Die Milan Design Week 2026 ist in vollem Gange! Für einige Tage im April verwandelt sich Mailand in die Hauptstadt des weltweiten Designs. Zahlreiche Veranstaltungen ziehen Gäste aus aller Welt an, von monumentalen Ausstellungen in den Pavillons des Salone del Mobile in Rho Fiera über experimentelle Installationen des Fuorisalone bis hin zu kulturellen Events. In diesem Jahr ziehen sowohl die kuratierten Projekte von Alcova als auch Hunderte von Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf sich, die über Innenhöfe, Paläste, ehemalige Industriehallen und private Räume verstreut sind. Gerade diese Vielschichtigkeit, also die Verbindung der professionellen Messeinfrastruktur mit der urbanen Energie unabhängiger Initiativen, macht die Milan Design Week zum wichtigsten Ort, um zu beobachten, wie sich die Zukunft der Branche gestaltet, und lockt bis zu 300.000 Besucher an. Wie lässt sich die hier verbrachte Zeit am besten nutzen? Wir geben Tipps!
Salone del Mobile
Der diesjährige Salone del Mobile bietet Tausende von Premieren und eine deutlich erkennbare starke Präsenz polnischer Marken. In den Pavillons der Fiera Milano Rho präsentieren dfm, Loope, Artu, Olta, Sedja, Ciarko, Form at Wood, Monno von Ciarko Design, Pent und Tubądzin ihre Stände – jeder von ihnen zeigt einen anderen Ansatz in Bezug auf Material, Technologie und Funktionalität. Polnische Entwürfe zeichnen sich durch ihre Detailgenauigkeit aus. Es zeigt sich, dass die heimische Branche den Salone del Mobile nicht nur als Präsentationsort nutzt, sondern auch als echte Plattform zum Aufbau internationaler Bekanntheit.
Parallel dazu laufen die wichtigsten Bereiche der diesjährigen Ausgabe, doch aus unserer Sicht sind es gerade die polnischen Marken, die der Veranstaltung einen deutlichen Akzent verleihen: bewusstes Design, handwerkliche Präzision und die Fähigkeit, Technologie mit Ästhetik zu verbinden. Form at Wood präsentiert neue akustische Lösungen, Pent baut das Segment der Wellness-Ausstattung aus, und Tubądzin präsentiert als erster polnischer Fliesenhersteller auf dem Salone del Mobile seine Neuheiten. Die gemeinsame Präsenz dieser Unternehmen stärkt die Sichtbarkeit des polnischen Designs und bestätigt, dass Polen bei der diesjährigen Ausgabe zu den auffälligsten Vertretern unter den mitteleuropäischen Ländern gehört. Dies findet auch bei anderen Veranstaltungen der Design Week seine Bestätigung.

Alcova – Design als Kunstform
Die diesjährige Alcova Milano nutzt erneut ungewöhnliche, selten zugängliche Räume in Mailand und verwandelt sie in eine Plattform für Projekte, die zwischen Kunst, Design und Materialexperimenten balancieren. Die Kuratoren setzen auf Arbeiten, die über das klassische Denken in Funktion und Form hinausgehen, weshalb unter den Installationen Projekte mit forschendem, konzeptuellem und prozessorientiertem Charakter dominieren. Alcova bleibt einer der am meisten erwarteten Höhepunkte der Milan Design Week – ein Ereignis, das es ermöglicht, Richtungen zu erkennen, die jenseits des kommerziellen Mainstreams der Messe entwickelt werden.

In diesem Jahr ist die polnische Präsenz besonders stark vertreten. Ihre Arbeiten präsentieren unter anderem Salak Studio, NG Design, Pani Jurek Studio, Splot, das Duo Ola Jakuć und Mati Sipiora, Michał Korchowiec, OOG Objects, Szymon Keller sowie Katarzyna Krej. Jedes dieser Projekte bringt eine andere Formensprache mit: von Experimenten mit Keramik und Licht über Objekte, die auf der Wiederverwendung von Materialien und der Arbeit mit Materie basieren, bis hin zu Installationen, die die Beziehungen zwischen Raum und Nutzer untersuchen. Diese breite Vertretung macht die polnischen Künstler zu einer der auffälligsten Gruppen der diesjährigen Ausgabe, und ihre Projekte fügen sich nahtlos in den kuratorischen Charakter von Alcova ein.

