In einem kleinen Dorf in der ehemaligen DDR wurde ein Landhaus aus dem 19. Jahrhundert, das jahrzehntelang verschlossen und vergessen war, restauriert. HOFF ARCHITECTS und Sierra Boaz Cobb sind für das Projekt verantwortlich. Bei der Renovierung des Landhauses konnte der ursprüngliche Charakter des Gebäudes wiederhergestellt werden, während gleichzeitig Lösungen eingeführt wurden, die auf modernen nachhaltigen Technologien basieren.
Das Gebäude wurde in traditioneller Holzrahmenbauweise mit Ziegelwänden errichtet. Während der DDR-Zeit wurde sein Aussehen völlig verändert: Einige Fenster wurden zugemauert, die Eingangstür wurde entfernt und die Fassade mit Betonputz überzogen. Bei der Renovierung entfernte das Architektenteam Schichten späterer Veränderungen, legte die ursprünglichen Ziegelsteine frei und stellte die natürliche Durchlässigkeit der Wände wieder her. Dadurch wurde das Mikroklima im Inneren verbessert und die vordere Fassade in einer Form wiederhergestellt, die dem Original nahe kommt. Das Haus fügt sich wieder in die dörfliche Landschaft ein, nur die großen Fenster und Fensterläden sind modern.

Die Lage in einem kleinen Dorf, abseits der Infrastruktur, veranlasste die Planer, die neuesten Technologien für erneuerbare Energien einzusetzen. Auf dem Dach wurden Photovoltaik-Dachziegel verlegt, die sowohl das Haus als auch eine Erdwärmepumpe, die Wärme aus einem 130 Meter tiefen Bohrloch bezieht, mit Strom versorgen. Die Kombination dieser beiden Systeme ermöglicht eine vollständige Energieunabhängigkeit. Jeder Ziegel ist in Form und Farbe identisch mit den traditionellen Dacheindeckungen der Region, und der dezente Glanz erinnert an alte Schieferdächer.

Der Grundriss des Gebäudes öffnet sich von dem eher geschlossenen vorderen Teil zum Garten hin, wo der Wohnraum geplant ist. Auf der Straßenseite wurden die niedrigen Decken mit Lehmverkleidung beibehalten und renoviert. Der Wohnbereich ist offen und zweigeschossig, so dass die massive Holzkonstruktion voll zur Geltung kommt. Ein hoher Spalt in der Fassade bringt Licht ins Innere und betont die Vertikalität. Glastrennwände verbinden das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss visuell miteinander und schaffen unerwartete Perspektiven. Neue Elemente wie ein Betonboden mit Fußbodenheizung oder eine präzise verlegte Innendämmung werden mit erhaltenen Fragmenten des Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert kombiniert.

Der Entwurf von HOFF ARCHITECTS und Sierra Boaz Cobb bewahrt den authentischen Charakter des Gebäudes und erfüllt gleichzeitig die Standards des modernen ökologischen Bauens. Ein ehemaliges Bauernhaus wurde in ein energieeffizientes Haus umgewandelt, das ein Beispiel für einen verantwortungsvollen Umgang mit historischer Architektur in Gebieten ohne moderne Infrastruktur ist.
Projekt: HOFF ARCHITECTS & Sierra Boaz Cobb
Fläche: 150 Quadratmeter.
Fotografie: Pujan Shakupa
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Landhausrenovierung – vorher und nachher














