Diese 42 m² große Wohnung in Katowice zeigt, dass auch ein kleiner Wohnraum zu einem vollwertigen Lebensraum werden kann, wenn die Gestaltung auf den tatsächlichen Bedürfnissen der Bewohner basiert. Anstatt um jeden Zentimeter Fläche zu kämpfen, wurden hier Konsequenz, Ordnung und bewusste Entscheidungen umgesetzt, die dem Innenraum eine klare Struktur verliehen haben.
Schon beim Betreten wird deutlich, dass die Raumaufteilung so durchdacht ist, dass sie den Bewohner auf natürliche Weise durch den Raum führt. Das Wohnzimmer wurde mit der Küchenzeile verbunden, wodurch ein einziger, funktionaler Bereich entstanden ist. Seine Übersichtlichkeit resultiert aus der logischen Anordnung und den einheitlichen Materialien, die den Raum ohne übermäßige Dekoration ordnen. Die Einbaumöbel wurden maßgefertigt, wodurch sie als dezenter Hintergrund dienen und Elemente verbergen, die den Gesamteindruck stören könnten.
In der Küche wurde bewusst auf Oberschränke verzichtet, um den Blick zu öffnen und mehr Licht hereinzulassen. Das zentrale Element des Wohnbereichs ist ein Stahltisch, der gleichzeitig als Esstisch und Arbeitsplatz dient. Seine markante Form bildet einen Kontrapunkt zur weichen, gedämpften Farbpalette und unterstreicht zugleich den architektonischen Charakter des Interieurs.
Die Materialien wurden so ausgewählt, dass sie eine harmonische, aber dennoch abwechslungsreiche Komposition bilden. Stein mit markanter Maserung und Holz setzen ausdrucksstarke Akzente, während die neutralen Farben der Wände und Einbauten es dem Licht ermöglichen, den Raum frei zu gestalten. Stoffe mit unterschiedlichen Texturen verleihen Weichheit und unterstreichen die alltägliche, sinnliche Dimension der Wohnung. Im Wohnzimmer zieht das an der Wand lehnende Strukturbild „Fala“ von Izabela Starzyk die Blicke auf sich – ein Element, das den Raum um eine subtile, materielle Tiefe bereichert.

Die funktionale Aufteilung wurde so geplant, dass sie dem natürlichen Tagesablauf entspricht. Küche, Esszimmer und Wohnzimmer gehen fließend ineinander über, behalten dabei jedoch klar definierte Funktionen bei. Das Schlafzimmer dient als Ruhezone, in der nur wenige Reize zum Einsatz kommen, um eine Atmosphäre zu schaffen, die der Erholung förderlich ist.
Eine wichtige Rolle spielen hier die Details – ausgefeilt, aber unaufdringlich. Ein eigens für diesen Raum entworfenes Spiegelobjekt reflektiert das Licht und erweitert subtil die Perspektive. Keramik mit organischen Formen sowie sorgfältig ausgewählte Accessoires verleihen dem Raum einen persönlichen Charakter, ohne ihn zu dominieren.
Das Ganze ist ein Beispiel für bewusstes Design, bei dem Form, Funktion und Material miteinander harmonieren, anstatt miteinander zu konkurrieren. Die Wohnung versucht nicht, größer zu wirken, als sie ist – sie nutzt ihre Fläche als Vorteil und zeigt, dass 42 m² ein vollständiger, durchdachter und komfortabler Raum sein können.
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Über die Architektin:
Karolina Holda – Innenarchitektin und Gründerin von Holda Studio. Sie entwirft Wohn- und Gewerbeflächen, darunter Wohnungen, Büros, Praxen, Boutiquen und Restaurants. Jedes Projekt begleitet sie ganzheitlich: vom Konzept bis zur endgültigen Fertigstellung, wobei sie Projekte in Polen und im Ausland realisiert. Ihre Ausbildung absolvierte sie im Fachbereich Innenarchitektur an der Schlesischen Akademie sowie im Rahmen zahlreicher Kurse an der University of the Arts London (UAL), wo sie ihre Fähigkeiten zur Raumgestaltung und visuellen Erzählung weiterentwickelte. Ergänzt wurde dies durch eine betriebswirtschaftliche Ausbildung an der Queen Mary University in London. Die Erfahrung mit der Führung einer eigenen Modemarke prägte ihre Herangehensweise an Details, Proportionen und die Harmonie der Materialien. In ihrer Entwurfsarbeit verbindet sie ihr Wissen über Struktur, Farbe und Form und schafft so Innenräume, die auf die Bedürfnisse und den Lebensstil der Nutzer zugeschnitten sind.
Entwurf: Karolina Holda / HOLDA Studio
Fotos:Kaja Osikowska-Tasz / Pietruszka Fotografia
Styling:Eliza Mrozińska
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