle über die Entwaldung im Amazonasgebiet deutlich verschoben hat. Trotz lokaler Probleme nähert sich das Land dem Stand vom Anfang des letzten Jahrzehnts. Der Schutz des Gebiets ist für die Zukunft des Klimas und die Erhaltung der biologischen Vielfalt von entscheidender Bedeutung, so dass weitere Maßnahmen erhebliche Auswirkungen auf die globale Umwelt haben werden.
Quelle: bankier.co.uk
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