Alcova findet an zwei Orten statt: in der Villa Pestarini und im Militärkrankenhaus von Baggio. Die Villa Pestarini, 1938–39 von Franco Albini entworfen, ist eine modernistische Residenz, die zum ersten Mal in ihrer Geschichte für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Einige Kilometer weiter nimmt Alcova die Räumlichkeiten des Ospedale Militare di Baggio ein – eines weitläufigen Komplexes, der nach dem Ersten Weltkrieg entstand. In diesem Jahr werden dort neue, bisher unzugängliche Bereiche zugänglich gemacht, darunter die ehemalige Kapelle, das Pfarrhaus und das historische Archiv. Es handelt sich um karge, unrestaurierte Innenräume, in denen die Spuren der Nutzung und des Zeitablaufs sichtbar sind. Ihr Charakter bildet einen deutlichen Kontrast zum modernen Design, das während der Veranstaltung präsentiert wird.
Polnischer Modernismus zieht auf der Messe in Mailand die Massen an
Die von der Stiftung Visteria organisierte Ausstellung „Polnischer Modernismus. Der Kampf um die Schönheit“ ist ein Muss für jeden Designliebhaber. Die Ausstellung im 16. Stock des legendären Mailänder Wolkenkratzers Torre Velasca – einem Symbol der Nachkriegsmoderne – zog die Massen an, was zeigt, dass die Bekanntheit Polens in der internationalen Designszene wächst. Das ist ein großer Grund zum Stolz!
Auf der Ausstellung sind Werke folgender Künstlerinnen und Künstler zu sehen: Agnieszka Bar, Marek Bimer, Maria Chomentowska, Jacek Damięcki, Maja Ganszyniec, Zbigniew Horbowy, Aleksandra Hyz, Paweł Jasiewicz (Craftica Gallery), Ania Jaworska, Maria Jeglińska-Adamczewska, Julia Keilowa, Katarzyna Kobro, Edward Krasiński, Teresa Kruszewska, Rudolf Krzywiec, Aleksander Kuczma, Jan Kurzątkowski, Bohdan Lachert, Małgorzata Markiewicz, Roman Modzelewski, Paweł Olszczyński, Alicja Patanowska, Monika Patuszyńska, Igor Polasiak (Craftica Gallery), Rest Studio, Tomek Rygalik, Wszewłod Sarnecki, Wiesław Sawczuk, Mati Sipiora, Władysław Strzemiński, Władysław Wincze, Wojciech Zamecznik.
Der Kampf um die Schönheit war nie ein Kampf um dekorative Kunst – es war ein Kampf um Lebensqualität, und diese Frage ist heute aktueller denn je“, betont Katarzyna Jordan, Gründerin der Stiftung Visteria und Herausgeberin der polnischen Ausgabe von Vogue.
Ein weiterer Höhepunkt ist hier die Ausstellung mit Werken des aus Polen stammenden Architekten und Designers Jorge Zalszupin. Man muss zugeben, dass seine Arbeiten begeistern und weit über die Zeit hinausreichen, in der er schuf (großer Applaus an die Organisatoren dafür, dass sie das Schaffen dieses noch immer wenig bekannten Künstlers näherbringen!). Da sich die gesamte Ausstellung im 16. Stock der Torre Velasca befindet, können wir das polnische Erbe betrachten und dabei einen Panoramablick auf die gesamte Hauptstadt der Lombardei mit ihren prächtigsten Bauwerken genießen.
Partner der Ausstellung „Polnischer Modernismus. Der Kampf um die Schönheit“ sind die Marken Audi, Omnires und glo, denen unser Dank für die Unterstützung dieser Initiative zur Verbreitung des polnischen Designerbes gebührt.
