Auf dem Gipfel des Łysica im Świętokrzyskie-Gebirge wurde eine Initiative zur Rekonstruktion eines einzigartigen Objekts, der Armiński-Pyramide, gestartet. Sie galt als die erste polnische geodätische Markierung. am 10. Juli 2025 wurden die Aktivitäten zur Wiederherstellung des historischen Messpunkts, der im 19. Jahrhundert die Geburtsstunde der modernen Geodäsie auf polnischem Boden symbolisierte, offiziell eingeweiht. Die Stätte wurde 1830 von den russischen Invasoren im Rahmen der Repressionen nach dem Novemberaufstand zerstört. Der geplante Wiederaufbau hat daher nicht nur eine historische, sondern auch eine symbolische Dimension.
Historische Bedeutung des Punktes auf der Łysica
Die ursprüngliche Pyramide wurde 1828 auf Initiative von Stanisław Staszic und unter der Leitung des Astronomieprofessors Franciszek Armiński errichtet. Der Punkt war das zentrale Element eines Triangulationsnetzes, das seinerzeit zur Vermessung des altpolnischen Industriegebiets geschaffen wurde. Das gesamte Netz umfasste etwa 3 000 Dreiecke und erstreckte sich über das Gebiet des heutigen Kreises Kielce und einen Teil der heutigen Woiwodschaft Mazowieckie. Reste des Fundaments der Pyramide sind noch auf dem Gipfel der Łysica zu finden. Die Steine, aus denen sie gebaut wurde, wurden von den Russen in der unmittelbaren Umgebung verstreut.
Die Armiński-Pyramide – eine gemeinsameInitiative lokaler Institutionen
Das Wiederaufbauprojekt steht unter der Leitung des Koordinierungsteams für das Gedenken an die Armiński-Pyramide. Es besteht aus Vertretern des Polytechnikums Swietokrzyska, des Nationalparks Swietokrzyska, des Landesamtes für Denkmalschutz, des Verbandes der polnischen Vermessungsingenieure und Privatpersonen. Mariusz Meus, ein Vermessungstechniker aus Krakau, war besonders aktiv beteiligt. Das Team hat die Aufgabe, ein Konzept für das Gedenken an die Stätte zu entwickeln. Die Vorschläge werden dann dem wissenschaftlichen Rat des Świętokrzyski-Nationalparks zur Bewertung vorgelegt. Wie das Bezirksamt für Starost in Kielce betont, darf die mögliche Form des Wiederaufbaus die derzeitigen religiösen und kulturellen Funktionen der Stätte nicht beeinträchtigen und ihre natürlichen Werte nicht verletzen.

Gedenken an das technische Erbe
Die Initiative wird von der Vermessungsverwaltung des Bezirks Kielce aktiv unterstützt. Mariusz Ściana von der Kreisverwaltung weist darauf hin, dass die Stätte in einem Gebiet liegt, in dem der Landrat Aufgaben im Zusammenhang mit der Geodäsie und dem Schutz geodätischer Zeichen wahrnimmt, so dass die Gedenkaktion aus Sicht der lokalen Verwaltung wichtig ist. Laut Paweł Kowalczyk, Bezirksgeometer und Leiter der Abteilung für Geodäsie und Immobilienverwaltung, ist die Rekonstruktion eine Form der Ehrung derjenigen, die durch Wissen und Wissenschaft für die wirtschaftliche Entwicklung und die Unabhängigkeit Polens gekämpft haben. Mit der Zerstörung des Punktes durch die russischen Behörden sollten die Errungenschaften des polnischen technischen und wirtschaftlichen Denkens untergraben werden.
Die Armiński-Pyramide – symbolischeDimension der Investition
Der Wiederaufbau der Pyramide soll mit zwei Jubiläen zusammenfallen: dem 60-jährigen Bestehen der Technischen Universität Świętokrzyska und dem 200-jährigen Bestehen des ursprünglichen Gebäudes, das im Jahr 2028 begangen wird. Das Projekt soll an die historische Bedeutung der Geodäsie und ihre Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und des Landes erinnern. Nach dem Willen der Initiatoren soll das Gebäude ein Symbol der Erinnerung an Persönlichkeiten wie Staszic und Armiński und ein Zeugnis für die Kontinuität der polnischen technischen Tradition werden.
Quelle: Mariusz Meus, Poviat Starosty in Kielce
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