2026 rok. Fot. Warmia i Mazury On Tour

Die Kirche in Fiszewo entsteht aus den Ruinen. Nach 70 Jahren

Die St.-Johannes-Evangelist-Kirche in Fiszewo ist ein mittelalterliches Baudenkmal, das heute eine Ruine darstellt. Die Kirche diente der örtlichen Gemeinde vom 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1945. Drei Jahre später wurde sie durch einen Brand zerstört, woraufhin man sich gegen einen Wiederaufbau entschied. Erst im letzten Jahrzehnt wuchs das Interesse an der Kirche wieder, und man begann mit ihrer Sanierung.

Die Kirche in Fischau – Entstehung und Entwicklung des Gotteshauses

Die Pfarrei in Fiszewo (dt. Fischau) wurde bereits im 13. Jahrhundert erwähnt, während der Bau der gemauerten Kirche auf die Jahre 1380–1400 datiert wird. Die Errichtung des Gotteshauses stand im Zusammenhang mit der Entwicklung der Besiedlung in den Żuławy. Das Gebäude wurde als dreischiffige Kirche mit abgetrenntem Chorraum und Turm errichtet. Seine Mauern wurden durch Strebepfeiler verstärkt, und an der Südseite befand sich eine Vorhalle. Das Innere der Kirche wurde mit prächtigen Altären, einer Kanzel, steinernen Taufbecken und Epitaphien ausgestattet. Aufgrund des Ausmaßes des Bauvorhabens war das Gebäude aus vielen Kilometern Entfernung sichtbar. Die beeindruckenden Ausmaße der Kirche wurden ihr jedoch zum Verhängnis. Der sumpfige Boden in den Żuławy und die periodische Überflutung der umliegenden Wiesen erforderten häufige Reparaturen der Risse in den Ziegelmauern und die Verstärkung ihrer Stabilität. Bereits im 18. Jahrhundert kam es zu schweren Schäden am Presbyterium, und weitere größere Renovierungsarbeiten wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeführt.

Der Brand von 1948 und die Zeit des Verfalls

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude zwar nicht zerstört, doch seine wertvolle Ausstattung wurde verwüstet und geplündert. Nach 1945 wurden die ehemaligen lutherischen Gemeindemitglieder in das heutige Deutschland umgesiedelt, und ihre Plätze nahmen Zuwanderer aus anderen Regionen Polens ein. Leider wurde das Backsteingebäude 1948 von einem Brand zerstört. Das Feuer vernichtete das Dach, die Turmspitze, die Innenräume sowie die Reste der erhaltenen Ausstattung. Nach diesem Ereignis verzichtete man auf einen Wiederaufbau und überließ die ausgebrannten Mauern den Naturgewalten. Regen, Frost und Wind vollendeten das Werk der Zerstörung, und das Innere wuchs mit Wildpflanzen zu. Dank der soliden Bauweise sind jedoch bis heute die Außenmauern, Teile der Pfeiler sowie der Sockel des Turms erhalten geblieben. Außerdem sind in der Umgebung der Kirche das ehemalige Pfarrhaus und der alte Friedhof erhalten geblieben.

Die Kirche im Jahr 1906 und 2023. Quelle: Elbląska Biblioteka Cyfrowa und Google Maps

Die Kirche in Fiszewo und ihr Wiederaufbau

Als nichts auf eine Besserung der Lage des Gebäudes hindeutete, wurden die Backsteinruinen 70 Jahre nach dem Brand endlich restauriert. Im Jahr 2019 übernahm die Diözese Elbląg, also der Eigentümer der Immobilie sowie Investor und Hauptbegünstigter der Mittel, diese Arbeiten. Die Diözese beschafft die Finanzierung und überwacht die einzelnen Phasen der Renovierung. Dazu gehören unter anderem die Verstärkung der Mauern sowie die schrittweise Wiederherstellung ausgewählter Elemente des Bauwerks. Über der Kirche sind bereits ein neues Dach und rekonstruierte Giebel entstanden. Letztendlich wird die Kirche in Fiszewo nicht vollständig als Gotteshaus mit traditioneller liturgischer Ausstattung wiederhergestellt. Der Innenraum soll weitgehend roh und offen bleiben, mit freiliegenden Mauern, Säulen und Fragmenten der ehemaligen Arkaden. Nach Abschluss der Dachsanierung über dem Hauptschiff soll das Gebäude für Kultur und Bildung genutzt werden. Geplant sind die Organisation von Kammerkonzerten, Treffen und kleinen Ausstellungen unter Wahrung der historischen Authentizität der Ruine.

Woher kommen die Mittel für den Wiederaufbau?

An der Umsetzung des Projekts sind neben der bereits erwähnten Diözese Elbląg auch öffentliche Einrichtungen beteiligt. Der Landkreis Elbląg ist für die Ausschreibungsverfahren und die Organisation eines Teils des Projekts verantwortlich, darunter die Vorbereitung weiterer Maßnahmen zur Sicherung der Ruine. Alle Arbeiten werden mit staatlichen Mitteln durchgeführt, u. a. aus Programmen des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe sowie aus dem staatlichen Denkmalschutzprogramm. Die Aufsicht über das Projekt liegt bei den Denkmalschutzbehörden, und die früheren Phasen wurden unter Beteiligung der Diözesankurie in Elbląg durchgeführt.

Quelle: portel.pl, info.elblag.pl

Lesen Sie auch:Sakrale Architektur | Metamorphose|Denkmal|Wissenswertes|whiteMAD auf Instagram