Design auf vier Rädern
Audi hat uns mit seinem von Zaha Hadid Architects entworfenen Pavillon begeistert. „Origin“, ein futuristischer, eiförmiger Pavillon, eingebettet in die historischen Mauern des Hotels Portrait Milano, soll die neue ästhetische Richtung widerspiegeln, die Audi einschlägt. Futurismus, Elektrifizierung, strenge Formen – darauf setzt Audi heute. Anlässlich dieser Veranstaltung feiert Audi seinen Einstieg in die Welt der Formel 1, und wir hatten die Ehre, den Rennwagen mit eigenen Augen zu sehen.
Wir haben auch einen Blick auf die Ausstellung im Palazzo del Senato geworfen, wo Škoda in Zusammenarbeit mit dem Künstler Ricardo Orts, dem Gründer von Ulises Studio, eine immersive Ausstellung zur Promotion des neuen Modells Epiq geschaffen hat. Hier kann einem vor lauter Farben ganz schwindelig werden! Und der prächtige Senatspalast verstärkt diesen Eindruck nur noch.

Auch KIA präsentierte einen interessanten Pavillon, in dem das Unternehmen seine Konzeptmodelle für Elektrofahrzeuge vorstellte. Obwohl wir keine großen Fans stark futuristischer Formen sind und Konzeptentwürfe selten in dem Umfang, in dem sie präsentiert werden, tatsächlich in die Produktion gehen, müssen wir zugeben, dass die vom koreanischen Konzern vorgeschlagene Entwicklungsrichtung einen positiven Eindruck hinterlässt.
Das sind natürlich nicht alle Marken der Automobilbranche, die in Mailand ausstellen. Wir haben auch die Ausstellungen von Cupra, Land Rover und Bentley Home gesehen, aber Automobilfans finden hier noch viel mehr Raritäten.
Milan Design Week 2026. Ausstellungen, die einen Besuch wert sind.
Wie bereits erwähnt, besteht die Messe in Mailand nicht nur aus dem Salone del Mobile oder Alcova. Über die ganze Stadt verteilt gibt es zahlreiche Ausstellungen, die einen Besuch wert sind. Die meisten davon findet ihr im Stadtteil Brera, aber nicht nur dort – hier birgt fast jedes Gebäude die Magie des Designs. Wir nennen euch einige interessante Ausstellungen, die erwähnenswert sind:
Samsung – Das„Open Design Lab“ kann im Superstudio Più besichtigt werden. Es besteht aus mehreren Bereichen, in denen die Marke ihre innovativen und oft prototypischen Produkte präsentiert. Ein interaktiver Lautsprecher, der lächelt? Ein minimalistischer Spiegel, der die Gesichtshaut analysiert? Es gibt dort noch viel mehr technologische Kuriositäten!
Moncler – ein riesiger aufblasbarer Oktopus hat das gesamte Gebäude eingenommen. Seine Fassade, den Innenhof, die Innenräume. Das achtarmige Wesen, das mit der französischen Marke assoziiert wird, zieht schon von weitem die Blicke auf sich. Im Inneren findet ihr die Geschichte der Marke und kultige Kleidungsstücke in den Umarmungen riesiger Tentakel.

glo – getreu dem Leitmotto des Fuorisalone 2026 – „Be the Project“ – zielte die von Numero Cromatico in Zusammenarbeit mit glo geschaffene Installation darauf ab, den Menschen in den Mittelpunkt der Installation zu stellen. Daher auch ihr Name: Y.O.U. Your Own Universe. Das große runde Portal, das im Mittelpunkt des Palazzo Moscova steht, lädt die Besucher dazu ein, mit der Kunst zu interagieren und sie durch Körperbewegung zu erleben. Das Objekt fungiert als Tor, das die Besucher einlädt, in eine Realität einzutreten, in der der Raum nicht mehr nur betrachtet, sondern erlebt und mitgestaltet wird. Es ist eine Art Anziehungskraft, die von der individuellen Wahrnehmung hin zu einer gemeinschaftlichen Erfahrung führt.
