Die Walenty-Roździeński-Siedlung, allgemein als „Gwiazdy“ bekannt, ist einer der bekanntesten Wohnkomplexe in Polen. Der Komplex wurde zwischen 1970 und 1978 auf dem Gelände der ehemaligen Kattowitzer Kohlengrube errichtet. Sein Name und sein charakteristisches Aussehen ergeben sich aus der Form der Gebäude, die auf dem Grundriss eines achtzackigen Sterns errichtet wurden. Ein Architektenteam bestehend aus: Henryk Buszko, Aleksander Franta und Tadeusz Szewczyk. die „Sterne“ in Kattowitz sind heute eine Ikone des Wohnungsbaus der 1970er Jahre.
Anfänge der „Gwiazdy“-Siedlung in Kattowitz
Das Gelände für den Bau der Wohnsiedlung befand sich zuvor im Bereich der Teiche und Wasserreservoirs, die zum Bergwerk gehörten. Geotechnische Untersuchungen ergaben, dass der Boden für hohe Gebäude geeignet war, obwohl er zusätzlich mit 30 Meter tief getriebenen Pfählen verstärkt wurde. General Jerzy Ziętek entschied sich für die Investition, und die Arbeiten begannen 1970. In der ersten Phase wurden drei Hochhäuser und eine Schule gebaut. Das erste Gebäude, das in Betrieb genommen wurde, war der „Star“ in der Roździeńskiego-Allee 100, der noch im selben Jahr fertiggestellt wurde. Nacheinander wurden weitere Gebäude errichtet, darunter ein Hochhaus in der Roździeńskiego-Allee 98, das für die Mitarbeiter der ZWUS Katowice bestimmt war. Die zweite Phase der Investition umfasste den Bau von vier weiteren Hochhäusern und eines Dienstleistungspavillons. Die Bauarbeiten wurden 1978 abgeschlossen. In den 1980er Jahren wurden Überlegungen angestellt, die Siedlung zu erweitern und sie mit dem Campus der Schlesischen Universität zu verbinden, doch diese Pläne wurden nicht realisiert.
Änderungen und Modernisierungen
In den folgenden Jahrzehnten erfuhr die Siedlung zahlreiche organisatorische und optische Veränderungen. Im Jahr 2002 wurden die ersten Wohngemeinschaften gegründet, und 2012 wurde für eines der Gebäude die Wohnungsgenossenschaft „Star“ eingetragen. Seit 2009 wurden umfangreiche thermische Modernisierungsarbeiten durchgeführt, darunter Dämmung und Fassadenerneuerung. Die Bewohner haben sich auch in Nachbarschaftsfragen engagiert. Im Jahr 2019 protestierten sie gegen die Pläne zum Wiederaufbau der Drogowa Trasa Średnicowa, weil sie mehr Lärm und weniger Grünflächen befürchteten.

„Stars“ in Kattowitz – Architektur und Stadtgestaltung
Die Wohnsiedlung „Gwiazdy“ besteht aus sieben 27-stöckigen Wolkenkratzern mit einer Höhe von 81 Metern. Jedes von ihnen wurde auf dem Grundriss eines achtzackigen Sterns errichtet, was eine effiziente Verteilung der Wohnungen und einen geringeren Wärmeverlust ermöglichte. Die Gebäude wurden in Schalungstechnik mit Bimsbeton errichtet. Zu der Siedlung gehörten auch Dienstleistungspavillons. Nach der thermischen Modernisierung wurden die Fassaden der Hochhäuser in gedeckten Farben wie Grau, Violett, Gelb, Grün und Blau gestaltet. Der Bereich entlang der Hauptstraßen wurde mit Schallschutzwänden geschützt. In den einzelnen Gebäuden sind Wohnungen mit einer Größe von etwa 54 bis 62 Quadratmetern entstanden. Die Hochhäuser sind mit drei Aufzügen und Sicherheitssystemen wie Brandüberwachung, Gassensoren und Notbeleuchtung ausgestattet.
Tägliches Leben und Institutionen
In der Siedlung gibt es zahlreiche Dienstleistungs- und Einzelhandelseinrichtungen, darunter Arzt- und Zahnarztpraxen, ein Postamt und Geschäfte. Auch die Bildungseinrichtungen spielen eine wichtige Rolle. Es gibt zwei Kindergärten, eine Grundschule und einen Schul-Kindergarten-Komplex. Die Bewohner nutzen auch den Genossenschaftsklub „Pod Gwiazdami“ und eine Zweigstelle der städtischen öffentlichen Bibliothek. Die Siedlung grenzt an die Campusse der Schlesischen Universität und der Wirtschaftsuniversität, und auch das Schlesische Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe.
quelle: slazag.pl, polska-org
Lesen Sie auch: Architektur | Modernismus | Block | Kattowitz | Architektur in Polen




