Die Küche wurde mit Quarzit gestaltet. Wir werfen einen Blick in die Wohnung in Posen

Das Leben im Stadtzentrum ist von einem hohen Tempo geprägt, und durch die Hektik des Alltags wird die Wohnung zu mehr als nur einem funktionalen Raum. Die Eigentümer dieser Wohnung in Posen, die täglich im dynamischen Stadtzentrum arbeiten, brauchten einen Ort, an dem sie ihr Gleichgewicht wiederfinden können. Die in einer malerischen Nachbarschaft gelegene Wohnung sollte zu einem privaten Rückzugsort werden – einem hauseigenen Spa, in dem jedes Material, jede Linie und jedes Detail zur Entspannung beiträgt. Die Aufgabe, das Interieur der Wohnung in Posen zu gestalten, übernahmen die Architekten des Büros OYKA Studio.

Ausgangspunkt des Entwurfs war die Kombination edler, natürlicher Materialien mit weichen, fließenden Formen. Die Architektinnen von OYKA Studio verzichteten auf scharfe Trennungen zugunsten geschwungener Linien der Einbauten, die den Blick durch die verschiedenen Bereiche der Wohnung führen. Der vorherrschende Farbton aus natürlicher Eiche bildet einen monolithischen Hintergrund für den Wohnbereich, und die abgerundeten Ecken der multifunktionalen Einbauten verbergen die Verkehrswege sowie den Hauswirtschaftsbereich, wodurch das Wohnzimmer frei von visueller Unruhe bleibt. Vor diesem ruhigen Hintergrund kommen die hellen Sitzmöbel mit weichen Polstern, die minimalistische Tischlerei und die üppige Bepflanzung besonders gut zur Geltung.

Beleuchteter Quarzit

Unbestrittener Blickfang des Wohnbereichs ist der hinterleuchtete Quarzit „Patagonia“. Dieser Naturstein, bekannt für seine komplexe Mineralienzeichnung und seine halbtransparenten Strukturen, wurde in die Rahmen der Küchenzeile eingefasst. Die von hinten beleuchtete Küchenrückwand strahlt nach Einbruch der Dunkelheit ein warmes, goldenes Licht aus, das die Küche in eine entspannende Lichtinstallation verwandelt. Die Kücheneinrichtung selbst ist in hellen, seidenmatten Farbtönen gehalten und bildet einen harmonischen Hintergrund für den ausdrucksstarken Stein.

Schlafzimmer

Das Hauptschlafzimmer führt die Grundidee des gesamten Interieurs fort und bietet dessen ruhigste Interpretation. Die Architektinnen schufen eine Komposition voller Texturen, die den Tastsinn und das Sehvermögen beruhigt. Das zentrale Element ist ein skulpturales Kopfteil aus vertikalen, abgerundeten Rollen, die mit einem grob gewebten, flauschigen Stoff gepolstert sind. Sein organisches Muster in Beige- und Graphit-Tönen erinnert an mineralische Strukturen und Baumrinde. Das Kopfteil ist in einen Eichenrahmen eingelassen, in den hängende Nachttische mit Tischplatten aus poliertem Quarzit integriert sind. Die Wände sind mit einer dezenten Tapete in Leinwandbindung verkleidet und bilden einen sanften Hintergrund für den wellenförmigen Spiegel sowie die hängenden Leuchten mit skulpturalen Formen. Abgerundet wird das Gesamtbild durch einen Eichenschrank mit charakteristischen, runden Griffen, die im geschlossenen Zustand einen perfekten Kreis bilden.

Die Mikrowelt des Minimalismus

Der Raum für den jüngsten Bewohner ist eine Mikrowelt, in der sich Ästhetik harmonisch mit kindlicher Fantasie verflechten. Das Konzept des organischen Minimalismus wurde hier in Möbel mit weichen, abgerundeten Formen umgesetzt, die in ihrer Struktur an Terrazzo erinnern. Sie wurden aus einem hellen Material gefertigt, das mit warmen Pigmenten fein gesprenkelt ist. Ins Auge fällt ein niedriges, tief marineblaues Möbelstück mit einer dekorativen, gewellten Leiste, die gleichzeitig als Ablage für Bücher und Spielzeug dient. Die Wand neben dem Kinderbett ziert eine grafische Tapete mit einem Dschungelmotiv und exotischen Tieren. Abgerundet wird das Ganze durch Textilien in Beigetönen, einen runden Teppich mit Leopardenmuster sowie Einbauschränke aus Holz.

Heim-Spa

Das Badezimmer ist ein harmonisch gestalteter Badbereich, in dem der skulpturale Marmor „Oxford Grey“ zum Einsatz kommt. Aus diesem Material wurde ein monolithisches, integriertes Waschbecken mit geometrischer, aber sanfter Form gefertigt, auf dem sich tiefe, ausdrucksstarke Adern abzeichnen. Die edle Marmorpalette harmoniert mit den seidenmatten, hellen Wandflächen, dem Mosaik und den verspiegelten Schrankfronten. Abgerundet wird der Raum durch eine freistehende Badewanne mit organischer Form sowie edle Armaturen mit diamantgeschliffener Oberfläche. Das Ganze erzählt eine ausgereifte Geschichte über einen Innenraum, der mit Wärme umhüllt, zur Ruhe einlädt und dabei hilft, das innere Gleichgewicht wiederzufinden.

Entwurf: OYKA studio

Fotos: ZASOBY studio

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