LG x SKS – Qualität, Eleganz und Technologie. Diese drei Aspekte stachen bei der von LG und der Marke Signature Kitchen Suite (SKS) gemeinsam gestalteten Ausstellung am stärksten hervor. Die Besucher konnten die Geräte nicht nur betrachten, sondern auch mit der Installation interagieren und sie sinnlich erleben (z. B. durch Verkostungen).
Siematic x Gaggenau x Miele x Loewe – die Ausstellung im Palazzo Adolfo Pini besticht durch subtile Eleganz. Der Luxus hier schreit nicht um Aufmerksamkeit, sondern wartet ruhig darauf, entdeckt zu werden. Die Schlichtheit der Formen, kombiniert mit Materialien höchster Qualität, ist ein Klassiker, der nie aufhören wird zu begeistern.
De’Longhi – eine kleine, aber umso reizvollere Ausstellung. De’Longhi setzte auf die Verbindung von Design und Architektur und verwandelte seine Kaffeemaschinen in Modelle von Stadthäusern oder kleinen Palästen. Das Projekt „The World’s Smallest Coffee Shop“ wurde von dem Meister der Miniaturen Simon Weisse entworfen, der unter anderem an den Filmen von Wes Anderson mitwirkt. Sind sie nicht bezaubernd?

American Express – das ist eine Ausstellung, die man sich unbedingt ansehen muss. Einfach – man muss! „Serotonine“ ist eine Installation, die sich durch die Mauern der beeindruckenden Pinacoteca di Brera schlängelt, einem der bedeutendsten Kunstmuseen Italiens.
Cosentino x Tom Dixon – Cosentino präsentiert in Zusammenarbeit mit Tom Dixon seine Installation „Axis“ in der Casa Manzoni. Die Zusammenarbeit des spanischen Herstellers von Materialien für Architektur und Design mit dem britischen Innenarchitekten stieß auf großes Interesse.
Das italienische Dolce Vita, oder das Nachtleben während der Designmesse in Mailand
Die Italiener sind bekannt für ihre Liebe zu Partys, exzellentem Essen und rauschenden Festen bis zum Morgengrauen. Bei der Messe durften sie natürlich nicht fehlen. Fast jeder Aussteller organisiert für seine Partner, Kunden, aber auch für die Einwohner Mailands Veranstaltungen und Afterpartys, die nicht nur durch ihren Umfang, sondern auch durch ihre exquisiten Locations begeistern. Veranstaltungen voller Kunst, ausgefallener Outfits und vieler interessanter Menschen, die zudem in prächtigen, historischen Gebäuden stattfinden, sind eine ganz andere Dimension des Feierns.
Kuratorische Ausstellung von DEORON mit starker polnischer Vertretung
Die gemeinsame Ausstellung von industrialkonzept und DEORON ist ein einzigartiges Ereignis! Die Ausstellung hat uns durch die Kohärenz der Produktauswahl, die rohe Atmosphäre und den industriellen, geradezu asketischen Raum begeistert. DEORON begann seine Tätigkeit als Online-Plattform an der Schnittstelle von Design, Forschung und Lifestyle-Kultur, deren Ziel es ist, das Entdecken und Erleben von Objekten in der Welt neu zu überdenken.
„Wir lassen uns von einem ganz besonderen, fast instinktiven Blick leiten. Uns ziehen rohe, unvollkommene, lebendige Objekte an, aber auch sanftere, intimere, fast narrative Formen. Genau in dieser Spannung beginnen sich Geschichten zu verbinden.“ — DEORON
Zu den von DEORON ausgezeichneten polnischen Ausstellern gehörten die Marken: SALAK, Please Touch, Bluba, Nodi sowie Filomena. Ihre Arbeiten sehen Sie unten, und wir gratulieren den Künstlern herzlich zu dieser Auszeichnung sowie den Organisatoren zu der großartigen Auswahl der Werke!
