In einem kleinen Lokal an einer ruhigen Straße am Schwarzen Meer ist ein ungewöhnliches Projekt entstanden – Acacia Coffee&Wine. Nur 47 Quadratmeter, 10-12 Sitzplätze und ein Interieur, das durch sorgfältig ausgewählte Rohmaterialien und eine subtile Beleuchtung einen Raum schafft, der nicht offensichtlich, ruhig und dennoch sehr emotional ist. Es ist ein Ort, an dem sorgfältig ausgewählte Vintage-Elemente auf den Hightech-Minimalismus von Stahl treffen und uns daran erinnern, dass Architektur auch in den schwierigsten Zeiten ein Akt des Trotzes und der Fürsorge sein kann.
Im Herzen eines der ruhigen Viertel von Odesa, nur wenige Schritte von der Uferpromenade entfernt, hat das Studio A-Malysheva einen Raum geschaffen, in dem man nicht nur bei einem Kaffee oder Wein das Leben feiern kann, sondern der auch die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner erzählt. Acacia Coffee&Wine ist mehr als ein typisches Café – es ist ein Ort des Dialogs zwischen Geschichte und Gegenwart. Der Name „Acacia“ kommt nicht von ungefähr – er ist eine Anspielung auf die zahlreichen Akazienbäume, die Teil der Landschaft von Odesa sind und sowohl die nostalgischen Ecken als auch den südlichen Charakter der Stadt symbolisieren. Der Innenraum ist zwar klein (nur 47 Quadratmeter), aber er öffnet sich den Gästen und lädt sie ein.
Die Dominante des Raumes ist eine offene Bar- und Küchenstation aus gebürstetem Edelstahl. Es handelt sich um eine einteilige Konstruktion, die wie eine Skulptur den Mittelpunkt des Innenraums bildet und die Transparenz der Arbeit des Barista und des Kochs unterstreicht. Das Silberblech der Arbeitsplatte und der Front konkurriert nicht mit dem Rest der Einrichtung, sondern unterstreicht den industriellen Stil auf einfache und entschiedene Weise.

Für den Boden wurde ein heller Mikrozement verwendet – eine Oberfläche, die das Licht reflektiert und dem Raum eine Leichtigkeit verleiht. Dies wird durch die beigefarbenen, matten Wände ergänzt, die die Kühle des Mikrozements durch warme Töne aufbrechen. Diese scheinbare Einfachheit bildet den Hintergrund für die Details: Fragmente von freiliegenden Ziegeln, Krümel der ehemaligen Fassade, die einen Hauch von rohem, urbanem Charakter in den Innenraum bringen.
Die Designer des Studios A-Malysheva haben jedoch darauf geachtet, dass der Innenraum nicht nur mit einem Industrielager in Verbindung gebracht wird. Sie beschlossen, den Raum zu beleben, und verwendeten Elemente aus geölter Eiche mit einem zarten Grünstich und die weiche, leicht rauchige Farbe der Vintage-Ledersessel. Der Einsatz von Geometrie in Form von einfachen Metallregalen und einem kühnen ovalen Spiegel bringt Rhythmus und Dynamik und erinnert uns daran, dass hinter jedem Detail ein durchdachtes Konzept steckt. Die in den Deckenleuchten und Wandleuchtern verborgene Beleuchtung unterstreicht sanft die Weichheit der Eiche, die Rauheit des Ziegels, die Kühle des Stahls und die Glätte des Mikrozements, ohne den Raum zu dominieren.
Obwohl der Raum nur 10-12 Stühle hat, fühlt sich der Besucher nie von den Details überwältigt. Im Gegenteil, die Stille und die Intimität des Raumes tragen dazu bei, dass man in aller Ruhe die Zubereitung der Getränke und die Weinverkostung beobachten kann. Acacia schreit nicht, sondern flüstert eine Geschichte über die Eleganz der Einfachheit und die Kraft des Details.
Den Designern ist es gelungen, ein Interieur zu schaffen, in dem sich das Alltägliche mit der Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner verbindet. Vor dem Hintergrund der Kriegsereignisse in der Ukraine erhält die Arbeit an einem solchen Ort eine zusätzliche Bedeutung – es ist nicht nur ein Projekt, sondern eine Art Akt des Widerstands, ein Beweis dafür, dass Architektur auch in unruhigen Zeiten Trost, Würde und Präsenz vermitteln kann.
entwurf: Atelier A-Malysheva
fotografie: Yevhen Karev
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