Die Wohnung der Architekten in einem Wohnblock aus den 60er Jahren. So sieht sie nach der Renovierung aus

Im Warschauer Stadtteil Wola, in der Nähe von Muranów, hat das Architektenpaar Dariusz Dziwak und Weronika Majchrowicz von Awo Studio eine umfassende Umgestaltung ihrer eigenen 45 m² großen Wohnung vorgenommen. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist ein konsequent gestalteter Raum, der die Funktionen von Wohnraum, Atelier und Empfangsbereich vereint.

Die Wohnung befindet sich in einem Wohnblock aus den 1960er Jahren und musste komplett renoviert werden. Der ursprüngliche Grundriss war unübersichtlich und beengt – auf der kleinen Fläche befanden sich ein Flur, ein Wohnzimmer, eine separate Küche, zwei Zimmer, ein Korridor und ein kleines Badezimmer. Eine zusätzliche Einschränkung stellte die H-Rahmen-Konstruktion mit sichtbaren Balken und Stützen dar, die den Designern konkrete Rahmenbedingungen auferlegte.

Den Eigentümern war es wichtig, Geräumigkeit mit Funktionalität zu verbinden. Die Wohnung sollte als komfortables Zuhause dienen und gleichzeitig als Heimbüro fungieren. Priorität hatten die maximale Nutzung der Fläche, die Schaffung zahlreicher Stauräume sowie die Möglichkeit, persönliche Sammlungen – Postkarten von Reisen und Schallplatten – auszustellen. All dies auf einer Fläche von 45 m².

Die Idee des Projekts

Die Architekten haben bewusst auf den Kontext des Ortes Bezug genommen. Die sozialrealistische Bebauung von Muranów und der Wohnblock aus den 1960er Jahren wurden zum Bezugspunkt für die Ästhetik des Interieurs. Inspiration war der Mid-Century-Modern-Stil, dessen polnisches Pendant in die Zeit der Volksrepublik Polen fällt – die Epoche, in der das Gebäude entstand. Genau dieser Stil gab die Richtung für das Projekt vor.

Neue funktionale Aufteilung

Um einen möglichst großen Wohnbereich zu schaffen, wurde die Wand zwischen Wohnzimmer, Küche und Flur entfernt. Der Eingangsbereich wurde durch eine Vitrine aus Ornamentglas abgetrennt, die Küche durch eine Insel, deren Vorderseite zum Wohnzimmer hin als charakteristisches Regal mit der Funktion eines Weinständers gestaltet wurde. Der Durchgang vom Wohnzimmer zum Flur wurde auf die gesamte Breite des Raumes erweitert. Es wurden zwei Paare verdeckter Türen eingebaut, die in der Farbe der Wände gestrichen sind, was den Raum aufgeräumter wirken lässt. Der Durchgang vom Arbeitszimmer zum Flur wurde als verglaste Vitrine gestaltet, wodurch der bisher dunkle Teil der Wohnung beleuchtet wurde.

Eines der Zimmer wurde in ein Arbeitszimmer mit zwei Arbeitsplätzen, einem großen Schreibtisch und einem Regal umgewandelt. Das gegenüberliegende Schlafsofa verlieh dem Raum eine doppelte Funktion – als Arbeitsbereich und als Gästezimmer. Das ursprünglich schmale und lange Schlafzimmer wurde optisch korrigiert, indem hinter dem Bett eine niedrige Einbauwand angebracht wurde, die als Nachttische und Stauraum dient. Gegenüber wurde ein tiefer Einbauschrank geplant, was die Proportionen verbesserte und den Stauraum vergrößerte.

Im Badezimmer wurde die ursprüngliche funktionale Aufteilung beibehalten, wobei die Einbauten auf ein Minimum beschränkt wurden, um auf der kleinen Fläche möglichst viel Platz zu gewinnen.

Materialien und Farbgebung

Im Innenraum dominieren warme Farben und natürliche Materialien. Einen Kontrast bildet der kühle, zentral gelegene Flur, in dem eine Farbe mit Eierschalen-Struktur in seidenmatter Ausführung von Benjamin Moore verwendet wurde. Die Kombination aus einem dunklen Blauton und warmer Beleuchtung sorgt für einen ausdrucksstarken Effekt. Wände und Decken in gebrochenem Weiß bilden den Hintergrund für Einbauten aus dunklem, warmem Holz mit markanter Struktur. Die Möbelfronten wurden aus Tischlerplatten gefertigt, die mit einer Mischung aus zwei Ölwachsfarben gebeizt wurden – ein originelles Experiment der Designer.

Die Küchenarbeitsplatten und Fensterbänke bestehen aus Terrazzo, der von BRUTO LASTRYKO hergestellt wurde. Die Zusammensetzung aus Bindemittel und Zuschlagstoffen wurde individuell ausgewählt, und das Material selbst knüpft an den Terrazzo an, der in den Treppenhäusern und Loggien des Gebäudes zu finden ist. Das Interieur wird durch Armaturen von OMNIRES sowie terrakottafarbene Vitrinen von FERWOR ergänzt. Dunkle Einbauten, Terrazzo, keramische Details und Lampenschirme aus Korbgeflecht erinnern an das Design und das Handwerk der Volksrepublik Polen.

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Über das Studio:

Awo Studio wurde 2018 gegründet. Den Kern des Studios bilden Designer, die ihre Leidenschaft für Architektur, Design und Kunst in die Mission umsetzen, schöne, praktische und nachhaltige Räume zu schaffen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind. Sie beschäftigen sich mit Architekturplanung, Innenarchitektur und Gartengestaltung. Ihre Spezialität sind Wohngebäude – sowohl Einfamilien- als auch Mehrfamilienhäuser. Sie sind versiert in der Konzeptplanung, der Einholung von behördlichen Genehmigungen und Abstimmungen sowie in der Erstellung umfangreicher Ausführungsunterlagen. Gerne besuchen sie die Baustellen der von ihnen entworfenen Räume und unterstützen die Bauausführenden während der Bauarbeiten. Sie entwerfen im ganzen Land – sie scheuen keine Herausforderungen, die sich aus den lokalen Gegebenheiten ergeben.

Entwurf: Dariusz Dziwak und Weronika Majchrowicz vom Büro awo studio

Fotos: Aleksander Balcerek, Olga Michaluk

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