Mailand. Zwischen Begeisterung und Überdruss
Wir sagen es ganz offen – Mailand gehört nicht zu unseren Lieblingsstädten auf der Welt. Es hat etwas an sich, das manche lieben, während andere von diesem Gefühl weit entfernt sind. Uns überwältigen ein wenig der Trubel und die recht chaotische Straßenführung. Die Stadt entwickelte sich rund um die Stadtmauern, weshalb man hier heute vergeblich nach Straßen sucht, die wie mit dem Lineal gezogen sind, und Kreuzungen verbinden die Straßen oft in so verrückten Winkeln, dass man sich hier leicht verirrt. Man geht scheinbar nach links, doch plötzlich stellt sich heraus, dass man… nach rechts gegangen ist.
Man muss jedoch zugeben, dass diese Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern (im Ballungsraum fast 2,5 bis 3 Millionen) ihren eigenen Charme, unglaubliche Sehenswürdigkeiten und diese Atmosphäre hat, die Menschen aus aller Welt hierher zieht. Wusstet ihr übrigens, dass Mailand als „Stadt der Millionäre“ gilt? Jeder zwölfte Einwohner dieser Stadt gilt als Millionär, zum Vergleich: In Warschau liegt dieses Verhältnis bei 1:105.
Messe in Mailand – Tipps von der Redaktion von whiteMAD
Die Vielzahl an Veranstaltungen, Ausstellungen und lokalen Projekten kann einem schon mal den Kopf verdrehen. Wir geben dir Tipps, was du tun solltest, um möglichst viel zu sehen, ohne dabei den Verstand zu verlieren. Los geht’s!
- Wähle nur die Veranstaltungen und Ausstellungen aus, die dich interessieren!
Du kannst nicht alles sehen. Finde dich damit ab. Tausende von Veranstaltungsorten und Pavillons, Hunderte von Ausstellungen, Dutzende von Veranstaltungen – alles verstreut über verschiedene Ecken der Stadt, die trotz guter Verkehrsanbindung nicht gerade einfach zu bereisen ist. Schau dir das Veranstaltungsprogramm auf der Website des Veranstalters (hier) an und wähle nur die Veranstaltungen aus, die du auf jeden Fall sehen möchtest.

- Erstelle eine Liste und plane deine Route.
Wie wir im vorherigen Punkt erwähnt haben, sind die Veranstaltungen und Ausstellungen über die ganze Stadt verteilt. Eine Liste der wichtigsten Veranstaltungen und eine logische Besichtigungsroute zu erstellen, ist entscheidend, um so viel wie möglich zu sehen. Von einem Ende der Stadt zum anderen zu rennen, um nach ein paar Stunden wieder in dieselbe Gegend zurückzukehren, verfehlt den Zweck. Im wahrsten Sinne des Wortes.
- Folge den Fahnen und Flaggen.
Wenn du eine Straße mit den charakteristischen roten Fähnchen siehst, befindest du dich an einem Ort, an dem Veranstaltungen oder Ausstellungen im Zusammenhang mit der Messe stattfinden. Das ist ein Zeichen dafür, dass irgendwo in der Nähe etwas Wichtiges los ist. Orte, die direkt mit der Mailänder Designwoche verbunden sind, sind mit charakteristischen Fahnen gekennzeichnet. Das ist ziemlich wichtig, denn manche Ausstellungen finden in Gärten oder Innenhöfen riesiger Mailänder Paläste oder Stadthäuser statt. Von der Straße aus kann man sie leicht übersehen. Eine vertikal an einer Stange gehissten Flagge weist dich darauf hin, einen Blick in den Innenhof zu werfen, durch das Tor zu gehen oder nach einem Garten Ausschau zu halten. Und dort entfaltet sich die Magie des Designs!

- Wie kommt man während der Mailänder Designwoche in die Ausstellungen?
Hier ist die Sache etwas kompliziert. Einige Veranstaltungen sind geschlossen. Du kommst nicht hinein, wenn du nicht auf der Gästeliste stehst. Das war’s. Punkt. Andere sind völlig offen. Du gehst rein, niemand fragt nach irgendetwas – du machst, was du musst, und gehst wieder raus. Für wieder andere ist eine Registrierung erforderlich, bei der du einen QR-Code scannst, einige grundlegende Daten angibst (oft hauptsächlich zu Marketingzwecken) und dann eine Eintrittskarte oder ein Armband erhältst – oder einfach so die Ausstellung betreten kannst.
