Twierdza Wisłoujście
Wieża z hełmem i bez. Fot. Muzeum Gdańska i Andrzej Otrębski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Festung Wisłoujście bekommt ihre Turmspitze zurück! Sie hatte sie im 19. Jahrhundert verloren

Die Festung Wisłoujście steht vor umfassenden Veränderungen. Das Denkmal aus dem 14. Jahrhundert wird in Kürze umfangreichen Restaurierungsarbeiten im Wert von über 20,5 Millionen Złoty unterzogen. Das Museum von Danzig hat zu diesem Zweck eine Förderung in Höhe von 12,2 Millionen Złoty aus dem FEnIKS-Programm erhalten. Die spektakulärste Veränderung wird der Wiederaufbau der barocken Turmspitze sein, die nach einem durch einen Blitzschlag verursachten Brand im Jahr 1889 verloren ging. Die Rekonstruktion soll dem Denkmal die Form zurückgeben, die aus Stichen und Archivplänen aus dem 18. Jahrhundert bekannt ist.

Die Rückkehr der historischen Turmspitze

Der Turm der Festung Wisłoujście steht seit 1945 ohne Turmspitze. Dies ist eine Neuheit in seiner fast 550-jährigen Geschichte, da er während des größten Teils dieser Zeit mit einer Turmspitze über der Mündung der Toten Weichsel thronte. Nach schweren Zerstörungen während der Kämpfe um Danzig am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Turmkörper wieder aufgebaut, doch eine Turmspitze wurde nicht mehr angebracht. Nun beabsichtigt das Danziger Museum, die prächtige Barockkonstruktion aus dem 18. Jahrhundert wiederherzustellen, die zuvor vom Denkmalschutzbeauftragten genehmigt wurde. Die rekonstruierte Turmspitze soll etwa 40 Meter hoch werden.

Twierdza Wisłoujście
Zeichnung des zentralen Teils der Festung, Zustand vor der Zerstörung im Jahr 1889 und heute. Quelle: Staatsarchiv in Danzig und vetinari/fotopolska.eu

Festung Wisłoujście – die Sanierung dauert bis 2029

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Europäische Fonds für Infrastruktur, Klima und Umwelt 2021–2027“ durchgeführt und dauert bis Mitte 2029. Die Arbeiten umfassen eine Fläche von fast 180.000 m², also fast den gesamten historischen Festungskomplex. In der Anlage entstehen neue Ausstellungsräume, Werkstätten sowie ein modernes Besucherzentrum mit einer Dauerausstellung. Zu den Exponaten gehört ein über drei Meter langes Modell eines Schiffes der königlichen Kriegsflotte aus dem 17. Jahrhundert, das als das größte Modell dieser Art in Polen angekündigt wird.

Die Geschichte der Festung Wisłoujście in Danzig

Die Geschichte der Festung begann bereits im 14. Jahrhundert, als an der Weichselmündung ein hölzerner Wachturm stand, der den Schiffsverkehr zum Danziger Hafen kontrollierte. Im Jahr 1482 wurde an dieser Stelle ein zylindrischer Backsteinturm errichtet, der als Leuchtturm, Beobachtungspunkt und Verteidigungsstellung diente. Im 16. und 17. Jahrhundert entstanden um ihn herum ein gemauerter Artilleriekranz sowie moderne Bastionsbefestigungen vom Typ Carré. Die Festung wehrte Belagerungen durch die Truppen von Stefan Batory, die schwedische Flotte sowie die russische, preußische und napoleonische Armee ab und galt lange Zeit als nahezu uneinnehmbar.

Twierdza Wisłoujście
Der Turm mit und ohne Turmhelm. Foto: Museum von Danzig und Andrzej Otrębski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Festung Wisłoujście erhält ihre Turmspitze zurück

Die Geschichte der Turmspitze der Festung gleicht dem Drehbuch eines historischen Dramas. Die erste Renaissance-Turmhaube entstand 1593 und beherbergte ein Navigationslicht für Schiffe, die nach Danzig einliefen. Die Konstruktion brannte 1709 bei einem Großbrand nieder, der Überlieferungen zufolge von einem Pfeife rauchenden Wächter ausgelöst wurde. Nach dem 1721 abgeschlossenen Wiederaufbau entstand eine deutlich dekorativere Turmspitze mit barocken Zügen, die 1889 durch einen Blitzschlag zerstört wurde. Zwei Jahre später ersetzte sie eine mit Schiefer gedeckte konische Turmspitze, die von den Einwohnern spöttisch als „Zuckerkopf“ bezeichnet wurde.

Millionen für die Rettung des Danziger Denkmals

Die aktuelle Förderung ist nicht die erste große Unterstützung für die Rettung der Festung Wisłoujście. Im Jahr 2020 erhielt das Danziger Museum ein Sanierungsdarlehen in Höhe von 12,5 Millionen Złoty aus dem Regionalen Operationellen Programm der Woiwodschaft Pommern für die Jahre 2014–2020. Ein Jahr später wurden weitere 15 Millionen Złoty im Rahmen eines sogenannten städtischen Darlehens bereitgestellt, das vom Pommerschen Entwicklungsfonds verwaltet wird. Dank der neuen Mittel wird es möglich sein, die Konservierungsarbeiten zu beschleunigen und den historischen Charakter des Bauwerks wiederherzustellen. Dieses gilt heute als eines der wertvollsten Beispiele für moderne Verteidigungsarchitektur in Europa.

Quelle: media.muzeumgdansk.pl

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