Zamek Krzyżacki w Świeciu
fot. APA Wojciechowski Architekci, The Making

Die Kreuzritterburg in Świecie wird wieder zum Leben erweckt. Die Stadt hat einen ehrgeizigen Plan.

Die Kreuzritterburg in Świecie tritt in eine weitere bedeutende Phase ihrer Geschichte ein. Derzeit werden an der mittelalterlichen Festung Konservierungsarbeiten durchgeführt, die den Auftakt zu einer umfassenderen Revitalisierung der Umgebung des Denkmals und der Landzunge, auf der es steht, bilden. Die Kommunalverwaltung hat ein langfristiges Konzept für die Gestaltung dieses Gebiets ausgearbeitet, das vom Architekturbüro APA Wojciechowski Architekci mit Unterstützung der Beratungsfirma The Making umgesetzt wurde. Was genau wird sich ändern?

Die Kreuzritterburg in Świecie

Die Kreuzritterfestung in Świecie entstand im 14. Jahrhundert an der Stelle, wo die Weichsel und die Wda zusammenfließen. Das Gebäude zeichnete sich früher durch einen fast quadratischen Grundriss und vier Ecktürme aus. Heute dominiert der schräge Hauptturm seine Silhouette. Im Mittelalter diente die Festung militärischen und administrativen Zwecken des Deutschen Ordens. Im 17. Jahrhundert wurde sie während der Kriege mit Schweden erheblich beschädigt und verfiel in den folgenden Jahren allmählich. Seit etwa 100 Jahren werden jedoch Arbeiten durchgeführt, dank derer die Kreuzritterburg in Świecie langsam ihre frühere Form und Bedeutung für die Stadt und die Landschaft des Weichsel-Tals zurückgewinnt.

Zamek Krzyżacki w Świeciu
Die Burg im Laufe von 100 Jahren. Quelle: NAC und Mariusz Guć, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Renovierungsarbeiten am Denkmal

Derzeit finden am Schloss Bau- und Aufräumarbeiten statt, und die Bauunternehmer bereiten das Gelände für die Neugestaltung des Denkmals vor. Zunächst wurden ein Teil des Gestrüpps und die Überreste der ehemaligen Infrastruktur entfernt, wodurch weitere Arbeiten in der unmittelbaren Umgebung der mittelalterlichen Festung beginnen konnten. In den nächsten Phasen werden neue Wanderwege, Radwege und eine Aussichtsplattform entstehen. Geplant sind auch Begrünungen, Beleuchtung und kleine architektonische Objekte. Auch die Kreuzritterburg in Świecie selbst erwartet große Veränderungen. Dazu gehören unter anderem die Wiederherstellung eines Teils des Daches, die Reparatur der Decken, die Renovierung der Ziegelmauern und der Einbau neuer Fenster. Die gesamten Arbeiten werden von Archäologen und Denkmalpflegern überwacht.

Die Kreuzritterburg in Świecie neu

Der Erstellung des Masterplans für das Denkmal und die Landzunge an der Flussgabelung gingen detaillierte Funktionsuntersuchungen und die Prüfung der Anpassungsmöglichkeiten des historischen Objekts voraus. Die Experten wiesen auf technische Einschränkungen hin, die sich aus der Konstruktion und den konservatorischen Anforderungen ergeben. Aus diesem Grund wurde die Entwicklung kultureller und touristischer Aktivitäten auf die Burg und ihre unmittelbare Umgebung verteilt. Eine wichtige Rolle spielen dabei das Naturschutzgebiet Natura 2000, die Sichtachsen auf das Weichseltal, das städtische Verkehrssystem sowie die räumlichen Beziehungen zum historischen Stadtzentrum. Das Ganze wurde als ein zusammenhängendes, sich gegenseitig beeinflussendes System betrachtet.

Foto: APA Wojciechowski Architekci, The Making

Stufenweise Umsetzung der Stadtstrategie

Nach Ansicht der Behörden von Świecie ist das vorbereitete Dokument von strategischer Bedeutung und gibt die Entwicklungsrichtung für viele Jahre vor. In erster Linie konzentriert sich die Kommunalverwaltung auf die Renovierung der Burg und die Erschließung der Umgebung der Festung für Freizeitaktivitäten. Weitere Elemente des Programms sollen nach und nach umgesetzt werden, sobald Finanzmittel aus verschiedenen öffentlichen Programmen zur Verfügung stehen. Das Dokument gibt die Richtung für die Investitionen vor und legt den Rahmen für das Kultur- und Bildungsangebot fest, das vom Kulturzentrum in Świecie vorbereitet wird. In dieser Vision ist die Kreuzritterburg nicht mehr nur ein historisches Denkmal, sondern wird zu einem wichtigen Zentrum für soziale und touristische Aktivitäten der Stadt.

Das Entwicklungskonzept und seine Autoren

Das aktuelle Entwicklungsprogramm für die Umgebung der Burg wurde vom Architekturbüro APA Wojciechowski Architekci mit Unterstützung der Beratungsfirma The Making erarbeitet. Das Projektteam bestand aus Szymon Wojciechowski, Katarzyna Burny, Kaja Kirilenko, Joanna Karlikowska-Fojt, Hubert Natorff, Anna Proszkuratowa und Matylda Wolska. Das Konzept wurde unter Verwendung der Empfehlungen der UNESCO-Weltkonferenz zu Kulturpolitik und nachhaltiger Entwicklung erstellt.

Quelle: APA Wojciechowski Architekci

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