- Achte auf stark frequentierte Ausstellungen.
Manche Ausstellungen oder Veranstaltungen ziehen riesige Menschenmengen an. Zum Beispiel schlängelte sich die Warteschlange für die Louis-Vuitton- oder Gucci-Ausstellung über mehrere Straßen. Das Warten auf den Einlass dauerte mehrere Stunden. Wenn du keine Zeit mit Anstehen verschwenden möchtest, kontaktiere vor deinem Besuch den Veranstalter der jeweiligen Ausstellung und erkundige dich nach der Auslastung, der Möglichkeit eines „Fast-Track“-Zugangs, der Aufnahme in eine spezielle Liste oder dem Kauf einer VIP-Führung.

- Frag die Italiener. Die Italiener werden es dir sagen.
Die Italiener sind ein freundliches und neugieriges Volk. Sobald sie sahen, wie wir herumliefen, um die Richtung für unseren weiteren Rundgang zu finden, fragten sie oft von sich aus, ob sie helfen könnten. Scheuen Sie sich nicht – fragen Sie die „Einheimischen“ nach dem Weg. Sie kennen nicht nur die beste Route, sondern versorgen Sie auch mit interessanten Anekdoten dazu.
- Wenn nicht mit dem Flugzeug, dann komm mit dem Zug.
Der Bahnhof in Mailand (Milano Centrale) lässt sich mit einem Wort beschreiben: unglaublich! Das seit dem 19. Jahrhundert im Bau befindliche und 1931 fertiggestellte Bauwerk ist ein architektonisches Meisterwerk. Groß, majestätisch, massiv. Wenn man aus dem Zug direkt unter das gigantische, durchbrochene Gewölbe des Bahnhofs tritt, ist das ein außergewöhnlicher Anblick. Wenn du also vorhast, mit dem Zug nach Mailand zu kommen – steig an diesem Bahnhof aus, du wirst es nicht bereuen. Nur wenige Schritte davon entfernt findest du bereits die ersten Ausstellungen.

- Zieh bequeme Schuhe an. Zieh dich im Zwiebel-Look an. Nimm einen Rucksack oder eine Tasche mit.
Wir wollen nicht wie unsere Mütter klingen, aber das Wetter in Mailand ist manchmal launisch. Morgens kann es kühl sein, nur damit gegen 14–15 Uhr die Hitze vom Himmel brennt. Dann lohnt es sich, etwas auszuziehen und in die Tasche zu stecken. Bequeme Schuhe sind ein Muss. Wir sind täglich etwa 15–20 Kilometer gelaufen. Ganz ehrlich – in Ballkleidern und hohen Stöckelschuhen schafft ihr das nicht. Weder körperlich noch psychisch.
- Holt euch den Ratgeber – er ist kostenlos!
Fast überall, bei jeder Ausstellung oder Veranstaltung, findet ihr einen kostenlosen Ratgeber. Es ist ein Heft mit 200 Seiten voller praktischer Beschreibungen von Ausstellungen, Adressen und Öffnungszeiten – sehr nützliches Wissen für die Planung eurer Besichtigungstour. Hilfreich sind Fotos und Beschreibungen der Ausstellungen, die euch bei der Entscheidung helfen, was ihr wo anschauen möchtet.
Unten findet ihr eine umfangreiche Fotoreportage über die gesamte Mailänder Designwoche.
Jeden Tag werden wir neue Inhalte auf unserem INSTAGRAMveröffentlichen : https://www.instagram.com/whitemadmagazine
Wir danken allen Unternehmen, Marken und Partnern, die uns den Besuch ihrer Ausstellungen erleichtert haben! Besonderer Dank gilt: Samsung, Glo, der Visteria-Stiftung, Audi und McLaren!
Text: Adam Zys
Fotos: Maciej Stacherski / Aufnahmen mit einer SIGMA-Kamera
































































