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Der viktorianische Stil neu interpretiert. So haben sie ihr Haus in London umgebaut

Im Londoner Stadtteil Stamford Brook ist ein Wohngebäude entstanden, das eine Erweiterung eines historischen Hauses aus der viktorianischen Zeit darstellt. Obwohl seine Form deutlich seine moderne Herkunft betont, orientiert sich der Baukörper an den benachbarten Gebäuden, die typisch für das Stadtbild der britischen Hauptstadt sind. Das Projekt des Architekturbüros Goldstein Heather verwandelte ein enges, schmales Londoner Haus aus der Zeit vor 150 Jahren in ein fast 500 Quadratmeter großes Anwesen.

Das erweiterte Haus in London

Angelina und Rowan kauften das alte Haus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor 10 Jahren. Es handelte sich um ein schmales, für diese Gegend typisches Gebäude mit einer komplizierten Raumaufteilung, die den heutigen Standards überhaupt nicht entsprach. Die Räume waren klein und beengt, weshalb die Bewohner oft ganze Tage verbrachten, ohne sich überhaupt zu begegnen. Das Esszimmer lag tief im Inneren des Hauses und es fehlte dort deutlich an Licht, während der Garten vernachlässigt und vom Inneren aus kaum zu sehen war. Die Situation änderte sich grundlegend, als das leerstehende Grundstück nebenan zum Verkauf stand. Die Eigentümer des viktorianischen Hauses sahen darin eine Chance für eine Erweiterung und eine vollständige Neugestaltung des veralteten Grundrisses.

„Dank der Zusammenarbeit mit Goldstein Heather ist es uns gelungen, ein helles, harmonisches Haus zu schaffen, das auf unseren Lebensstil zugeschnitten ist. Es ist ein Raum, der mit Blick auf die Zukunft konzipiert wurde“, sagt Rowan.

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Die Architekten Simon Goldstein und Giles Heather

Ein Gebäude voller natürlichem Licht

Der neue Teil des Hauses präsentiert sich in einer recht schlichten, aber dennoch charakteristischen Form. Die Fassade besteht aus hellgelben Ziegeln, kombiniert mit Putz in zwei Farbtönen. Im obersten Stockwerk haben die Architekten eine rhythmische, harmonikaförmige Einbuchtung vorgesehen, die die Masse des Gebäudes optisch aufbrechen und ihm Leichtigkeit verleihen soll. Um die historische Kontinuität der Reihe miteinander verbundener Häuser zu bewahren, verfügt der Anbau über einen separaten Eingang mit einem Vorgarten und wirkt wie ein eigenständiges Anwesen, während die Innenräume mit dem viktorianischen Nachbarhaus verbunden sind. Dessen beschädigte Fassade wurde sorgfältig renoviert. Im Rahmen der Renovierung wurden Schichten weißer Farbe entfernt, die Fugen zwischen den Ziegeln erneuert und die Details der Attika wiederhergestellt. Der alte Teil des Hauses hat sein ursprüngliches, elegantes Aussehen zurückgewonnen. Der neue Baukörper hebt sich davon ab, doch beide bleiben optisch stimmig und bilden ein gelungenes Paar.

Eine große Rolle im Entwurf des Büros Goldstein Heather spielt der Bogen. Dieses klassische Motiv taucht sowohl außen als auch im Innenbereich auf. Weiche, abgerundete Übergänge verleihen dieser recht strengen Architektur ein plastischeres Aussehen und beeinflussen die Lichtverteilung.

„Dieses Haus spiegelt die Philosophie unseres Büros gut wider. Es ist eine Architektur entstanden, die der Gegenwart entspricht und gleichzeitig zeitlos ist“, betont Giles Heather.

Der viktorianische Stil neu interpretiert

Das Londoner Haus von Angelina und Rowan verfügt über mehrere klar voneinander getrennte Ebenen, die jedoch geschickt miteinander verbunden wurden. Das Herzstück des Anwesens bildet ein hoher, zweistöckiger Raum. Seine Aufgabe ist es, das Innere zu beleuchten und die Wegeführung auf den einzelnen Etagen zu organisieren. Hier hängt eine große Lampe, die die Größe des Raumes unterstreichen und die verschiedenen Stockwerke optisch miteinander verbinden soll. Im Erdgeschoss wurde ein offener Wohnbereich mit Küche, Esszimmer und Wohnzimmer eingerichtet. Weiter oben wurde hingegen ein eher gemütlicherer Bereich gestaltet. Eine der Etagen dient als offenes Wohnzimmer mit Blick nach unten. Die nächste Etage ist für die Kinder vorgesehen, mit der Möglichkeit, sie später in separate Zimmer aufzuteilen. Ganz oben befindet sich das Schlafzimmer der Hausherren mit einem privaten Balkon. Was bei einem Besuch des Hauses sofort ins Auge fällt, ist die hölzerne Treppe mit ihrer sanften, geschwungenen Form. Mit jedem weiteren Stockwerk werden die Podeste breiter und der Lichteinfall nimmt zu. Fenster, Oberlichter und Öffnungen rahmen wunderschöne Ausblicke auf den Park, die Straßenbäume und den Garten ein.

Das Haus in London und seine Innenräume

Die Innenräume des Hauses wurden auf der Grundlage natürlicher Materialien und einer ruhigen, ausgewogenen Farbgebung gestaltet. Hier dominieren Holz, Stein und helle Oberflächen, die das Licht gut reflektieren. Das Gesamtbild ist insgesamt zurückhaltend, aber nicht ohne markante Akzente. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Küche gewidmet, die gemeinsam mit Sebastian Cox entworfen wurde. Ihr Herzstück ist eine lange Marmorinsel mit grüner Maserung. Ergänzt wird sie durch Möbel aus Esche sowie Fronten mit einer charakteristischen, leicht gewellten Struktur, die an Details der Fassade anknüpft.

Der großzügige Raum im Erdgeschoss wurde schnell zum beliebtesten Treffpunkt. Das Haus eignet sich sowohl für den Alltag als auch für größere Besuche von Verwandten oder Freunden. Die einzelnen Bereiche des Hauses sind miteinander verbunden, was den Kontakt zwischen den Hausbewohnern und den Gästen erleichtert.

„Dies ist ein Ort, an dem unsere Kinder länger bleiben können und unsere Lieben bei Besuchen in London immer Platz finden“, fasst Rowan zusammen.

Entwurf: Goldstein Heather
Fläche des alten Hauses: 227 m²
Fläche des Anbaus: 244 m²
Fotos: James Retief

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