Mehr als 20 Jahre nach der letzten Sanierung präsentiert sich der historische Wasserturm „Gruba Kaśka“ am Plac Bankowy in Warschau wieder in seiner ganzen Pracht. Der Brunnen aus dem 18. Jahrhundert, der zu den wertvollsten Denkmälern der ehemaligen Hauptstadt zählt, wurde unter der Aufsicht des Denkmalschutzbeauftragten umfassend restauriert.
„Gruba Kaśka“ und ihre Geschichte
„Gruba Kaśka“ entstand zwischen 1783 und 1787. Ihren Namen verdankt sie höchstwahrscheinlich ihrer massiven, zylindrischen Form. Früher war sie das zentrale Element des heute nicht mehr existierenden Placyk Tłomackie, und noch in der Zwischenkriegszeit schöpften unter anderem die Warschauer Kutscher dort Wasser. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Bebauung der Umgebung fast vollständig zerstört. Der Brunnen selbst blieb erhalten, erlitt jedoch ziemlich schwere Schäden. Glücklicherweise wurde er bereits 1947 wieder aufgebaut. Kurz darauf begann der Bau der Trasa W-Z, was den Charakter der Umgebung des Brunnens völlig veränderte. Seitdem befindet sich das historische Bauwerk zwischen den stark befahrenen Fahrspuren der Allee „Solidarności“.
Die Zeit hat ihre Spuren an dem Denkmal hinterlassen
Der fast 240 Jahre alte Brunnen ist seitdem starken Erschütterungen durch den Straßenbahn- und Autoverkehr sowie Verschmutzungen ausgesetzt. Seit der letzten Sanierung sind über 20 Jahre vergangen, weshalb an der Fassade zahlreiche Risse, Putzabplatzungen, Absplitterungen und Abnutzungsspuren entstanden sind. Auch Spuren von Vandalismus in Form von Schriftzügen und Graffiti waren zu sehen. Aufgrund des schlechten technischen Zustands wurden umfangreiche Arbeiten notwendig, um diesem einzigartigen Denkmal des alten Warschaus seinen Glanz zurückzugeben.

Sandstein, Holz und ein historisches Drehkreuz
Die Sanierung wurde von der Stadtstraßenverwaltung durchgeführt. Im Rahmen der Arbeiten wurden der Sockel aus Sandstein und die den Brunnen umgebenden Granitpflastersteine gereinigt, Fehlstellen im Putz ausgefüllt sowie die Metall- und Holzelemente konserviert und geschützt. Auch im Inneren des Bauwerks wurden Arbeiten durchgeführt. Die Wände und Holzbalken wurden renoviert, der morsche Fußboden komplett ausgetauscht und das historische Windrad rekonstruiert und wieder an seinem Platz montiert. Das Bauwerk hat sein ursprüngliches Aussehen und die Fülle seiner historischen Details wiedererlangt.
„Gruba Kaśka“ unter Aufsicht
Aufgrund des Denkmalstatus wurden alle Arbeiten gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzbeauftragten durchgeführt. An den Maßnahmen war auch ein Ornithologe beteiligt, da in den Fensternischen regelmäßig Vögel nisten. Die abgeschlossene Sanierung hat „Gruba Kaśka“ ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückgegeben, die wertvolle historische Substanz gesichert und es ermöglicht, für zukünftige Generationen ein seltenes Zeugnis des Vorkriegs-Warschaus auf der linken Seite der Weichsel zu bewahren.
Quelle:Stadtverwaltung Warschau
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