Most Grunwaldzki wrocław
Źródło: zdium.wroc.pl

Die Grunwald-Brücke wird ihr ursprüngliches Aussehen zurückerhalten. Unter anderem werden die Inschriften wieder angebracht.

Die Grunwald-Brücke in Breslau steht vor der umfangreichsten Modernisierung seit Jahrzehnten. Das Projekt soll der Brücke ihr historisches Aussehen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurückgeben und gleichzeitig ihren technischen Zustand verbessern. Es steht bereits fest, dass zu den wiederherzustellenden Elementen auch die Vorkriegsbeschriftungen „Kaiser Brücke“ gehören werden, die für nicht wenig Diskussionen sorgen. Unter dem Text haben wir eine Umfrage mit einer Frage zu diesen umstrittenen Elementen veröffentlicht.

Die Grunwald-Brücke: ein Wahrzeichen von Breslau

Die Grunwald-Brücke wurde am 10. Oktober 1910 als „Kaiserbrücke“ – zu Ehren von Kaiser Wilhelm II. – in Betrieb genommen. Der Entwurf der Brücke entstand mit Blick auf das sich damals entwickelnde Breslau und wurde schnell zu einer der technisch fortschrittlichsten Hängebrücken Europas. Das Bauwerk war für den Straßen-, Straßenbahn- und Fußgängerverkehr vorgesehen. Die Konstruktion wurde aus genietetem Stahl gefertigt, während die etwa 20 Meter hohen Pylone aus mit Granit verkleideten Ziegeln errichtet wurden. Dank ihrer schlanken Proportionen und der charakteristischen Anordnung der Seile ist die Brücke heute ein Beispiel für die äußerst fortschrittliche Ingenieurskunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Der Krieg veränderte das Erscheinungsbild der Brücke

Während der Belagerung der Festung Breslau im Jahr 1945 wurde die Brücke erheblich umgebaut. Von den Pylonen wurden die verzierten Kappen, ein Teil der Reliefs sowie dekorative Details entfernt, um den Betrieb eines provisorischen Flugplatzes im Bereich des Grunwald-Platzes zu ermöglichen. Die Brücke selbst wurde demontiert und auf Lastkähnen in Sicherheit gebracht, wodurch sie die Wirren des Krieges überstand. Nach 1945 gehörte Breslau zu Polen. Die ehemalige Kaiserbrücke wurde wieder aufgebaut, doch einige Elemente kehrten nicht mehr zurück. Verschwunden sind unter anderem die beiden Aufschriften „Kaiser Brücke“ – jeweils eine auf jeder Seite der Brückenpfeiler –, die Kaiserkrone sowie das Wappen der Hohenzollern. Die Grunwald-Brücke präsentiert sich daher in vereinfachter Form, ohne einen Teil ihrer ursprünglichen Ausstattung – dies ist auf den Vergleichsfotos gut zu erkennen.

Die Grunwald-Brücke im Jahr 1931 und 2024. Quelle: http://fortepan.hu und Google Maps

Die Kuppeln, Laternen und die Aufschrift „Kaiserbrücke“ werden wiederhergestellt

Die Stadt hat ein mit dem Denkmalschutzbeauftragten der Woiwodschaft Niederschlesien abgestimmtes Sanierungsprojekt für die Brücke ausgearbeitet. Die Unterlagen sehen die Wiederherstellung der nach 1945 verlorengegangenen Details vor. Auf den Pylonen werden wieder die historischen Kuppeln zu sehen sein, ebenso wie die verzierten Laternen, Reliefs und andere Elemente. Auch die ursprüngliche Farbgebung der Brücke, die auf der Grundlage von Untersuchungen ermittelt wurde, wird wiederhergestellt. Am meisten Aufsehen erregt die Entscheidung, die beiden Inschriften „Kaiser Brücke“ wiederherzustellen, die vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf der Brücke zu sehen waren. Sie haben sowohl Befürworter als auch Gegner. Erstere betonen den historischen Wert und die Authentizität des Denkmals, während Letztere auf den deutschen Ursprung des Namens hinweisen, der ihrer Meinung nach den polnischen Charakter von Breslau beeinträchtigen würde. Der Denkmalschutzbeauftragte hat jedoch die Wiederherstellung der Inschriften als ursprüngliches Ausstattungselement des Bauwerks genehmigt.

Die Grunwald-Brücke und die größte Sanierung seit vielen Jahren

Die Arbeiten konzentrieren sich zudem auf die Verbesserung des technischen Zustands der Brücke. Die Stahlbeton-Brückenplatte, die Fahrbahnoberfläche, die Dämmungen sowie die Straßenbahnschienen, die in Zusammenarbeit mit der MPK Wrocław vorbereitet werden, werden erneuert. Die Stahlkonstruktion wird hingegen umfassend gegen Korrosion geschützt, und Fachleute werden ihren technischen Zustand sowie die Möglichkeit einer Erhöhung der zulässigen Tragfähigkeit von 30 auf 40 Tonnen bewerten. Ebenfalls ausgetauscht werden korrodierte Bauteile und Ausstattungselemente der Brücke, darunter die Gehwegplatten. Das Projekt sieht darüber hinaus den Bau einer Fußgänger- und Radfahrerunterführung unter der Brücke vor, die die Verbindung zwischen dem Boulevard und dem Oderufer erleichtern wird.

Wann beginnen die Arbeiten?

Die Straßen- und Stadtverwaltungsbehörde bestätigte am Freitag, dem 31. August, die Vorbereitungen für die Sanierung der Grunwald-Brücke sowie den Umfang der Investition. Nach inoffiziellen Informationen von Radio Wrocław könnten die Arbeiten im Januar 2028 beginnen und im Dezember 2029 abgeschlossen sein. Sicher ist, dass die Brücke während der Arbeiten befahrbar bleibt. Es wird zwar Einschränkungen für Autofahrer und Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs geben, eine vollständige Sperrung der Brücke ist jedoch nicht vorgesehen.

Czy na most powinny wrócić napisy „Kaiser Brücke”?

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Quelle: radiowroclaw.pl, Denkmalschutzbeauftragter der Woiwodschaft Niederschlesien

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