Synagoga w Kępnie
fot. UM Kępno

Die Synagoge in Kępno wurde aus den Trümmern wieder aufgebaut. Sie dient nun wieder den Einwohnern.

Die ehemalige Synagoge in der Łazienkowa-Straße 4 in Kępno wurde nach Jahren der Vernachlässigung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das historische Gebäude fungiert heute als Synagogenzentrum. Dank sorgfältiger Arbeiten, die im Mai 2025 abgeschlossen wurden, wurde es aus seiner Ruine wieder aufgebaut, die Fassaden wurden renoviert und die Innenräume für neue kulturelle und soziale Funktionen angepasst.

Die Synagoge in Kępno und ihre neuen Funktionen nach der Renovierung

Das Gebäude der ehemaligen Synagoge gehört zu den wertvollsten erhaltenen Beispielen sakraler Architektur in ganz Großpolen. Die klassizistische Form des Gebetshauses zeichnet sich durch eine eindrucksvolle Komposition, feine Details und perfekte Proportionen aus. Die Arbeiten zur Rettung des verfallenen Denkmals hatten viele Dimensionen. Die wichtigste davon war natürlich die architektonische, aber die Einführung neuer Funktionen hat dem Gebäude neues Leben eingehaucht. Nach Abschluss der Renovierung wurde es der lokalen Gemeinschaft und Institutionen aus den Bereichen Bildung, Kultur und soziale Integration zugänglich gemacht. Der Raum der Synagoge in Kępno begann, als Ort für Treffen, Veranstaltungen und Aktivitäten unterschiedlicher Art zu dienen.

Renovierung des Denkmals und Revitalisierung von Kępno

Die Modernisierung und Renovierung der Synagoge ist Teil des Programms zur Revitalisierung des Marktplatzes von Kępno und seiner Umgebung, das im Rahmen des Lokalen Revitalisierungsprogramms der Stadt und Gemeinde Kępno für die Jahre 2017-2023 durchgeführt wird. Das gesamte Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Regionalen Operationellen Programms für Großpolen 2014-2020 kofinanziert. Das Projekt umfasst vier wichtige öffentliche Räume: die ehemalige Synagoge, den Starościański-Park, den Stadtpark und die öffentliche Bibliothek. Der Gesamtwert der Investition belief sich auf über 22 Millionen PLN, wobei ein erheblicher Teil aus EU-Mitteln finanziert wurde.

Synagoga w Kępnie
Das Gebäude vor und nach der Renovierung. Foto: Stadtverwaltung Kępno

Umfang der Renovierungsarbeiten

Der Vertrag für die Renovierung des Gebäudes wurde 2021 mit der Firma INTRAVI unterzeichnet, und das Projekt wurde nach dem Prinzip „Planen und Bauen” durchgeführt. Die Synagoge wurde bereits 1968 in das Denkmalregister eingetragen, doch konnte ihre erhebliche Verfall nicht verhindert werden. Im Zuge der Arbeiten wurde die historische Fassade rekonstruiert und das Innere an neue Funktionen angepasst. Das Tonnengewölbe über dem Hauptsaal wurde wiederhergestellt, die Mauern wurden verstärkt, die Keller vertieft und beschädigte Teile des Gebäudes repariert. Außerdem wurde das Dach gedeckt, Eichenfenster eingebaut, neue Installationen und Verkleidungen angebracht. Im Inneren entstand ein multifunktionaler Saal mit einer großen Bühne, einem Balkon und technischen Einrichtungen. Das Gebäude ist für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen angepasst, und seine Umgebung ist endlich nicht mehr abschreckend.

Die Synagoge in Kępno und ihre Geschichte

Die Geschichte der Synagoge in Kępno begann 1674. Damals erhielt die örtliche jüdische Gemeinde das Privileg, Häuser, eine Synagoge und ein Bad zu errichten. Mit der Entwicklung der Gemeinde entstand ein eigenständiger Stadtteil, der umgangssprachlich Kamczatka genannt wurde und das religiöse und soziale Leben dieser Gemeinde konzentrierte. Die erste hölzerne Synagoge entstand Ende des 17. Jahrhunderts, während das heutige gemauerte Gebäude aus den Jahren 1814-1815 stammt. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es renoviert, unter anderem 1893 und 1926, um es an die aktuellen Bedürfnisse der Gläubigen anzupassen.

Die Synagoge am Ende des 19. Jahrhunderts. Quelle: Wielkopolska Biblioteka Cyfrowa

Die Synagoge in Kępno und ihre Geschichte sind eng mit dem tragischen Schicksal der jüdischen Einwohner der Stadt während des Zweiten Weltkriegs verbunden. Während der deutschen Besatzung wurde die jüdische Gemeinde aufgelöst und ihre mehreren hundert Mitglieder wurden vertrieben und verfolgt. Dies führte zum Verschwinden der jahrhundertealten jüdischen Präsenz in Kępno. Ihre Gebetsstätte verlor ihre sakrale Funktion und wurde ebenfalls Opfer des deutschen Hasses. Sie wurde geschändet und erheblich verwüstet, ihre Gebetsausstattung wurde zerstört. Nach 1945 kehrten nur wenige Menschen jüdischer Herkunft nach Kępno zurück, weshalb sich die Gemeinde nicht wiederbeleben konnte. Die nun unnötige Synagoge diente viele Jahre lang als Lagerhaus, bis sie 1973 durch einen Brand zerstört wurde. Das Feuer führte zum Einsturz des Daches und zur vollständigen Zerstörung der Überreste des Innenraums. Spätere Arbeiten Ende der 1980er Jahre ermöglichten lediglich die Sicherung der ausgebrannten Mauern, während erst die letzte Renovierung das Gebäude wieder nutzbar machte. Heute ist es auch ein symbolisches Andenken an die nicht mehr existierende Gemeinde von Kępno.

Quelle: Stadtverwaltung Kępno, sztetl.org

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